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Abseits der Zeit
Verfasser: Anna Musewald (3)
Verlag: Inkpot (1)
VÖ: 13. Februar 2021
Genre: Fantasy (13511) und Romantische Literatur (23815)
Seiten: 594 (Taschenbuch-Version), 352 (Kindle-Version)
Themen: Bayern (402), Geheimnisse (4672), Neuschwanstein (9), Schlösser (390)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Auf dem bayerischen Schloss Neuschwanstein lebt die junge Küchenhilfe Emma ein arbeitsreiches, von strengen Regeln bestimmtes Leben. Ein Tag scheint wie der andere. Harte Strafen drohen denjenigen, die sich den Regeln widersetzen. Doch Emma hat ein schreckliches Geheimnis.

Dann kam Paul, der eine unglaubliche Wahrheit offenbarte.

Können sie zusammen den Bann brechen?
Können sie alleine über ihr eigenes Schicksal entscheiden? Oder werden sie für immer Gefangene der Zeit bleiben?
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Anna Musewald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Anna Musewald gibt es bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Als er sie wieder öffnet, befindet er sich nicht mehr in tiefen und kalten Gewässern, sondern in einem schrecklichen Gefühl der Gewissheit, dass seine Augen sehr lange geschlossen waren.
     Er starrt verwirrt die dicken, dunklen Stämme der Bäume an, die ihn wie die Stäbe eines Käfigs umgeben. Er hat das Gefühl, dass er sich im Herzen eines dunklen und gefährlichen Waldes befindet. Er öffnet und schüttelt seine verwundeten Flügel, um das Wasser loszuwerden, doch es fällt nicht ein Tropfen. Sein Gefieder ist trocken, als ob es seit Jahrhunderten nicht mehr mit dem Wasser in Kontakt gekommen wäre. Ein plötzlicher Schauder läuft durch seinen Körper. So sehr er sich wundert, wie er aus der Tiefe seines nassen Beinahe-Grabes an diesen schrecklichen Ort geraten ist, an dem die dichten Äste der hochragenden Bäume kein Tageslicht zu ihm durchlassen, er bekommt keine Antwort. Er steht reglos da, völlig unfähig seine Füße und die vom Druck des Wassers schmerzenden Flügel zu bewegen. Der Boden ist feucht und rutschig unter seinen Zehen. Warum bin ich hier? Was hält mich hier? Chhh. Warum öffne ich nicht meine Flügel, um wegzufliegen?, wundert er sich und beobachtet die schwarzen Tautropfen, die mit jedem Windhauch von den Blättern der Bäume fallen. Eine tiefe Angst hat begonnen, sich in seinem Inneren einzunisten. Vielleicht verstecke ich mich aus irgendeinem Grund, denkt er. Aber er wüsste nicht warum. So benebelt und durcheinander, wie er sich jetzt fühlt, kann er nur Annahmen machen. Wahrscheinlich muss ich noch eine Weile hierbleiben, bis ich mich erholt habe. Mein Körper ist schwach und meine dünnen Beine zittern bei der kleinsten Bewegung der Blätter, chhh. Es ist besser hier zu bleiben, bis ich wieder auf die Beine komme. Er muss essen, sich stärken, damit er die Kraft und den Mut findet wegzufliegen. Doch wie soll er nach Nahrung suchen, wenn ihn seine Füße nicht tragen und der Hunger wie ein verwundetes Tier aus seinem Bauch schreit? Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder stark bin, tröstet er sich. Ich werde schnell wieder zu Kräften kommen, chhh, ich werde es schaffen. Ich bin ja nicht alt. Wie alt bin ich eigentlich, chhh? Seine zerknitterten Flügel fühlen sich extrem schwer an und seine Augen füllen sich mit Zweifel und Furcht, als ein schrecklicher Verdacht in seinen Kopf kriecht. Verstecke ich mich vielleicht immer noch, weil mich diese unbekannte, tödliche Macht verfolgt, die mich in das eisige Wasser des Flusses gezogen hat, chhh?
     Er schafft es nicht einmal, den Gedanken zu Ende zu denken, als er plötzlich den feuchten, kalten Boden unter seinen Füßen verliert. Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, erwartet ihn jetzt eine neue Bedrohung. Ein Wolf nähert sich ihm lauernd im Dunkeln. Er spürt den übelriechenden Atem des Tieres in seiner Nähe und ein Schauer läuft ihm über den Rücken. Er erstarrt, er kann sich nicht bewegen. Er bleibt wie angewurzelt stehen, um die feuchten, finsteren und gefahrvollen Augen des Wolfes zu beobachten, die im Dunkeln schimmern. Wieder einmal nicht in der Lage zu reagieren, erwartet er das Unvermeidliche. Apathisch, nur in Gesellschaft des Windes, der im Laub der Bäume singt.
     Das wilde Tier hat sich in der Dunkelheit heimlich genähert und nur seine rotglühenden Augen und sein nach Tod stinkender Atem haben es verraten. Der Wolf macht einen weiteren Schritt. Schwanhold fürchtet, dass er sich gleich auf ihn stürzen wird, um ihn zu zerreißen.
     Angsterfüllt starrt er in die feuchten Augen des Wolfes, und erkennt plötzlich sich selbst im Glanz der Wolfsaugen, sieht sich mühevoll und völlig außer Atem der Silhouette eines großen, stämmigen Mannes hinterherlaufen. Eines Unbekannten, der wie ein Schatten zum Mondlicht wandert.
     Sein eigener gefiederter Körper, steif wie ein Brett, folgt ihm mühselig. Seine Flügel, die schwer an seinen Seiten hängen, erschweren ihm den Gang. „Wer bist du? Chhh. Wohin bringst du mich?“, fragt er, erwartet aber keine Antwort. Die Schatten sprechen nicht. Sie durchqueren schweigend endlose graue und verlassene Straßen. Das Einzige, was ihren Weg erhellt, ist die brennende Fackel, die der Unbekannte in seiner rechten Hand hält. Schwanhold kann dessen Gesicht nicht sehen, weil sein Gefährte niemals nach hinten schaut. Er ist nicht immer so schnell wie der Schatten des Mannes. Er ist langsam, er ist immer noch schwach, seine Füße gehorchen ihm kaum. Aber er beißt die Zähne zusammen und läuft entschlossen weiter. Es ist eine Frage des Gleichgewichts, sagt er zu sich selbst, während er wankt, stolpert, sich vorwärts lehnt und versucht über jede Unebenheit der Straße zu springen.

In Erinnerungen versunken spürte Schwanhold erneut die Erschöpfung. Mühsam hob er seine dünnen Füße vom Boden an. Er schüttelte den Hals, um die Bilder der Vergangenheit vertreiben, die begannen sich wie ein Sandsturm in der Flut aufzulösen.
     „Nach den Worten von Max ist dieser Mann Karl, chhh“, flüsterte er, und zog sich aus seiner eigenen Erinnerung heraus, während er immer wieder seufzte. „Aber warum hat er mich hierhergebracht? Und warum hält er mich eingesperrt, chhh?“
     „Das ist der Befehl, den er hatte“, sagte Max kurz und warf ihm einen durchdringenden Blick zu.
     „Von wem? Chhh. Wer hat ihm den Befehl gegeben, mich hierher zu bringen?“
     „Du weißt, wer den Befehl gegeben hat. Warum fragst du ihn nicht selbst? Wir alle wissen, dass er eine besondere Schwäche für dich hat“, murmelte Max. Am Klang seiner Stimme war Neid zu erkennen.
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