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Die Farbe des Nordwinds
Verfasser: Klara Jahn (1)
Verlag: Heyne (3061)
VÖ: 8. März 2021
Genre: Gegenwartsliteratur (3347)
Seiten: 400 (Gebundene Version), 269 (Kindle-Version)
Themen: Heimat (203), Marschland (5), Rückkehr (1015), Suche (1256), Wiedersehen (1638)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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Lesermeinungen (4)     Blogger (8)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 6. Juni 2021 um 12:42 Uhr (Schulnote 1):
» Ein besnderer Ort...

Ein umfangreicher, großartiger Roman mit wenig Spannung, aber viel Leben. An einigen Stellen vielleicht etwas langatmig, zu ausschweifend, aber im ganzen ein Buch, das bezaubert, auf die Halligen entführt und deren Zauber einfängt.

Erzählt wird die Geschichte auf zwei verschiedenen Erzählsträngen zu zwei verschiedenen Zeitebenen, aus Sicht von Liske und ihrer Mutter Ellen und der von Arjen, welcher damals den Ort verließ, um ein Gelehrter zu werden. Interessanter Protagonisten, die den Ort bevölkern und ihm Leben einhauchen. Die Schwierigkeit von den Bewohnern angenommen und akzeptiert zu werden.

Ein besonderer Ort, mit besonderen Menschen. Mit vielen Informationen rund um das Leben, Flora und Fauna auf den Halligen, die Lebensumstände und den Schutz der Natur. Die etwas andere Geschichte, die durchaus fesselnd ist, wenn man sich ihr hingibt.«
  5      0        – geschrieben von Arh
Kommentar vom 30. April 2021 um 13:52 Uhr (Schulnote 1):
» Zauberhaft

Halligen ist ein ganz besonderer Handlungsort für diese Geschichte. Die kleinen Marschinseln liegen im nordfriesischen Wattenmeer an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins und Dänemarks. Schon dadurch verbreitet der Roman sein ganz eigenes Feeling. Die Autorin hat die Magie des Ortes eingefangen und sie begleitet einen durch die Geschichte.

Das Leben und die Menschen auf der Insel haben ihre eigen Art. Erzählt auf zwei Zeitebenen, Gegenwart und Vergangenheit, lernt man viel über alte Riten und Bräuche und die einzigartige Natur kennn. Ellen kehrt nach zwanzig Jahren zurück, an den Ort wo sie als 16jährige einige Monate gelebt hat. Nicht alle sind davon begeistert, allen voran ihre Stiefschwester Liske, die sich von ihr verraten fühlt...

Spannend, einfühlsam und mitreißend erzählt die Autorin diese Geschichte. Ein Roman zum Genießen und Wohlfühlen!«
  6      0        – geschrieben von Lorixx
Kommentar vom 28. März 2021 um 17:24 Uhr (Schulnote 2):
» „Die Farbe des Nordwinds“ von Klara Jahn ist ein sehr informatives Stück lebendigen Hallig-Lebens, eingebettet in zwei Geschichten - die eine im Heute und die andere erzählt vom Damals.

Eine Küstenschwalbe möchte Liske sein, Ellen eine Schnecke mit Haus. Die eine sehnt sich nach dem vollen, dichten Leben, die andere nach Ruhe - vielleicht gerade weil in Beider Leben das Gegenteil vorherrscht. Ellen zog mit ihrer Mutter alle Nase lang um, Liske rührte sich mit ihrem Vater nicht vom Fleck. „Wir sind sowas wie Schwestern“ sagten sie damals.

Wo sind sie hin, Liskes Träume? Sie wurde hier gebraucht, hat ihre Sehnsüchte der Wirklichkeit geopfert, ist hier verwurzelt und weiß genau, wie das Leben auf der Hallig funktioniert. So wie sie auch funktioniert. Raue Schale - weicher Kern? Da lass ich mich überraschen.

Die Autorin nimmt den Leser mit Ellen mit auf ihre Reise, in ihr neues Zuhause. Auf der Hallig, die sie schon als junges Mädchen geliebt hat, will sie die Kinder unterrichten. Hier möchte sie Wurzeln schlagen, mit den Halliglüd auf ihren Warften leben. Zwei Geschichten erzählt uns Klara Jahn wechselseitig – die eine im Hier und Jetzt mit Ellen und Liske und die andere führt uns 200 Jahre zurück in die Vergangenheit.

