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Abseits der Zeit
Verfasser: Anna Musewald (3)
Verlag: Inkpot (1)
VÖ: 13. Februar 2021
Genre: Fantasy (13545) und Romantische Literatur (23849)
Seiten: 594 (Taschenbuch-Version), 352 (Kindle-Version)
Themen: Bayern (402), Geheimnisse (4678), Neuschwanstein (9), Schlösser (390)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Auf dem bayerischen Schloss Neuschwanstein lebt die junge Küchenhilfe Emma ein arbeitsreiches, von strengen Regeln bestimmtes Leben. Ein Tag scheint wie der andere. Harte Strafen drohen denjenigen, die sich den Regeln widersetzen. Doch Emma hat ein schreckliches Geheimnis.

Dann kam Paul, der eine unglaubliche Wahrheit offenbarte.

Können sie zusammen den Bann brechen?
Können sie alleine über ihr eigenes Schicksal entscheiden? Oder werden sie für immer Gefangene der Zeit bleiben?
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Anna Musewald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Anna Musewald gibt es bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Ich musste in der Tat akzeptieren, dass die Erwartung seiner Rückkehr aussichtslos und vergebens war. Und vor allem musste ich mich mit dem zunehmenden Verschwinden meiner Mitmenschen befassen. Immer wenn neue Gerüchte wie nervige Augustfliegen um meine Ohren schwirrten, etwa dass einer von uns weggegangen sei, um woanders zu leben, oder jemand an einen fremden Ort gezogen sei, war ich die Einzige, die wusste, dass dies nicht stimmen konnte. Niemand konnte einfach wegziehen, nur auf eine ganz bestimmte Art und Weise.
     Mit jedem Verschwundenen wurde mein Herz rauer, kälter. Ich konnte nicht mehr denken. Zu verzweifelt und zu schwach, um zu reagieren, sank ich mit meinem vor Trauer betäubten Körper immer tiefer in graue Einsamkeit. Ich erinnerte mich an die glückliche Phase der Unwissenheit, bevor Franz es mir gesagt hatte, bevor er mit mir über die Gefahr gesprochen hatte. Eine Trägheit, eine vorgetäuschte Ruhe breitete sich in mir aus. Gefährliche Stille lähmte mich und versuchte mich davon zu überzeugen, dass ich mich entspannen und Geduld haben musste, einfach warten, bis diese Etappe der Geschichte von selbst endete. Dass schließlich alles wieder in seinen normalen Rhythmus zurückkehren würde. Obwohl ich davon überzeugt war, dass es so nie kommen würde.
     Denn seit Franz mir die Wahrheit offenbart hatte, war mir leider klar, dass ich etwas unternehmen musste. Solange ich es nicht tat, würde sich unsere Situation nur verschlechtern. Sogar Frau Hofbauer wusste, dass es im Leben so ist: dass Trägheit nicht der richtige Weg ist, um Probleme zu lösen. Ich hatte oft gehört, wie sie die Frauen anschrie, die ihr in der Küche halfen: „Nicht aufhören, bewegt eure Hände, meine Damen. Der Haferbrei gerinnt, wenn er nicht gerührt wird!“
     Als Franz noch da war, hatte ich keine Angst, weil ich mir seiner Unterstützung sicher war. An wen soll ich mich jetzt wenden? Wen kann ich um Hilfe bitten? Das fragte ich mich oft verzweifelt. Ich war zu der Überzeugung gelangt, dass das verdammte Wissen mein eigenes Leben in Stücke zerrissen hatte, während alle anderen um mich herum friedlich und glücklich weiterlebten.
