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Abseits der Zeit
Verfasser: Anna Musewald (3)
Verlag: Inkpot (1)
VÖ: 13. Februar 2021
Genre: Fantasy (13545) und Romantische Literatur (23849)
Seiten: 594 (Taschenbuch-Version), 352 (Kindle-Version)
Themen: Bayern (402), Geheimnisse (4678), Neuschwanstein (9), Schlösser (390)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Auf dem bayerischen Schloss Neuschwanstein lebt die junge Küchenhilfe Emma ein arbeitsreiches, von strengen Regeln bestimmtes Leben. Ein Tag scheint wie der andere. Harte Strafen drohen denjenigen, die sich den Regeln widersetzen. Doch Emma hat ein schreckliches Geheimnis.

Dann kam Paul, der eine unglaubliche Wahrheit offenbarte.

Können sie zusammen den Bann brechen?
Können sie alleine über ihr eigenes Schicksal entscheiden? Oder werden sie für immer Gefangene der Zeit bleiben?
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Anna Musewald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Anna Musewald gibt es bei Facebook.
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     Der Schwan, den die Menschen Schwanhold nannten, machte einige zögerliche Schritte, ohne sich vom Platz zu rühren, um seinen schweren Körper zu balancieren. „Es ist sehr viel Zeit vergangen, seit ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Sieht Max ihn oft?“
     Max antwortete ihm nicht. Sie schwiegen beide, verlegen, wie immer am Ende ihres Gesprächs.
     „Ich muss mich erinnern. Eines Tages werde ich mich daran erinnern, wer ich bin und woher ich gekommen bin, chhh“, murmelte Schwanhold nachdenklich und unterbrach als erster die unbehagliche Stille. Er streckte seinen Hals, als wollte er ein Taubheitsgefühl loswerden, und legte ein Bein auf seinen Rücken. „Ja, ich werde mich definitiv erinnern, chhh, chhh.“
     Unzählige Morgen haben wir das gleiche Gespräch geführt, das mich nie weitergebracht hat, überlegte Schwanhold als er den Raum verließ und seine schweren Flügel dabei ab und zu anhob.
     Max folgte ihm mit langsamen, gleichmäßigen Schritten zum Ausgang.
     „Etwas sagt mir, dass der Tag, an dem ich mich erinnern werde, sehr bald kommen wird“, flüsterte er mit halb-geschlossenem Schnabel, so dass Max ihn nicht hören konnte.


