Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
45.257 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Rudolf Weiss«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
Wenn Apfelbäume tanzen könnten
Verfasser: Lisa Torberg (27)
Verlag: Eigenverlag (19249)
VÖ: 1. April 2021
Genre: Romantische Literatur (23101)
Seiten: 260
Themen: Äpfel (16), Bauernhof (171), Hunde (931), Lehrer (651), Südtirol (77)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats April 2021 nominieren
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1,70 (86%)
1
60%
2
20%
3
10%
4
10%
5
0%
6
0%
Errechnet auf Basis von 10 Stimmen
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
♥ Ein Roman über unglaubliche Zufälle, den langen Atem der Liebe und die Buntheit des Lebens. ♥

Seitdem Bertl Kofler begriffen hat, dass seine Freundin aus Kinderzeiten nicht seine große Liebe ist, lebt er für seinen Bauernhof. Sein einziger Mitbewohner ist Zeus, sein Schäferhundmischling. Doch immer wieder holt ihn die Erinnerung an die Lehrerin aus dem Pustertal ein, die vor zwei Jahren kurz in Mela unterrichtete. Aber nicht nur er denkt oft an die junge Frau – auch jemand auf dem nahen Apfelhof tut es …
Sabine Holzer leitet seit dem Unfalltod ihrer Eltern das Familienunternehmen im Pustertal. Nicht einmal sich selbst gesteht sie ein, wie sehr ihr das Unterrichten fehlt – und das beschauliche Mela mit seinen Apfelwiesen. Ihr Leben ist geprägt von Pflichtbewusstsein und ihrer Liebe für ihren Großvater Johann. Dennoch spukt ein gewisser Bertl Kofler ständig in ihrem Kopf herum.
Nach der Filmaufführung von "Apfelblüten im Regen", der auf dem Apfelhof in Mela gedreht wurde, erzählt Johann Holzer seiner Enkelin Unfassbares aus seiner Vergangenheit. Als ihre ehemalige Vermieterin sie kurz darauf nach Mela einlädt, trifft Sabine eine Entscheidung, die nicht nur ihr Leben komplett auf den Kopf stellt.
Lesermeinungen (2)     Leseprobe     Blogger (1)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Lisa Torberg für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Lisa Torberg gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Den Luis schockiert zu sehen, tat ihr gut. Ein so ein Depp! Scheinbar hatte er in all den Jahren, in denen er sie immer wieder um ein – wie er es nannte – Date gebeten hatte, immer noch nicht kapiert, dass er sie einfach nur in Ruhe lassen sollte. Seitdem sie wieder in Toblach lebte, hatte er sie zwar nicht mehr direkt gefragt, nicht zuletzt, weil die Pandemie begonnen hatte, die ihrer aller Leben beeinträchtigt hatte. Doch nachdem schrecklichen letzten Jahr hatte er das lästige Stalken wieder aufgenommen.
     »Du hast an Freund?«
     »Warum sollt sie denn keinen haben, Walder?« Der Nonno kam ihr zuvor und sprach weiter, während Sabine die angehaltene Luft zwischen halb geschlossenen Lippen lautlos ausstieß. »Ich sag’s jetzt nicht, weil sie meine Enkelin ist, sondern weil das sowieso jeder erkennt, der Augen im Kopf hat. Die Sabine ist was Besonderes. Sie ist hübsch anzuschauen und außerdem a gscheits Madl, die ihr Hirn net nur dafür verwendet, sich zu überlegen, wie sie sich einen Mann aufreißen soll.«
     »Was moansch denn damit, Johann?«
     Ihr Großvater streckte den Rücken durch und schaute die paar Zentimeter auf den Bürgermeister runter, da er trotz seines Alters immer noch größer war als die meisten Männer in der Gemeinde. Wo er seine beachtliche Statur herhatte, wusste niemand, denn der Überlieferung nach war keiner seiner Vorfahren überdurchschnittlich groß gewesen. Rote Haare und grüne Augen hatte auch keiner gehabt – zurück bis zu seinen Großeltern, an die er sich noch selbst erinnern konnte. Fotos aus der Vergangenheit gab’s ja nicht so viele. Jetzt hob er eine Hand und fuhr sich durch das immer noch dichte, mittlerweile silbrigweiß glänzende Haar und machte einen Schritt auf den Luis zu, der irritiert die Stirn runzelte, sich jedoch nicht vom Fleck bewegte.
