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Abseits der Zeit
Verfasser: Anna Musewald (3)
Verlag: Inkpot (1)
VÖ: 13. Februar 2021
Genre: Fantasy (13511) und Romantische Literatur (23815)
Seiten: 594 (Taschenbuch-Version), 352 (Kindle-Version)
Themen: Bayern (402), Geheimnisse (4672), Neuschwanstein (9), Schlösser (390)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Auf dem bayerischen Schloss Neuschwanstein lebt die junge Küchenhilfe Emma ein arbeitsreiches, von strengen Regeln bestimmtes Leben. Ein Tag scheint wie der andere. Harte Strafen drohen denjenigen, die sich den Regeln widersetzen. Doch Emma hat ein schreckliches Geheimnis.

Dann kam Paul, der eine unglaubliche Wahrheit offenbarte.

Können sie zusammen den Bann brechen?
Können sie alleine über ihr eigenes Schicksal entscheiden? Oder werden sie für immer Gefangene der Zeit bleiben?
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Anna Musewald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Anna Musewald gibt es bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Ich habe keine Ahnung, ob ich es schaffen kann oder nicht, aber ich werde es versuchen. Das Wissen um das Geheimnis hat mich verändert, ich bin nicht mehr die, die ich einmal war. Das Wissen hat mich gezwungen, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Als ich merkte, dass ich mich ändern würde müssen, wenn ich gewinnen wollte, änderte sich die Art und Weise, wie ich denke. Ich muss mich für all die Verschwundenen rächen, für alle, die verloren gegangen sind. Dieser Gedanke hat mich zunächst verängstigt. Ich habe Angst, dass dieses Verlangen nach Rache nicht leicht mit unblutigen Opfern zu befriedigen ist. Ich habe den Verdacht, dass der Tag kommen wird, an dem ich den Preis der Leidenschaft bezahlen muss, die mich erobert hat. Aber ich kann nicht untätig bleiben und unbeteiligt einfach nur darauf warten, was das Schicksal uns vorbehalten hat.
     Ich schaue vorsichtig zu meiner schlafenden Mitbewohnerin hinüber. Der Körper von Frau Hofbauer ist mir zugewandt. Ihre Augen sind geschlossen, ihr weißes Haar fällt sanft über Wange und Nacken und verbirgt alle ihre Falten. Ihr Atem kommt ruhig und gelassen aus ihrem halb offenen Mund, zusammen mit einer feinen, nassen Speichellinie, die aus ihrem Mundwinkel läuft. Sie schläft tief.
     Ich seufze und versuche ein Summen in meinem linken Ohr zu ignorieren, das wie eine lästige Mücke durch meinen Kopf surrt. Es ist Zeit, die wichtigste Entscheidung meines Lebens zu treffen. Meinen Leuten sind in letzter Zeit so viele Dinge widerfahren, dass ich fürchte, er bereitet sich auf seinen letzten Angriff vor. Ehrlich gesagt habe ich keine Angst vor dem Tod. Nachdem ich oft mit Umsicht und Gelassenheit über die Situation nachgedacht habe, wurde mir klar, dass ich nicht zu denen gehöre, die direkt in Gefahr sind. Ich bin in unserer Welt so unbedeutend, nur wenige kennen mich. Noch weniger gibt es, die auch nur einmal mit mir gesprochen haben. Ich bin sicher, unser Verfolger hat keine Ahnung von meiner Existenz. Eigentlich habe ich mehr Angst, wenn ich daran denke, dass ich handeln muss. Aber was soll ich nur tun? Die einzige Waffe, die den Tyrannen vernichten würde, die einzige Waffe, die ihn umbringen würde, ist das Buch, und das ist nicht mehr hier. Franz hatte es mit nach draußen genommen, in dem Glauben, dass dies die Lösung wäre.
     Ich drehe mich aufgeregt in meinem Bett um. Wenn es Hilfe gibt, kann die nur von außen kommen, denke ich verzweifelt. Abgesehen vom verschwundenen Franz kenne ich jedoch niemanden von denen dort draußen, den ich um Hilfe bitten könnte. Franz war der Einzige, der uns erreicht hatte.
     Neulich erinnerte ich mich in meiner Verzweiflung an den Enkelsohn von Franz. Ein dünner, blonder, kleiner Junge, den er einmal mitbrachte. Leider sah mich der kleine Junge nicht, und ich habe mich auch überhaupt nicht um ihn gekümmert. Könnte das Kind uns tatsächlich helfen? Wenn ich ihn nur finden und ihm erklären könnte, wie sehr wir ihn brauchen! Wenn ich ihn nur überzeugen könnte, das Buch zurückzubringen, wie sehr würde sich unser aller Leben ändern!
     Ich versuche mich an seinen Namen zu erinnern, aber es ist unmöglich. Selbst wenn ich es einmal wusste, habe ich es vergessen. Es muss Jahre her sein, seit Franz mit mir über ihn gesprochen hat. Wie alt wohl heute der junge Mann ist? Ich habe nicht die geringste Ahnung. Ist er alt genug, um zu verstehen? Hat Franz jemals mit ihm gesprochen oder nicht? So viele Fragen, die für immer unbeantwortet bleiben werden, befürchte ich.
     Ich atme stoßweise, während der Schweiß, der mir über das Gesicht läuft, mein Kissen und meine Betttücher befeuchtet. Ich weiß nichts über die Außenwelt. Ich habe keine Ahnung, wo Franz wohnt. Aber selbst wenn ich es wüsste, was würde es nützen? Es ist unmöglich dorthin zu gelangen. Ich komme von hier nicht weg.
     Wenn ich meinen Leuten helfen will, bleibt mir nur, den Füllfederhalter zu stehlen.


2. SCHWANHOLD ~ Ich muss mich erinnern


Der Schwan, den die Menschen Schwanhold genannt hatten, stand regungslos neben dem großen Fenster und wartete darauf, die neuen, süßen Tagesstunden willkommen zu heißen, eine Gewohnheit, die er seit Jahren pflegte.
     Vor dem Fenster war alles in Frost und Morgentau gehüllt. Der Geruch der nassen Erde erreichte seine Nase. Er atmete langsam und gleichmäßig, als wollte er bei diesem Ritual die Feuchtigkeit des Bodens einsaugen, wie der durstige Wüstenreisende, der sich vom letzten Tropfen seiner Flasche das Stillen seines Durstes erhofft. Der feuchtkalte Sonnenaufgang begann leise und dunstig seinen schüchternen Auftritt hinter den morgendlichen Märzwolken, wie die meisten Morgendämmerungen in dieser Gegend eingehüllt in den Wasserdampf der Morgenluft, und sandte seine hellen Strahlen auf die Glasscheibe mit den schönen Glasmalereien, als wollte er die Farben des Glases aufwecken. Die Wärme, die großzügig von den grellen Farben des Glases überquoll, als die hellen Strahlen langsam aufwachten und aufstiegen, berührte seinen frierenden Körper. Der Regen hatte längst aufgehört, aber einige vergessene Tropfen, klar wie die Tränen Gottes, flossen langsam die Scheibe hinab und hinterließen winzige, durchsichtige Spuren auf dem bunten Glas.
     Er streckte seinen Hals und sein Blick suchte die rosafarbene Linie, die bald am Horizont zu sehen sein würde, ein Zeichen dafür, dass es Zeit war aufzubrechen und sich in die schreiende Stille seiner Isolation zurückziehen.
     Er drehte seinen schönen, schlanken Hals und blickte seitlich über seinen Rücken.
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