3. EMMA ~ Ein angehender Dieb


Es war stockdunkel in dieser Nacht, als ich aus meinem Zimmer kam, um in die Küche zu gehen. Im Flur war es warm. Der Atem der Mitarbeiter der Nachmittagsschicht lag noch in der Luft, obwohl sie schon vor einiger Zeit verschwunden waren. Die elektrischen Lichter waren bereits ausgeschaltet, während jetzt Kerzen und Gaslampen brannten.
     Stille herrschte im Gebäude. Ich atmete tief ein und genoss das Echo meines Atems, als ich den Korridor durchquerte. Nach einigen einsamen Schritten erreichte ich die Austrittsstufe der Treppe, die zur Küche führte, als ein unangenehmer Geruch in meine Nase stieg. Ich konnte nicht identifizieren, was so schlecht roch. Ich hielt unruhig inne. Woher kam dieser starke Geruch? Die Neugier ließ mich kehrtmachen. Mit langsamen, nervösen Schritten ging ich in die Richtung zurück, aus der ich gekommen war. Das Geräusch meiner eigenen Schritte auf dem Marmorboden hörte sich irritierend eintönig an.
     Ich blieb vor der Tür des ersten Zimmers zu meiner Rechten stehen. Es war eines der Schlafzimmer des Schlosses, wo hochrangige Herrschaften lebten, „die der guten Gesellschaft“, wie die Frauen der Küche sie nannten, mit einer Grimasse des Ekels im Gesicht. Diese Zimmer waren viel besser ausgestattet als die Angestelltenzimmer, wie das, das ich mir mit Frau Hofbauer teilte. Bessere Betten für mehr Schlafkomfort, mehr Möbel mit teurem Zubehör und Wände, die von kleinen Fresken mit tapferen Helden und bildhübschen Damen geschmückt waren.
     Überrascht entdeckte ich, dass die Zimmertür nicht vollständig geschlossen war. Aus einer schmalen Öffnung glitt ein dünner Strahl stumpfen, gelblichen Lichts, das flackernd auf dem Boden des Korridors reflektierte. Ich nahm an, dass der Bewohner dieses Zimmers unterwegs war und die Kerzen angelassen hatte. Obwohl wir alle wissen, dass die Vorschriften aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, aber auch zur Vermeidung von Feuerunfällen das unnötige Anzünden von Kerzen verbieten, schien der Mieter des Zimmers vergessen zu haben seine zu löschen.
     Ich näherte mich, schob meinen Körper zum Türspalt und schaute vorsichtig in den Raum, um sicherzustellen, dass sich niemand darin befand, bevor ich eintrat. Ich konnte nichts erkennen. Ich drückte die Tür vorsichtig auf, um besser zu sehen. Die Tür gab mit einem quietschenden Geräusch nach.
     Ich trat ein, schaffte aber keinen weiteren Schritt. Meine Füße blieben vor Überraschung wie angeklebt auf der Stelle stehen. Ein Mann beugte sich über einen dunklen Nachttisch, die Knie leicht angewinkelt, der Rücken krumm, und versuchte mit einem Arm, einen Gegenstand aus einer geöffneten Schublade zu ziehen.
     Ich stand sprachlos ohne zu atmen, beobachtete ihn und versuchte herauszufinden, was er dort suchte. Ich schluckte trocken und versuchte nachzudenken. Mir wurde schnell klar, dass ich vor einem Dieb stand.
     Plötzlich, als hätte er meine Anwesenheit gespürt, drehte er den Kopf und sah mir direkt in die Augen. Ich stand verblüfft da. Er blieb einige Momente, die sich wie ein Jahrhundert anfühlten, so stehen: der Rücken gekrümmt, die Arme hingen vor der Brust und der Mund klaffte offen. Und dann zog er seine Arme zusammen, richtete seinen Körper auf, schloss den Mund und war mit zwei schnellen Schritten bei mir, bevor ich einen zweiten Atemzug machen konnte. Er zog mich heftig in die Mitte des Raumes und schloss die Tür hinter sich.
     Während ich mich bemühte seinem Griff zu entkommen, wurde mir klar, dass ich jetzt besser einen kühlen Kopf bewahren sollte. Der Fremde konnte mir mehr antun als körperliche Schmerzen.
     „Lassen Sie mich los. Warum zerren Sie mich so herum?“, rief ich und versuchte nicht, den Ärger in meiner Stimme zu verbergen.
     Er sah mich mit einem ironischen Blick und einem frechen Lächeln an, als er meinen Arm losließ.
     Das gelbliche Licht der brennenden Lampe auf dem Nachtschränkchen, die er anscheinend selbst angezündet hatte, beleuchtete sein Gesicht. Er war groß und schlank und sah aus wie ein armer Mönch. Sein Gesicht war hager, knochig und hart mit blasser Haut, seine grünen Augen sahen aus wie die Augen eines Tieres. Seine Zähne waren spärlich und gelb. Sein langes blondes Haar lag fettig und ungekämmt auf seinen Schultern. Seine Kleidung, die ihm mindestens zwei Nummern zu groß war, hing an ihm wie eine Fahne bei Flaute.
     Ich war überrascht. Ich hatte bisher noch nie einen derart schlecht gekleideten und ungepflegten Menschen gesehen. Vor mir stand eine menschliche Ruine. Da ich keine Antwort bekam, fragte ich weiter.
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