Im HEUTE war zu Anfang nicht viel, da war ich schon ein wenig enttäuscht, dachte: So eine Geschichte, die ich schon hunderte Male so ähnlich gelesen habe. Aber je weiter ich las, desto mehr war ich bei den einzelnen Personen. Jede für sich hatte was und sie alle hatten Ecken und Kanten.

Sehr anschaulich und mit zunehmendem Interesse erfuhr ich, eingebettet in die Story, vieles über die Halligen. Das Gleichgewicht zwischen Fauna und Flora. Mensch gegen Natur. Wie weit darf er eingreifen, was sollte er besser lassen? Ein Leben im Einklang der Natur. Mir gefällt diese Art, wie Wissen nähergebracht wird.

Das DAMALS gefiel mir richtig gut, da war ich von Anfang an intensiv dabei. Raue Zeiten waren das, die Tage angefüllt mit Arbeit und der Aberglaube hatte wohl einen nicht zu geringen Platz. Über die große Februarflut 1825 habe ich gelesen und so einiges über die Geschichte der Halligen erfahren.

Man merkt dem Buch an, dass die Halligen, deren Schutz und deren Kampf im Klimawandel, der nicht aufzuhalten ist, eine Herzensangelegenheit der Autorin sind. Ein eindrucksvolles Leseerlebnis, diese Reise ins nordfriesische Wattenmeer. Informativ, berührend, unterhaltsam.«
  17      0        – geschrieben von Magnolia
Kommentar vom 11. März 2021 um 15:53 Uhr (Schulnote 2):
» Handlung
Ellen hat an unterschiedlichen Orten gelebt. Am meisten wie Heimat hat sich das Leben auf den Halligen angefühlt, wo sie mit ihrer Mutter für kurze Zeit ansässig war. Seit der Abreise vermisst Ellen diesen Ort, sie wollte von dort nicht wegziehen, hatte allerdings keine Wahl. Nun, viele Jahre später, erfüllt sie sich endlich ihren Wunsch. Sie kehrt zurück, möchte nicht nur ankommen, sondern auch Teil der Gemeinde werden und den Kontakt zu Liske wieder aufbauen, eine Person, die damals wie eine Schwester für sie war. Doch Ellens Wunsch beruht anfangs auf Einseitigkeit, Liske scheint nicht erfreut zu sein, dass sie wieder da ist. Allerdings kommt aufgeben für Ellen nicht infrage, sie weiß, dass die Halligen ihre Seelenheimat sind und sie möchte alte Konflikte aus dem Weg räumen.

Meinung
Ich mag die Einfachheit des Covers sehr. Es wurde schlicht gehalten, fällt durch die wunderschöne und idyllische Szenerie auf und lädt dazu ein, das Buch in die Hand zu nehmen. Obwohl der Himmel eher dunklere Farben besitzt, finde ich den Gesamteindruck des Bildes doch sehr warm und einladend, was wahrscheinlich an der unteren Hälfte des Buches liegt, die einen behaglichen Unterton besitzt und die Szene einfach perfekt macht!

Erst durch eine Mail des Verlags bin ich auf den Roman aufmerksam geworden und einzig der Klappentext hat gereicht, um mir das Buch schmackhaft zu machen und mein Interesse zu wecken. Ich war einfach interessiert, wie sich Ellen wieder auf einer Hallig zurechtfinden wird, wie die Gegend beschrieben wird und wie das tägliche Leben auf den Marschinseln aussieht. Daher möchte ich mich herzlich beim Bloggerportal und Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken!

Durchweg empfand ich die Schreibweise als sehr angenehm und passend. Mit einfachen Worten gelingt es der Autorin nicht nur, die Schönheit der Halligen an den Leser zu vermitteln, sondern auch lebendige und authentische Personen zu schaffen. Bei diesen merkt man, wie viel Aufmerksamkeit auf eine gute Charakterzeichnung gelegt wurde und besonders gefallen hat es mir, wie stark man deren Gedanken und Empfindungen nachvollziehen konnte. Häufig gibt es Abschnitte, anhand derer man genau erkennen kann, was die Figuren, allen voran Ellen, Arjen und Liske, gerade beschäftigt und mit welchen Motivationen sie bestimmte Aufgaben angehen, was ihnen sehr tiefgehende und natürliche Wesen verleiht.

