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Die Lockdown-WG
Verfasser: Mimi J. Poppersen (6)
Verlag: Eigenverlag (20294)
VÖ: 18. März 2021
Genre: Gegenwartsliteratur (3344)
Seiten: 268
Themen: Coronavirus (119), Haus (276), Heidelberg (51), Lügen (1199), Nachbarn (914), Quarantäne (29)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Blogger (1)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Mimi J. Poppersen für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Mimi J. Poppersen gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Sie kannte zwar ihre Gewohnheiten, da sie sie ständig beobachtete, hatte aber noch nie ein Wort mit jemandem gesprochen, außer vielleicht einem knappen „guten Tag“.
     Direkt über ihr wohnte seit einiger Zeit eine vierköpfige Familie, die aus Indien kam. Zwar hatte sie nichts gegen Ausländer, redete sie sich ein, dennoch wollte sie mit diesen Leuten nichts zu tun haben. Alleine wie es im ganzen Haus stank, wenn die kochten! Liese wollte gar nicht wissen, was sie in ihren Töpfen alles zusammenbrauten. Es roch zumindest furchtbar.
     Sie hatte gelesen, dass die globale Pandemie den komischen Essgewohnheiten der Chinesen zu verdanken war. Angeblich verspeisten sie Fledermäuse und hatten sich so das Virus eingefangen. Liese wollte sich nicht ausmalen, was die Familie im Stockwerk über ihr so verzehrte.
     Im zweiten Stock wohnte Familie Bierbaum. Den Namen fand sie ja noch ganz lustig, aber auch mit diesen Leuten stimmte etwas nicht, da war sie sich sicher.
     Der Sohn, der mittlerweile im Teenageralter war, lief stets schwarz gekleidet herum und blickte drein wie drei Tage Regenwetter. Sicher ging er gar nicht mehr zur Schule und verkaufte Drogen oder Ähnliches. Dann hatten sie vor einigen Monaten noch ein Baby bekommen. Musste das denn sein, in diesem Alter?
     Auch, wenn sie sonst von den Bierbaums nicht viel aufschnappte, von dem Baby bekam sie alles mit. Alle im Haus wussten, dass es die Nächte nicht durchschlief und sich die Seele aus dem Leib brüllte. Liese hatte einen äußerst leichten Schlaf und wurde jede Nacht davon geweckt.
     Was also bitte sollte sie an dieser Familie mögen?
     Die Wohnung darüber stand leer – zum Glück. Das war ihr um einiges lieber, als irgendwelche komischen Nachbarn.
     Im Dachgeschoss wohnten eine Frau mit ihrem Kind und seit Neuestem ein älterer Mann. Vermutlich war dieser etwa in ihrem Alter, doch er wirkte auf sie wie ein betagter Greis. Er ging wenig aus dem Haus, wohingegen sie jeden Tag zu Fuß unterwegs war. Nicht, dass sie es als Wettstreit sah, aber sie fühlte sich um einiges fitter als dieser Mann.
     Im Grunde konnte sie nichts gegen diese Familie sagen, sie merkte allerdings, dass das kleine Mädchen sie dauernd so komisch anstarrte, als hätte sie Angst vor ihr oder würde erwarten, dass sie ihren Hexenbesen zückte und damit davonbrauste.

Als in dem Moment ihre Türklingel ertönte, zuckte sie erschrocken zusammen. Sie hatte niemanden auf dem Weg zum Haus gesehen.
     Wer konnte das bloß sein?


3. Sarah

war einmal mehr überrascht, welch Einfühlungsvermögen ihre Tochter im zarten Alter von acht Jahren an den Tag legte, da konnte sich mancher Erwachsene eine Scheibe von abschneiden. Es war herzerwärmend, dass Emily als Erstes an die ältere Dame im Erdgeschoss dachte, obwohl diese sie noch nie freundlich gegrüßt hatte. Von freundlich konnte gar nicht die Rede sein, da sie immer äußerst grimmig dreinschaute, aber nicht einmal gegrüßt hatte sie bisher.
     „Das ist lieb von dir, dass du an Frau Schröder denkst.“ Sarah streichelte ihr liebevoll über den Kopf.
     „Ist das die alte Kratzbürste von ganz unten?“, rief Opa Fred mit viel zu lauter Stimme, da er, wie so oft, seine Hörgeräte nicht trug.
     „Ja, genau die“, antwortete Emily und musste über seinen Kommentar lachen.
     „Ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht, ob sie jemanden hat, der sie versorgt, zumindest habe ich noch nie gesehen, dass sie Besuch bekommt“, grübelte Sarah.
     „Kein Wunder bei der Schreckschraube“, kommentierte Opa mit vollem Mund. Damit hatte er wohl leider recht.
     Nachdem alle eine Weile schweigend weitergegessen hatten, griff Emily das Thema wieder auf. „Es hat bestimmt einen Grund, warum sie immer so schlecht gelaunt ist. Wir haben doch so viel Essen übrig. Soll ich ihr eine Portion runterbringen?“
     „Von meinem köstlichen Gulasch? Auf gar keinen Fall!“, protestierte Fred zuerst, lächelte sie dann aber an. „Nein, mein Kind, das ist eine großartige Idee. Geh ruhig runter zu dem Hausdrachen und bringe ihm etwas zu essen. Pass nur auf, dass er dich nicht gleich mit auffrisst“, fügte er noch augenzwinkernd an.
     Rasch war Emily aufgesprungen, um Plastikschüsseln aus dem Schrank zu holen, in die sie das Essen füllte. Sarah fand ihre Fürsorge beispiellos und ein wenig mutig, bei der griesgrämigen alten Frau zu klingeln.
     Keine fünf Minuten später machte sich Emily auf den Weg nach unten. Niemals würde sie ihrem Opa und ihrer Mama verraten, wie sehr ihr Herz in dem Moment klopfte. Sie hatte ein mulmiges Gefühl im Bauch, und wenn sie ehrlich war, ganz schön Bammel vor der unfreundlichen Frau im Erdgeschoss.
     Todesmutig drückte sie kurz darauf den Klingelknopf.

Eine Weile starrte Liese Schröder auf ihre Wohnungstür, als würde sie einen Geist erwarten.
     Zu ärgerlich aber auch, dass ich keinen Spion habe, war ihr Gedanke, während sie auf ihre Haustür zuging.
     „Wer ist da?“, brüllte sie nicht gerade freundlich.
     „Emily“, kam es mit zaghafter Stimme zurück.
     „Emily?“, fragte sie und öffnete die Tür einen Spalt weit, nur so weit, dass sie hinausblicken konnte, man sie aber nicht sah. Das machte sie immer so, wenn sie die Leute im Hausflur beobachtete. Sie stand stumm da und musterte das kleine Mädchen aus dem Dachgeschoss.
     „Ich kann Sie sehen!“, erklärte dieses und lächelte sie an. Sie trug einen Mundschutz und hatte sogar Handschuhe an. In den Händen schwenkte sie zwei Gefäße, wenn Liese das richtig erkennen konnte.
     „Was willst du?“, knurrte sie und hörte sich dabei griesgrämiger an, als es gemeint war.
     „Wir sind doch jetzt im Lockdown, also in Quarantäne, und da wollte ich Sie fragen, ob Sie etwas von unserem Essen haben möchten?“
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