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Die Lockdown-WG
Verfasser: Mimi J. Poppersen (6)
Verlag: Eigenverlag (20294)
VÖ: 18. März 2021
Genre: Gegenwartsliteratur (3344)
Seiten: 268
Themen: Coronavirus (119), Haus (276), Heidelberg (51), Lügen (1199), Nachbarn (914), Quarantäne (29)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Die Lockdown-WG« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Blogger (1)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Mimi J. Poppersen für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Mimi J. Poppersen gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Diese Details behielt sie für sich, um die beiden nicht unnötig zu beunruhigen. Dass sie nun unter Quarantäne gestellt waren, war bereits genug Grund zur Sorge. Der Gedanke, dass sie die nächsten Tage hierbleiben musste, gefiel ihr gar nicht. Äußerst ungern ließ sie ihre Kollegen im Stich. Sarah war mit Herzblut Krankenschwester.
     „Vielleicht kannst du dich ja um die Leute hier im Haus kümmern“, schlug Emily vor, als hätte sie ihre Gedanken lesen können.
     „Da hast du recht, mein Schatz“, meinte Sarah betont positiv.
     „Und wer versorgt uns jetzt?“, dachte Emily gleich praktisch, die schon immer eine schnelle Auffassungsgabe gehabt hatte.
     „Ich glaube, für die nächsten Tage haben wir erstmal genug zu essen.“ Sarah deutete auf die vielen Tragetaschen, die teilweise noch gar nicht ausgepackt in der Küche standen.
     „Außerdem habe ich einige Freundinnen, die uns Essen vor die Tür stellen können, und etwas bestellen können wir schließlich auch.“
     „Oh je. Was ist denn dann mit der armen Oma im Erdgeschoss, die schon ohne so eine Karantine immer so schlechte Laune hat?“, überlegte Emily laut.
     „Quarantäne“, verbesserte Sarah und lächelte sie an. Ihr wurde ganz warm ums Herz, dass Emily als Erstes an die ältere Frau dachte.
     Sie musste zugeben, dass dies eine sehr berechtigte Frage war.


[b]2. Liese

Schröder schaute aus ihrem Wohnzimmerfenster im Erdgeschoss, von dem aus sie die Straße bestens im Auge hatte, und fragte sich, was all das zu bedeuten hatte. Von ihrem Spähplätzchen aus konnte sie die Seitenstraße, in der sie wohnte, gut überblicken. Sogar ein Stück der Fußgängerzone konnte sie von hier aus sehen, wo es immer viel zu beobachten gab. Das liebte sie.
     Den lieben langen Tag konnte sie hier sitzen, um die Leute im Visier zu haben. Sie hatte sich ihren Beobachtungsplatz bequem eingerichtet: Ein gemütlicher Ohrensessel stand bereit, falls ihre Beine mal schlapp machten, ein winziges Opernfernglas war immer in Griffnähe und sogar einen Block mit Stift hatte sie zurechtgelegt, um etwas Wichtiges notieren zu können.
     Man konnte sagen, dass sie bestens über die ganze Nachbarschaft Bescheid wusste. Von den meisten kannte sie den genauen Tagesablauf.
     Gerade hatte sie den Zettel der Stadt Heidelberg aus ihrem Briefkasten gefischt, der auch in Übergröße an der Haustür und mehrmals im Flur hing.

Achtung! Coronaausbruch! Quarantäne!
     Mehrere Personen in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zeigen Symptome des Coronavirus.
     Bleiben Sie bitte ab morgen im Haus, bis sich das Gesundheitsamt bei Ihnen meldet,
     um die vorgeschriebenen Tests durchzuführen!


Mit einem Auge schielte sie auf die Tageszeitung, die sie sich jeden Morgen holte, und las in großen schwarzen Buchstaben die Überschrift:
     Engpass bei den Coronatests!
     Arztpraxen völlig überfordert!
     Patienten müssen tagelang warten!

„Na, das kann ja was werden!“, murmelte sie und nahm das Klatschblatt in die Hand, um den Artikel noch einmal zu lesen.
     Obwohl viele ihre Lieblingszeitung als Käseblatt abwerteten, wusste sie, dass dort alles Wichtige und vor allem die Wahrheit stand.
     Genauestens studierte sie den Bericht und überlegte, was zu tun sei. Hätte sie den Zettel nur etwas früher aus ihrem Briefkasten geholt, denn nun waren alle Lebensmittelläden bereits geschlossen – zumindest die in ihrer Nähe. Sicherlich gab es große Discounter etwas außerhalb, die man mit dem Auto erreichen konnte und die noch geöffnet hatten, aber Liese erledigte alles zu Fuß in einem Radius von etwa fünfhundert Metern von ihrem Zuhause. Sie besaß überhaupt keinen Wagen.
     Liese Schröder wohnte seit fast vierzig Jahren in dem Mehrfamilienhaus. Damals war sie mit ihrem Mann Heinz und ihrem fünfjährigen Sohn hier eingezogen. Die Welt war in jenen Tagen in Ordnung gewesen. Es gab nicht viel, über das sie sich beklagen konnte, ganz im Gegensatz zu heute.
     Ein paar Jahre nach dem Einzug in dieses Haus veränderte sich ihr Ehemann. Immer aufbrausender wurde er. Bald waren seine Stimmungsschwankungen kaum mehr auszuhalten. Seinerzeit war er ein erfolgreicher Autohändler, der mit seiner positiven Art alle Kunden um den Finger wickelte. Doch auch bei seiner Arbeit fielen die cholerischen Anfälle bald auf. Erst verlor er den Job, um kurz darauf eine bipolare Störung diagnostiziert zu bekommen.
     Es war unfassbar, wie schnell aus einer glücklichen Familie eine zerrüttete werden konnte. Erst war Heinz lange Zeit in der Klinik, doch bald war klar, dass er nie mehr derselbe werden würde. Zurück in diese Wohnung kam er zumindest nie, und wo er sich jetzt befand oder, ob er überhaupt noch lebte, wusste Liese nicht.
     Leider hatte ihr Sohn Andreas den Verlust seines Vaters nur schwer verkraftet und immer seiner Mutter die Schuld daran gegeben.
     Andreas war sich sicher, dass sie ihren Ehemann vergrault hatte. Dazu musste man sagen, dass auch Liese nicht die Ruhe in Person war und ganz schön aus der Haut fahren konnte. Dies wurde im Alter nur schlimmer und Andreas hatte sie wohl ein paar Mal zu oft zurechtgewiesen.
     Leider hatte sie ihren Sohn nun auch schon seit acht langen Jahren nicht mehr gesehen. Früher hatte er sie zumindest noch manchmal angerufen, beispielsweise immer zu ihrem Geburtstag. Jedoch auch dieser Anruf blieb seit letztem Jahr aus. Lieses beste Freundin, mit der sie sich regelmäßig getroffen hatte, war vorletztes Jahr gestorben. Somit war Liese schon seit Längerem komplett auf sich selbst gestellt.
     Nicht gerade die beste Aussicht, wenn man auf die achtzig zuging. Im Unterbewusstsein war Liese klar, dass sie sich wohl langsam nach einem Platz in einem Altersheim umschauen sollte. Doch sie wollte aus dieser Wohnung nicht weg, obwohl diese nicht nur mit positiven Erinnerungen behaftet war. Die meisten Mitbewohner in dem Haus mochte sie nicht, obgleich sie diese kaum kannte. Kennenlernen wollte sie sie allerdings auch nicht.
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