Direkt auf den ersten Seiten gab es eine Überraschung. Anstatt wie anhand der Inhaltsangabe angenommen, spielt die Geschichte auf zwei zeitlichen Ebenen, einmal befindet man sich mit Ellen in der jetzigen Zeit und lernt die Hallig, das Leben und die Probleme und Sorgen der Bewohner kennen. Und dann gibt es noch Einblicke in die Vergangenheit, die in Form einer alten Chronik von einem Herrn namens Arjen Martenson niedergeschrieben wurden. Diese beginnt im Jahr 1798 und erstreckt sich bin ins Jahr 1825, man erfährt hierbei von seinen Plänen und Ideen für einen Deichbau, die jedoch allesamt keinen Anklang bei der Bevölkerung finden. In diesen Kapiteln kann man sich ein Bild dessen machen, wie das Leben früher auf einer Hallig aussah, welchen Status die Bildung auf solchen hat und welche Wirkung eine mögliche Sturmflut auf die Bevölkerung hatte. Daher wurde das Buch für mich an keiner Stelle langweilig oder langatmig, es sind keine Längen aufgetreten und es entsteht ein abwechslungsreiches Bild.
Zudem gab es für mich auch keine Probleme auseinanderzuhalten, zu welcher Zeit die folgende Handlung stattfindet. Die Kapitel in der Vergangenheit wurden als solche gekennzeichnet, außerdem fallen sie dadurch auf, dass in ihnen keine wörtliche Rede verwendet wird.
Ich mochte es sehr, wie sich die beiden zeitlichen Ebenen miteinander verbunden haben, sie bauen aufeinander auf und lassen Vergleiche zu. Über die Menschen, die Natur und allen voran den Umgang mit Sturmfluten und wie man gegenüber diesen reagieren könnte. Sie waren interessant und abwechslungsreich beschrieben, haben einen ruhigen Unterton und erscheinen an keiner Stelle als hektisch oder unruhig. Stattdessen gehen sie gemächlich ineinander über und ergeben gesamt eine interessante Geschichte.
Trotzdem muss ich zugeben, dass ich die Kapitel, die sich mit der alten Chronik befassen, einen Hauch interessanter empfinde. Hier gab es eine gewisse Spannung, die in der jetzigen Zeit etwas gefehlt hat, zudem wurde der Zahn der Zeit getroffen. Nicht nur in verschiedenen Themen wie der Bildung und den Ablehnungen von neuen Ideen und Gedanken, sondern auch die Bewohner hatten eine unvergleichliche und dickköpfige Art. Dadurch wirkten sie deutlich stärker im Auftreten als zum Beispiel Ellen oder Liske, was mir gut gefallen hat.
Zudem mochte ich es, dass man als Leser auch erfährt, was Ellen mit den Halligen verbindet, wie sie erstmals mit ihnen in Kontakt kam und auch, wie ihr familiärer Hintergrund ist. Dadurch kann man nachvollziehen, was sie an den Marschinseln so fasziniert und woher ihr Wunsch kommt, dort zu leben. Außerdem kann man so auch erkennen, weshalb Liske nicht begeistert ist, dass Ellen plötzlich wieder auftaucht. So konnte man viele Situationen und Aussagen besser nachvollziehen und ist über das Geschehene gut im Bilde.

Vor allem in Bezug auf die Halligen, sowie den Naturschutz gibt es zahlreiche Informationen, die einen interessanten Hintergrund bilden und auch dazu beitragen, dass man als Leser manche Aktionen besser überdenkt und sich mehr mit den Themen auseinandersetzt.
Zudem kann man sich einen Eindruck dessen vermitteln, wie das Leben auf den Halligen abläuft, wie viel sie teilweise entbehren müssen und mit welchen Naturgewalten sie leben müssen. Es wird eine ganz andere Lebensweise erzählt, die ich nicht kenne, sodass ich es spannend fände, mal eine Zeit selbst auf einer Hallig zu leben und das alltägliche Leben mit seinen Lichtblicken, aber auch Niederschlägen zu erleben. Besonders die schulische Lage fand ich sehr spannend, darüber habe ich mir tatsächlich noch nie wirklich Gedanken gemacht und habe mir auch mal vorgestellt, wie es wohl so sein könnte, auf einer Hallig zu leben und dort in eine altersmäßig so vielfältige Schule wie im Roman zu gehen.

