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Abseits der Zeit
Verfasser: Anna Musewald (3)
Verlag: Inkpot (1)
VÖ: 13. Februar 2021
Genre: Fantasy (13545) und Romantische Literatur (23849)
Seiten: 594 (Taschenbuch-Version), 352 (Kindle-Version)
Themen: Bayern (402), Geheimnisse (4678), Neuschwanstein (9), Schlösser (390)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Auf dem bayerischen Schloss Neuschwanstein lebt die junge Küchenhilfe Emma ein arbeitsreiches, von strengen Regeln bestimmtes Leben. Ein Tag scheint wie der andere. Harte Strafen drohen denjenigen, die sich den Regeln widersetzen. Doch Emma hat ein schreckliches Geheimnis.

Dann kam Paul, der eine unglaubliche Wahrheit offenbarte.

Können sie zusammen den Bann brechen?
Können sie alleine über ihr eigenes Schicksal entscheiden? Oder werden sie für immer Gefangene der Zeit bleiben?
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Anna Musewald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Anna Musewald gibt es bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Der Raum mit der hohen Decke war leer. Abgesehen von den heroischen Figuren, die in allen Fresken des Raumes verstreut waren und ihn gleichgültig ansahen, hatten sich die Gäste und das Personal in ihre Zimmer zurückgezogen.
     Die Möbel, die vor wenigen Stunden noch den riesigen Raum ausgefüllt hatten, waren an die Ränder des Raumes in die schmalen Seitengalerien gezogen worden, wo sie für den Rest des Tages bleiben würden, mit Ausnahme der vier goldenen Leuchter, die vor den Wänden stehen geblieben waren. Die halb heruntergebrannten Kerzen in den drei Kronleuchtern, die von der hölzernen Decke hingen, wurden durch neue ausgetauscht, so dass der Geruch des verbrannten Wachses diskret den Raum verließ. Der leere Holzboden löste die bekannte Kälte der Leere aus.
     Max, der wie jeden Morgen den letzten Kontrollgang machte, eilte von einem Ende des Raums zum anderen, elegant mit seiner exquisiten, großen, schlanken Gestalt, die etwas von der Größe und Arroganz der mythischen Titanen hatte.
     Die Stille des Zimmers erinnerte an die Ruhe, der der Sturm folgt. Das tiefe Schweigen schien die Ängste von Schwanhold zu verspotten. Welche Antwort würde Max diesmal auf die Frage geben, die Schwanhold ihm gerade gestellt hatte?
     „Entschuldigung“, antwortete Max wie nebenbei. „Was hast du mich gefragt?“
     Der Schwan sah ihn nicht an, er genoss lieber die Wärme der Glasmalerei.
     „Was habe ich Max gefragt? Wieder weicht Max Fragen aus, chhh“, antwortete Schwanhold, indem er sich wie gewöhnlich an seinen Gesprächspartner in der dritten Person wandte, als bezog er sich auf jemanden, der nicht an dem Gespräch beteiligt war.
     Er reckte charmant den Hals, nachdem er einen apathischen Ausdruck angenommen hatte, um zu zeigen, dass er bereit war, das Spielchen mitzuspielen, das Max erneut mit ihm spielen wollte. Bis zum Umfallen würde er mitspielen.
     „Ich weiche deiner Frage nicht aus, aber hast du es nicht satt, mir immer dieselbe Frage zu stellen?“
     Langsam und majestätisch drehte er seinen Kopf zu Max, öffnete jedoch seinen Schnabel nicht.
     „Jedes Mal, wenn wir dieses Gespräch führen, sage ich dir dasselbe“, fuhr Max fort und nickte mit einem herablassenden Lächeln auf den Lippen. „Ich sage es dir, aber du vergisst es immer. Karl hat dich hierhergebracht, glaub mir. Ich habe ihn mit meinen eigenen Augen gesehen. Ich war in dieser Nacht hier.“
     Die Stimme von Max war ruhig, aber er sah Schwanhold nicht in die Augen. Stattdessen drehte der sich um und starrte Max erwartungsvoll an.
     „Ich bin mir sicher, Max weiß viel mehr als das, chhh. Wann kann mir Max endlich sagen, wer ich bin und warum ich hierhergebracht wurde? Max weiß alles über jeden hier. Chhh. Warum besteht er darauf, mir nichts zu sagen?“
     Max räusperte sich und seine Stimme wurde lauter.
     „Ich habe nichts gegen dich persönlich. Du weißt, wie sehr ich dich wertschätze und wie oft ich an deiner Seite stand und dir geholfen habe, seitdem du zu uns gekommen bist. Aber deine Vergangenheit, Schwanhold, ist deine Sache, tut mir leid. Ich weiß wirklich nicht, wo du warst und was du getan hast, bevor Karl dich hierhergebracht hat.“
     Er machte eine kurze Pause und warf ihm einen ernsten Blick zu. „In deinen Erinnerungen. Dort musst du nach den Antworten suchen, nicht bei mir.“
     „Das ist das Problem. Was auch immer ich versuche, es ist unmöglich, die Antworten zu finden, chhh. In meinem Kopf ist alles verschwommen und verwirrt. Ich erinnere mich an nichts weiter als die drei schrecklichen Bilder, die ich Max oft beschrieben habe. Sie sind so unzusammenhängend, so unverständlich, wenn ich mich an sie erinnere, bekomme ich Gummibeine vor Angst, chhh, chhh.“
     „Ja, ich weiß“, murmelte Max gleichgültig, mit seinem üblichen herablassenden Ausdruck und seiner aristokratischen Arroganz.
     „Perfekt, chhh“, sagte der Schwan enttäuscht und schüttelte sein linkes Bein zur Seite. „Alle anderen wissen, außer mir.“
     „Was ist jetzt schon wieder los, Schwanhold? Warum ziehst du heute wieder so ein Gesicht? Lächle ein wenig. Du siehst aus wie ein aufgescheuchtes Huhn und das steht dir überhaupt nicht.“
     Es war nicht leicht für ihn zu lächeln. Er warf einen Blick auf die Membranen, die die drei Zehen seiner Füße miteinander verbanden. Jedes Mal, wenn sie dieses Gespräch führten, begann eine Art gewolltes Martyrium für ihn. Denn jedes Mal durchlebte er erneut dieselben drei albtraumhaften Erinnerungen und glaubte doch, dass er auf diese Weise das Böse exorzieren und schließlich die Lücken in der Geschichte seiner Vergangenheit füllen könnte.
     Jedes Mal, wenn er versuchte in seine fragmentierte Erinnerung einzutauchen, fiel er buchstäblich in die Tiefe:

