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Abseits der Zeit
Verfasser: Anna Musewald (3)
Verlag: Inkpot (1)
VÖ: 13. Februar 2021
Genre: Fantasy (13545) und Romantische Literatur (23849)
Seiten: 594 (Taschenbuch-Version), 352 (Kindle-Version)
Themen: Bayern (402), Geheimnisse (4678), Neuschwanstein (9), Schlösser (390)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Auf dem bayerischen Schloss Neuschwanstein lebt die junge Küchenhilfe Emma ein arbeitsreiches, von strengen Regeln bestimmtes Leben. Ein Tag scheint wie der andere. Harte Strafen drohen denjenigen, die sich den Regeln widersetzen. Doch Emma hat ein schreckliches Geheimnis.

Dann kam Paul, der eine unglaubliche Wahrheit offenbarte.

Können sie zusammen den Bann brechen?
Können sie alleine über ihr eigenes Schicksal entscheiden? Oder werden sie für immer Gefangene der Zeit bleiben?
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Anna Musewald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Anna Musewald gibt es bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Es ist nicht richtig, so zu sprechen, mein Kind, das ist Blasphemie. Sag ihm doch Emma, erzähl ihm, was in deinen Büchern über Hoffnung und Glauben steht“, sagte Frau Hofbauer, die sich nun davor fürchtete, das zu hören, was sie aus Bastian hatte herauslocken wollen.
     Er achtete nicht auf ihre Worte und fuhr mit gebrochener Stimme fort:
     „Ich erinnere mich, dass ich mit meiner Mutter in einer feuchten, dunklen Hütte lebte, die uns ihr Arbeitgeber aus Mitleid gegeben hatte, als ich noch ein Kind war. Zu dieser Zeit war trotz unserer Armut alles anders, leichter und sorgloser. Mich störte weder die Abwesenheit meines unbekannten Vaters noch die meiner Mutter, die den ganzen Tag arbeiten war und die Kleider der Damen des Hauses wusch.
     Mit einer alten Draisine, die ich im Stall des Arbeitgebers meiner Mutter versteckt in einer Ecke entdeckt hatte und deren hölzernes Gestell von Feuchtigkeit und Alter aufgequollen war, raste ich jeden Tag den Hügel hinab, der vor unserer Hütte begann. Ich hatte keine Angst mir weh zu tun; mein Leben zu verlieren war damals kein Schrecken für mich. Ich denke, so sind alle Kinder, furchtlos.“
     „Armer Junge“, sagte Hofbauer leise, um ihn nicht zu unterbrechen.
     Bastian schien sie nicht gehört zu haben.
     „Umso älter ich wurde, desto mehr Zeit verbrachte ich auf den schlammigen Straßen des Dorfes statt in der stickigen Hütte, und genoss das, was ich damals Freiheit nannte. Eine Freiheit, die mich oft in dunkle und gefährliche Straßen geführt hat. Die Angst habe ich erst später getroffen, als ich Elsa kennenlernte, einen Engel, der sich auf die Erde verirrt hatte. Ein Engel, der seine Hände ausstreckte und mich aus dem Schatten und der Dunkelheit herauszog. Diesen Engel ließ ich nicht gehen. Ich habe Elsa geheiratet. Zum ersten Mal hatte ich einen Job, in einer der neuen Papierfabriken der Umgebung. Ich hatte ein richtiges Zuhause und nach neun Monaten mein eigenes Kind.“
     Er machte eine kurze Pause. Seine Augen waren geschlossen, seine Hände zitterten.
     „Mein Versuch, durch die himmlischen Augen meiner Frau wiedergeboren zu werden, endete in Flammen. Alles, was schlecht laufen konnte, wurde noch schlimmer.“
     Seine Stimme wurde rau. Frau Hofbauer füllte ein Glas Wasser und stellte es vor ihn auf den Tisch.
     „Trink etwas und atme kurz durch“, riet sie ihm.
     Er trank das Wasser und erzählte dann weiter.
     „Als meine Tochter sechs war, in der Nacht vor Heiligabend, hatte ich einen Traum, voller Dunkelheit und Tod. Ich war erschrocken aufgewacht und sah erleichtert meine beiden Lieben, die friedlich mit mir im Raum schliefen. Die schlechten Gedanken flogen davon wie der schwarze Rauch, der durch die kühle Brise aufgelöst wird. Es war nur ein schlechter Traum, dachte ich. Die dunklen Gedanken waren verschwunden, aber das Böse blieb im Haus verborgen und versteckte sich nur für einen weiteren Tag.
     In der nächsten Nacht, an Heiligabend, begann es seine verheerende Arbeit. Es war bereits dunkel, als ich mit den Händen voller Geschenke nach Hause lief. Ich ging schnell die schlammige, halbdunkle Straße entlang, um meine Tochter noch zu sehen bevor sie einschlief, als mir auffiel, dass etwas nicht stimmte. Auf halbem Weg begann ein eisiger Nachtwind zu rasen und die Menschen rannten in ihre Häuser, um die Fenster zu schließen und die Türen zu verriegeln.
     Ich hob den Kopf und spähte unruhig zum Ende der Straße, wo mein Zuhause war. Die Farbe des Himmels, der einen seltsamen violetten Schimmer hatte, als ob er einen Mantel aus roten Wolken trug, erschütterte meine Seele. Der Staub, den der Wind aufwirbelte, hinderte mich am Sehen und füllte meine Augen mit Tränen.
     Als ich zuhause ankam, war es bereits zu spät. Ein Feuer und die Heftigkeit des Windes hatten das halbe Haus in Schutt und Asche gelegt. Glühende Funken stoben aus den Brandresten und flogen zusammen mit grauen Aschestücken durch die nächtliche Luft. Das Zischen der Hölzer, die noch brannten, hörte sich in meinen Ohren an wie schreiende verwundete Tiere. Ohne Zeit zu verlieren, stürzte ich mich in die Hölle des brennenden Hauses und fand die brennenden Körper meiner Liebsten in den verzehrenden Flammen. Ich versuchte sie herauszuziehen aber es war zu spät. Ich wünschte mir aus tiefster Seele, dass Gott mit ihnen barmherzig gewesen war. Ich betete, dass Er ihre Engelseelen schnell vom Martyrium des Feuers erlöst hatte. Dass sie gestorben waren, bevor sie verbrannten. Ich wollte dort bei ihnen bleiben, mit ihnen gehen, aber irgendwann, kurz bevor ich meine Sinne verlor, spürte ich, wie zwei Hände meine Schultern packten und mich wie einen schlaffen Sack über die Brandreste meines Lebens zerrten.
     In dieser Nacht verglühten meine Träume von einem glücklichen Leben in den teuflischen Flammen, die mir die beiden Engel meines Lebens nahmen. Es fühlte sich an, als wäre auch ich in diesem schrecklichen Feuer gestorben, das sich wahrscheinlich vom Holzofen in der Küche ausgebreitet hatte.
     Mein Gehirn weigerte sich tagelang zu akzeptieren, was meine Augen beobachtet hatten. Die Verzweiflung fing an meine Seele zu fressen, Stück für Stück, wie der Holzwurm das Holz. Die Erinnerung an diesen Samstag verbrannte meine Haut. Das Bild der verkohlten, sich umarmenden Leichen quälte mich Tag und Nacht. Ich verlor erst meinen Job und später auch meine eigene Würde. Ich wollte die ganze Welt und mich selbst verbrennen, aber damals war ich noch zu jung und zu schwach für so ein großes Übel. Ich musste mich auf das Böse beschränken, das für mich passte.“
     Bastian hielt eine Weile inne und schluckte trocken.
     „Es tut mir so leid, mein Kind“, sagte Frau Hofbauer mit Tränen in den Augen, als könnte sie keine tröstenden Worte finden.
     Ohne es zu wollen, fiel mein Blick auf seine verbrannte Hand. In diesem Feuer ist es wohl passiert, bei dem Versuch, seine Frau und seine Tochter zu retten, dachte ich, aber ich fragte nicht nach.
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