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Licht des Schattens
Verfasser: Edgar Bernardi (1)
Verlag: ab edition (1) und Eigenverlag (19536)
VÖ: 28. Juni 2020
Genre: Gegenwartsliteratur (3276)
Seiten: 368 (Taschenbuch-Version), 370 (Kindle-Version)
Themen: Bestimmung (186), Erwachsenwerden (226), Herkunft (141), Physik (58), Trennung (1027), Väter (803)
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Nach der Trennung seiner Eltern taumelt Erich durch sein Leben, stets auf der Suche nach seinem Vater und sich selbst. Von Geburt an vermisst er die väterliche Geborgenheit und wird davon getrieben, seine Entbehrung zu überwinden. Unterdessen entdeckt er, wie auch seine Eltern und Großeltern damit haderten, ihre eigene vertuschte und unterdrückte elterliche Trennungssituation zu verarbeiten und die eigene Herkunft zu ergründen. Selbst schon Mann und Vater, wird Erich als stets die Welt hinterfragender Physiker im Wechselspiel zwischen Gefühlen und Rationalität, zwischen Enttäuschung und Vertrauen, zwischen Schuld und Buße, zwischen Dasein und Wesen hin und her gerissen, bis er am Schluss einen Ausweg darin findet, indem er seinen Vater nach über drei Jahrzehnten aufsucht.

Licht des Schattens erzählt vom Erwachsenwerden, von der immerwährenden Suche nach den Wurzeln und der Sehnsucht – und von der Frage nach Zufall oder Bestimmung im Leben.

Die Motivation
Ich wollte den Vätern eine Stimme geben, die besonders nach der Trennung der Eltern im Leben von Kindern wichtig sind, jedoch häufig von Müttern und Richter*innen ins Abseits gedrängt werden. Ich wollte gleichzeitig die Antwort auf die ewige Frage finden, ob Zufall oder Bestimmung unser Leben bestimmen, so wie in der Natur, besonders der Physik, nicht nur Kausalität, sondern auch Zufall eine Rolle spielt. Ich habe die Antwort nicht gefunden.

In dem Roman erzähle ich einerseits Gegebenheiten, die fiktiv sind und andererseits solche, die sich wirklich zugetragen haben. Die Episoden, die dem Leser wahrscheinlich vorkommen, sind meist fiktiv, die am unwahrscheinlichsten klingen, haben sich wirklich zugetragen. Daher der Titel, ich habe bewusst die Kausalität umgekehrt: nicht der Schatten des Lichtes, sondern das Licht des Schattens.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Edgar Bernardi für die Einsendung dieser Leseprobe!
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     Erich musste sich zusammenreißen, um nicht unter der aufkommenden Qual seine Gedanken laut herauszuschreien. Er beruhigte sich innerlich, und nach einer Weile überlegte er erneut, ob und wie er sich zu erkennen geben wollte.
     Sein ursprünglicher Wunsch festigte sich: Er wollte von ihm erkannt werden und sich nicht selbst preisgeben; er wollte, dass sein Vater ihn wieder aufnahm, den verlorenen Sohn, ihn nicht nur wiedererkannte, sondern ihn als Sohn wieder spürte. Er wollte ihn auf die Probe stellen: Nur wenn er ihn erkennen sollte, würde er ihn wieder als seinen Vater akzeptieren.
     War das ungerecht, war das überheblich gegenüber einem alten Mann, gegenüber seinem Vater, nach 34 Jahren, eine solche Probe? Hatte er überhaupt eine Chance, diese Probe zu bestehen, nachdem seine Mutter seinen Vater so von ihm entfernt hatte, versucht hatte, in ihrem Hass auf ihren Ehemann die Vaterschaft mit ihm zu löschen?
     Erich wollte ihm eine Hilfestellung geben. Er sah ihn lange an. Zunächst von der Seite. Dann drehte er sich auf dem Sofa zu ihm hin, so dass sein Vater ihn unbewusst sehen musste. Und umgekehrt, dass ihn sein Vater bewusst anschauen würde, von Angesicht zu Angesicht, dass ihre Blicke sich begegnen und damit ihrer beider Erinnerungen zurückkommen würden, dass ihre Blicke und die aufkommenden Erinnerungen die innere Wärme erzeugen sollten, die nur einem Vater und seinem Sohn eigen sind.
     Er bewegte sich auf ihn zu, auf seinen Vater, langsam, ganz langsam, 34 Jahre hat es gedauert, viele kleine Schritte, nah, ganz nah. Endlich, wie lange hatte er sich nach ihm gesehnt, wie lange hat er auf ihn gewartet, wie oft hatte er seine Nähe gebraucht.
     Und je mehr er sich ihm näherte, umso klarer wurde ihm: Er hatte sich all die Jahre so nach ihm gesehnt, und nun, wo er ihm so nah war, schwankte er zwischen Freude und Schmerz, zwischen Liebe und Hass, zwischen Dableiben und Davonlaufen, ein Sich-Sehnen aus der Ferne, um sich nun nah zu sein.
     Sehnsucht und Nähe: Beides gleichzeitig gibt es nicht.
     In dieser sanften Näherung an seinen Vater wurde ihm heiß und kalt. Unwillkürlich musste er an die Heisenbergsche Unschärferelation denken, die genau das beschrieb, was ihm in jenem Moment passierte, ausgerechnet dann, wo er nach so vielen Jahren wieder neben seinem Vater saß, sich dieses Ereignis so herbeigesehnt hatte, ihn sah, ihn hörte, ihn spürte, ausgerechnet jetzt schoss ihm diese Gleichung in den Kopf:
     Das Delta des Ortes x wird ganz klein und damit wird der Impuls p ganz groß.
     In dem Moment, wo man hinschaut, ist der beobachtete Körper schon weg, weil man beim Hinschauen dem betrachteten Körper einen Stoß versetzt – und im Nu ist er woanders.

Hier nun:
     Statt der Unschärferelation der Quantenmechanik die Unschärferelation der Gefühle.
     Sehnsucht und Nähe gibt es nicht gleichzeitig:
     Entweder man ist weit voneinander entfernt, die Nähe also klein, dann ist die Sehnsucht sehr groß;
     oder man ist sich nah, die Nähe also ganz groß, dann ist die Sehnsucht ganz klein.

34 Jahre lang war er nicht nah, der Vater seinem Sohn, weit weg, Erichs Sehnsucht nach ihm unendlich groß.
     Und nun: nah, ganz nah, sein Vater,
     die Sucht, sich nach ihm zu sehnen, all die Zeit, so viele Jahre –
     endlich, nun endlich scheint er davon befreit, geheilt.

Erich spürte ihn, er fühlte ihn, er wollte ihn fassen, greifen, umarmen.
     Plötzlich:
     weg!
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