Er fällt in einen breiten Fluss tiefschwarzen und unbeweglichen Wassers. Sein müder Körper, schwer wie eine Bleikugel, sinkt in das eisige Dunkel des Flusses, der ihn mit Gewalt tief zum Grund zieht. Seine Augen sind offen aber es fällt ihm schwer, im trüben Wasser etwas zu erkennen. Die Dunkelheit um ihn herum ist so tief und unergründlich wie die schwarze Ewigkeit. Das eisige Wasser, das seinen Körper wie ein Leichentuch fest umhüllt, nimmt ihm den Atem. Von blinder Panik erfasst bittet er um ein Wunder, das nicht kommt, weil er immer weiter sinkt, ohne reagieren zu können, als wäre er noch nie in seinem Leben geschwommen, als sei es sein erstes Mal im Wasser. Und doch sagt ihm etwas, dass er das Wasser liebt und schwimmen kann. Wenn er die Kraft fände, seinen Körper wieder zu kontrollieren, könnte er das Absinken möglicherweise stoppen. Bald wird sein Rücken den Boden berühren, wo der Tod auf ihn wartet. Er hat in seinem Leben noch nie so viel Angst gehabt. Er ist wie gelähmt. Ich möchte nicht ertrinken, denkt er verzweifelt.
     Und dann, kurz bevor er in der absoluten Dunkelheit das Ende erreicht, ein paar Zentimeter bevor sein Körper den Schlamm des Flussgrundes berührt, blendet ihn ein starkes, helles Licht, wie der blinkende Strahl eines Leuchtturmes. Erstaunt und atemlos, sein Körper ist fast gelähmt, muss er die Augen schließen.
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