Das Setting ist absolut einmalig und einfach nur wunderbar beschrieben. Fast durchweg spielen die Szenen auf den Halligen, was ich sehr besonders empfinde. Man erhält davon unglaubliche Beschreibungen, ganz viele Gebäude und vor allem die Landschaft konnte ich mir unfassbar lebendig und gut vorstellen. Ich habe es geliebt, mit den Personen die einzelnen Orte zu besuchen und im Zusammenhang mit diesen vieles über die Halligen, aber auch die Natur und die Tiere zu erfahren. Für mich ist das Setting einfach überragend und ich würde sogar behaupten, mein Highlight des Romans!

Ich finde, dass die Anzahl der Protagonisten auf beiden zeitlichen Ebenen recht überschaubar ist. In der Vergangenheit steht Arjen eindeutig im Mittelpunkt, zudem gibt es hier nur wenige weitere Personen, die mit einem Namen bedacht wurden. An einer Hand lässt sich abzählen, wer von etwas höherer Bedeutung ist, was ich sehr angenehm empfand. Ich hatte absolut keine Probleme, die Figuren wiederzuerkennen, sie hatten eine gute Zeichnung, die sie lebendig macht und die einen hohen Wiedererkennungswert bietet.
In der heutigen Zeit gibt es ein paar mehr Figuren, die aber wiederholt auftreten und die ebenfalls mit Merkmalen ausgestattet wurden, die sie auszeichnen. Leider sind einige Personen etwas klischeehaft beschrieben, was ganz unterhaltsam sein könnte, mich aber gestört hat. Es hat für mich nicht zu der Geschichte gepasst, ansonsten einen urtümlichen Charakter hat.
Auf beiden Ebenen war es mir leider nicht möglich, eine Bindung zu den Personen aufzubauen. Ihnen fehlte es an Wärme und Sympathie, sie waren irgendwie steif in ihrem Auftreten und Umgang mit anderen Personen. Viele Aktionen im Bezug auf die Halligen und den Natur- aber auch Tierschutz fand ich richtig gut, trotzdem habe ich keinen Zugang zu den Figuren gefunden. Sie sind mir immer fremd geblieben und ich habe sie mit Distanz beobachtet, einige Handlungen und Aussagen kritisch betrachtet und an einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass sie mal auf den Tisch hauen und einfach ihre Meinung sagen, anstatt Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Das, aber auch die fehlende Stimmung, hat für mich dazu beigetragen, dass ich die Handlung zwar spannend, aber nicht mitreißend fand und mich das Buch leider nicht vollkommen überzeugen konnte.

Fazit
Im Grunde mochte ich die Geschichte wirklich gern. Es gibt zwei spannende Erzählebenen, die geschickt miteinander verbunden wurden und ein stimmiges Buch entstehen lassen. Keinerlei Fragen bleiben offen, es gibt ein rundes Ende und ich konnte gut mit dem Gelesenen abschließen. Besonders faszinierend war das Setting, welches einfach nur einzigartig war. Ich habe die Beschreibungen der Halligen geliebt und war von der Natur, der Landschaft und den Tieren sehr angetan!
Lediglich mit den Figuren bin ich nicht ganz zufrieden, ich habe keinen Zugang zu ihnen gefunden, fand die Beschreibungen ihrer Person nicht sonderlich sympathisch und hätte mir gewünscht, dass sie mehr Wärme zeigen und noch menschlicher auftreten. Das hat mir gefehlt und ist letztlich auch mein einziger Kritikpunkt. Ansonsten war das Buch eine interessante Lektüre, welche viele Themen in sich aufnimmt und einen starken Blick auf das Leben auf den Halligen bietet.«
  14      0        – geschrieben von MarySophie
 
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