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Die Lockdown-WG
Verfasser: Mimi J. Poppersen (6)
Verlag: Eigenverlag (19536)
VÖ: 18. März 2021
Genre: Gegenwartsliteratur (3276)
Seiten: 268
Themen: Coronavirus (102), Haus (270), Heidelberg (47), Lügen (1161), Nachbarn (895), Quarantäne (26)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Mimi J. Poppersen für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Mimi J. Poppersen gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

1. Emily

lebte in dem Mietshaus in der Heidelberger Altstadt, seitdem sie sich erinnern konnte.
     „Als ich schwanger mit dir war, habe ich mich auf die Suche nach einer größeren Wohnung gemacht, und wir sind hier eingezogen“, hatte sie ihre Mutter schon mehrmals sagen hören.
     Damals, vor neun Jahren, hatte Sarah Becker somit nach einer größeren Wohnung gesucht. Demnach musste ihre vorherige noch kleiner gewesen sein als die jetzige, was sich das Mädchen kaum vorstellen konnte.
     Allerdings war Emily mit ihrem Zuhause voll und ganz zufrieden. Für sie, ihre Mutter und die zwei Meerschweinchen gab es genug Platz. Sie mochte die überschaubare Dachwohnung, die mit ihren Schrägen etwas Gemütliches hatte.
     Doch seit ein paar Wochen lebte auch ihr Großvater bei ihnen. Seitdem diese Pandemie ausgebrochen und immer schlimmer geworden war, wollte ihre Mutter ihn bei sich haben und nicht mehr im Pflegeheim, wo es Opa sowieso nie gefallen hatte.
     Deshalb hatte Emily ihr Zimmer aufgegeben, um es ihrem Großvater zu überlassen. Dies tat sie gerne, denn sie liebte ihren Opi und war froh, ihn nun immer hier zu haben, anstatt ihn nur gelegentlich im Altersheim zu besuchen. Ihr Opa war der lustigste Mann, den sie kannte, und er konnte die besten Geschichten erzählen. Ob er tatsächlich all das erlebt hatte, was er berichtete, blieb sein Geheimnis.
     Zumindest freute sich Emily immer wahnsinnig auf das Abendessen, wenn ihr Opa so richtig in Fahrt kam. Oft war er tagsüber müde und sie sah ihn kaum, doch abends taute er auf und plauderte über sein ereignisreiches Leben, meist noch mehr, wenn er ein Glas Wein dazu trank.
     Ihre Mutter meinte zwar oft etwas wie „die Geschichte kennen wir doch schon, Papa“ oder „das hast du uns ja erst vor Kurzem erzählt“, aber Emily konnte seinen Erzählungen immer und immer wieder lauschen, denn jedes Mal kam ein neues Detail hinzu.
     Emily gefielen ihre eigenen vier Wände – sie mochte diesen Ausdruck, den sie erst neulich gelernt hatte. Ihre Mutter hingegen beklagte sich oft über die vielen Schrägen in der Wohnung.
     „Wir haben einfach nicht genug Stellwände“, bemängelte sie, doch Emily fand es gerade dadurch heimelig. Besonders im Winter, wenn sich Eiskristalle an den Fenstern bildeten, Mama die Weihnachtsdeko auspackte und viele Kerzen ein gemütliches Licht verströmten, liebte sie ihr Zuhause. Oder wie jetzt im Frühling, wenn sie den winzigen Balkon bepflanzten und alles anfing zu blühen. Im Sommer konnte es allerdings sehr warm werden in der Dachwohnung. Im letzten Jahr war es dermaßen heiß gewesen, dass sich sogar die Kerzen gebogen hatten. Meist blieben sie dann so lange draußen, bis es endlich etwas abkühlte.
     Obwohl die kleine Familie schon lange in dem Mehrfamilienhaus lebte, kannte sie die anderen Mitbewohner kaum. Zwar hatten sie im Vorbeigehen deren Namen auf den Klingelschildern gelesen und gelegentlich den einen oder anderen im Treppenhaus gesehen, aber dabei blieb es dann auch. Meist grüßte man sich nur freundlich. Oft tat man sogar eher so, als würde man den anderen gar nicht sehen, da man in Eile war. Man lebte unter einem Dach, war sich aber völlig fremd.

„Das wird sich nun ändern“, prophezeite Sarah beim Abendessen.
     „Warum denn das?“, wollte Emily wissen und auch Opa Fred schaute von seinem Lieblingsessen auf. Einmal in der Woche kochte ihre Mutter ein richtiges Festessen, meistens mittwochs. An diesem Tag kam Sarah früher von der Arbeit nach Hause und genoss es, ein hervorragendes Essen zuzubereiten. Heute gab es ungarisches Gulasch, genauso, wie Opa Fred es mochte, dazu handgeschabte Spätzle und leckeren Feldsalat.
     „Weil wir ab morgen in einer Quarantäne sind. Habt ihr den riesigen Zettel nicht gesehen? Was meint ihr, warum ich heute solche Unmengen eingekauft habe?“, fragte sie in die Runde.
     Emily war nichts aufgefallen und Opa Fred hatte, wie so oft, das Haus gar nicht verlassen. Es war ihm meistens zu anstrengend, die vielen Treppen nach unten zu steigen. Beide zuckten ahnungslos mit den Schultern und blickten sich fragend an.
     „Was heißt das in Quarantäne?“, erkundigte sich Emily. Zwar waren durch einen Lockdown gerade alle Restaurants geschlossen, die Schulen aber bisher von einer Schließung verschont geblieben. Hierüber war Sarah heilfroh gewesen, die nur einen uralten Laptop besaß, von dem sie gar nicht wusste, ob er überhaupt noch funktionierte. Sollte Emilys Schule auf Onlineunterricht umstellen, müsste sie ihren Laptop wohl aufrüsten oder am besten gleich einen neuen kaufen.
     „In unserer Straße gab es zu viele Infektionsfälle, sodass alle Häuser unter Isolation gestellt wurden. Unseres gehört auch dazu.“
     „Obwohl wir gar kein Corona haben?“
     „Na ja, sagen wir mal so, bis wir sicher sein können, dass wir nicht infiziert sind.“
     Man konnte förmlich beobachten, wie Emily mit gekrauster Stirn über die Worte ihrer Mutter nachdachte und ihre Schlussfolgerungen zog. „Heißt das, wir können gar nicht mehr rausgehen?“
     „Genau das!“
     „Da bin ich aber besonders traurig“, scherzte Opa Fred, den es in den letzten Tagen kaum nach draußen gezogen hatte. Insgeheim sorgte sich Sarah etwas, dass ihr Vater sich immer weniger bewegte.
     „Hast du nicht gerade erst einen Test gemacht?“, wandte sich Fred an seine Tochter.
     „Das stimmt. Vor einer Woche hatte ich ein negatives Ergebnis. Aber in der Zwischenzeit kann viel passiert sein. Selbst bei der Arbeit haben wir nicht genug Tests, um uns mehrmals wöchentlich zu testen.“
     Da Sarah als Krankenschwester in der Unfallchirurgie arbeitete, hatte sie in den letzten Wochen mitbekommen, wie dramatisch die Lage war. Geplante Operationen wurden verschoben, um Corona-Patienten aufzunehmen. Auf ihrer Station, wie auf vielen anderen, hatten sie alle Hände voll zu tun. Nicht auszudenken, wenn die Zahl der Erkrankten rasant ansteigen würde. Schon jetzt waren einige Intensivstationen überfordert.
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