     Warum? Ich möchte aus vollem Hals schreien. Ich verzweifle und verstecke mein Gesicht im Kissen, so dass nicht das geringste Geräusch aus meinem Mund kommen kann. Warum nur hat Franz von allen Menschen mich ausgewählt? Ein Stöhnen presst sich aus meinen geschlossenen Lippen. Was kann ich tun? Ich bin so schwach, so verängstigt. Wenn ich das Problem nicht wirklich verstehen kann, wie kann ich dann die Lösung finden? Und ich habe nicht die Kraft, den Täter allein zu konfrontieren. Meine Gedanken kreisen ständig, wie ein Boot, das immerzu um eine Insel fährt und nach einem Hafen zum Anlegen sucht. Aber ich habe es noch nicht geschafft, aus meinem eigenen Kreis herauszufinden.
     Ich höre im Flur jemanden mit schnellen Schritten auf das Zimmer zulaufen. Die Tür öffnet sich und Frau Hofbauer kommt vorsichtig auf Zehenspitzen ins Zimmer, um mich nicht zu wecken. Ich drehe meinen Kopf zur Wand, um sie nicht anzusehen. Aber ich kann mir ihr Gesicht vorstellen. Meine liebe Frau Hofbauer, immer mit einem warmen Blick und unstillbarer Lebenslust, betritt den Raum wie immer verspätet für den morgendlichen Schlaf. Ich sage nichts. Ich möchte nicht, dass sie meine geröteten Augen sieht. Es würde doch nichts nützen.
     Ich erwarte sowieso keine Hilfe von meinen Leuten. Sie alle wissen nichts von der lauernden Gefahr, die immer näher kommt. Sie alle haben keine Ahnung von dem Feind, der uns vom Angesicht der Erde zu wischen droht. Ein Krieg hat begonnen, aber sie merken davon nichts. Eingenommen vom Leben in der zwielichtigen Realität gleiten sie alle durch die Zeit, unwissend und unfähig, ihren wahren Zustand wahrzunehmen. Und da ich Bescheid weiß, fühle ich mich mehr und mehr in Lüge und Heuchelei verstrickt. Die Tatsache, dass ich, obwohl ich die Wahrheit kenne, die Lüge nachdrücklich und laut unterstützen muss, als wäre sie die einzige Wahrheit, ist ein echtes Martyrium für mich geworden.
     Und er, der Feind, spielt Gott. Er ist so böse und schlimm, dass ich fürchte, niemand wird am Ende überleben. Das Unwissen der Opfer seiner katastrophalen Pläne ist die Beute, die seine grausame, bestialische Macht nährt und unkontrolliert wachsen lässt. Es ist zum verzweifeln, dass ich das Geheimnis nicht allen offenbarte, als Franz es mir anvertraute. Wenn ich es ihnen gesagt hätte, hätten sie mir vielleicht geglaubt und ich hätte jetzt ein paar Verbündete. Doch ich habe es nicht getan und jetzt bin ich ganz allein. Wie konnte ich nur glauben, dass ich ohne Hilfe so eine schreckliche Aufgabe lösen könnte? Ich bin so unglaublich naiv!
     Franz hatte mir versichert, dass alles sich ändern würde, nachdem das Buch von hier entfernt worden war. Ich fürchte, er hat den Feind damals unterschätzt. Er dachte, dass dieser Schritt ausreichte, um ihn aufzuhalten. Die Größe der Bosheit und der Raffiniertheit, die sich in der Seele unseres Unterdrückers versteckt, war ihm nie bewusst, sonst hätte er die Zeit nicht verstreichen lassen ohne einzugreifen, ohne zu versuchen ihn zu beseitigen. Denn Franz wusste, wie er ihn aufhalten konnte. Er wusste, wie ich dieses ungerechte Verschwinden meiner Leute verhindern könnte. Ich habe oft gehört wie er drohte, den bösen Plänen des Feindes ein Ende zu setzen, aber er fand nie den Mut, ihn zu verletzen. Vielleicht glaubte er in seinem tiefsten Inneren, dass sich die Dinge im Laufe der Zeit ändern würden. Unser Unterdrücker würde wieder zu sich kommen, seine Seele würde heilen. Leider hat sich alles nur zum Schlimmsten verändert und ich habe die Befürchtung, dass mir die schwierige Aufgabe zugefallen ist etwas zu unternehmen.
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