     »I bin zwar alt, aber i bin weder taub noch blind, Walder. Es gibt genug Weiber bei uns in der Gemeinde und rundum, die sich für einen wie dich alle zehn Finger abschlecken. Solche, die gern sagen täten, dass sie die Frau von irgendeinem Bürgermeister sind, auch wenn’s net der von Bozen ist. Aber die Sabine gehört net dazua. Meine Enkelin braucht kan Mann, über den sie sich identifiziert, weil sie selber Eier in der Hose hat – im Gegensatz zu so manchem Mannsbild.«
     Luis Walder schnappte hörbar nach Luft. »Damit meinst aber net mi, Johann?«
     »Grad di moan i, Bua! Du schleichst um die Sabine herum, lauerst ihr auf und hast immer no net begriffen, dass du ka Chance bei ihr hast.«
     »Aber ...« Luis machte einen Schritt zurück und wandte seinen Kopf, um Sabine anzuschauen. »Ich hab geglaubt, du magst mich!«
     Anklagend klang er.
     Beleidigt wie ein kleiner Bub, dem ein anderer die Lieblingslokomotive geklaut hat. Oder den Fußball. Ihr fielen auf Anhieb Hunderte Beispiele ein. Sie hatte seit ihrem Studienabschluss immerhin vier Jahre lang unterrichtet. Ihre Schüler waren zwischen sechs und elf gewesen, doch jetzt schaute sie den Luis an und plötzlich kam ihr sogar der größte Lausbub erwachsener vor als dieser Kindskopf. Sie atmete tief ein und wieder aus, bevor sie ihm antwortete.
     »Nicht so, wie du das gern hättest, Luis.«
     Der Blick, den ihr der Großvater zuwarf, fühlte sich an wie ein Streicheln. Er nickte ihr zu, ergriff ihre Hand und zog sie an dem stumm erstarrten Bürgermeister vorbei zu ihren Plätzen in der zweiten Reihe. Sabine schloss ihre Finger noch einmal fest um die langen ihres Nonno, bevor sie die Jacke auszog und sich setzte. Er sank neben ihr auf seinen Stuhl und sie beugte ihren Kopf in seine Richtung, um ihm zu sagen, wie sehr sie ihn liebte und wie dankbar sie ihm war – und wahrlich nicht nur, weil er dem Luis Walder den Kopf zurechtgerückt hatte. Aber dazu kam es nicht, da das Licht im Saal ausging und leise Musik einsetzte. Sabine hob das Kinn und schaute zur riesigen Leinwand.
     Ein Ort war aus der Luft zu sehen. Die Kamera zoomte und holte einen Punkt in der Bildmitte immer näher heran. Es war ein typisches Bauernhaus mit hölzernen Balkonen im oberen Stock und einem Giebeldach. Nichts Außergewöhnliches in Südtirol – und dennoch schlug ihr Herz ein bisserl rascher. Aber das hatte nichts mit dem Haus zu tun, sondern mit den drei riesigen Apfelbäumen, deren weit gespannte Äste mit den frühlingsgrünen Blättern und rosaweißen Blüten miteinander eine Einheit bildeten und sich sachte im Wind bewegten. So, als ob sie die alte Holzbank darunter beschützen wollten.
     Sabine presste die Lippen aufeinander und starrte geradewegs auf einen Punkt des erdigen Bodens neben der Bank. Dort hatte Chris Bergmann, der Produzent des Films, die Urne mit der Asche seiner Mutter begraben – und sie war anwesend gewesen. Fast zwei Jahre waren seither vergangen. Eine halbe Ewigkeit, um genau zu sein, seitdem sie den Bertl Kofler zuletzt gesehen und seine Stimme gehört hatte. Dabei ... Sabine verhakte die Finger beider Hände in ihrem Schoß und grub die Zähne in ihre Unterlippe. So hätte es nicht kommen sollen. Ganz und gar nicht. In ihren Träumen hatte sie sich alles ganz anders vorgestellt, nach ihrer Ankunft in Mela, wo sie den Turnunterricht der Kollegin übernommen hatte, die sich ein Bein gebrochen hatte. Bis zum Schulschluss vor den Sommerferien hatte es geheißen – und dann hatte das Schicksal ihr Leben auf den Kopf gestellt.
     Sie merkte den feuchten Schleier, der ihren Blick trübte, aber die Schrift, die sich über das Bild auf der Projektionswand legte, war riesig. Apfelblüten im Regen. Ihre Augen wanderten von einem Buchstaben zum nächsten, bevor sich jeder davon in Tausende kleine Apfelblüten verwandelte, die davonflogen.
Seite: 1 2 3 4 5
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2021)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz