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Abseits der Zeit
Verfasser: Anna Musewald (3)
Verlag: Inkpot (2)
VÖ: 13. Februar 2021
Genre: Fantasy (13576) und Romantische Literatur (23894)
Seiten: 594 (Taschenbuch-Version), 343 (Kindle-Version), 352 (Kindle-Version Nr. 2)
Themen: Bayern (402), Geheimnisse (4682), Neuschwanstein (9), Schlösser (390)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Auf dem bayerischen Schloss Neuschwanstein lebt die junge Küchenhilfe Emma ein arbeitsreiches, von strengen Regeln bestimmtes Leben. Ein Tag scheint wie der andere. Harte Strafen drohen denjenigen, die sich den Regeln widersetzen. Doch Emma hat ein schreckliches Geheimnis.

Dann kam Paul, der eine unglaubliche Wahrheit offenbarte.

Können sie zusammen den Bann brechen?
Können sie alleine über ihr eigenes Schicksal entscheiden? Oder werden sie für immer Gefangene der Zeit bleiben?
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Anna Musewald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Anna Musewald gibt es bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Ich werde Ihnen sauberes Wasser holen, um die Wunden zu waschen, Frau Hofbauer“, sagte ich und warf einen ihr einen hastigen Blick zu. In diesem Moment öffnete meine Mitbewohnerin die Kiste mit ihren berühmten Wundersalben, die schon manches Mal vielen von uns bei kleineren Unfällen in der Küche geholfen hatten. Mir wurde klar, dass sie Bastian trotz ihres Unmuts helfen würde.
     „Um Himmels willen, mach doch jetzt bloß nicht die barmherzige Schwester. Es ist alles deine Schuld, dass ich so aussehe“, warf mir Bastian zu und lächelte mich dann müde an.
     Ich sah ihn zweifelnd an, ich konnte nicht verstehen, was er meinte.
     „Ich habe ihnen nicht das gegeben, was sie wollten. Das ist meine Belohnung.“
     „Der silberne Kerzenständer“, sagte ich und versuchte zu verstehen, wie es ihm gelungen war, mit Menschen außerhalb des Schlosses in Kontakt zu treten. Ich fragte mich, wie er die Wachen ausgetrickst hatte, um auszubrechen. Wo war er gewesen? Was hatte er da draußen gemacht?
     Bastian nickte, sagte aber keinen Ton, solange Frau Hofbauer ihre Salben auf die Kratzer an seinen Beinen und in seinem Gesicht verteilte. Gelegentlich hob er seinen Blick zu meiner Mitbewohnerin, sah sie mit versöhnlichen Blicken an und lächelte schwach.
     „Verzeihen Sie meinen ungebetenen Eintritt in Ihre Kammer, Frau Hofbauer“, sagte er und verzog das Gesicht zu einer schmerzhaften Grimasse, die die Lücken zwischen seinen gelblichen Zähne zeigte.
     „Es gibt nichts zu verzeihen“, antwortete sie seufzend. „Es reicht, wenn Ihre Anwesenheit hier unter uns bleibt und niemand davon erfährt. Nicht so sehr für mich wie für meine Emma.“
     „Ich gebe Ihnen mein Wort. Ich werde dafür sorgen, dass Sie nicht wieder von mir hören werden.“
     „Jetzt übertreiben Sie. Wie alle in Ihrem Alter“, antwortete Frau Hofbauer mürrisch.
     Nachdem sie mit Bastians Pflege fertig war, sammelte sie die Gläschen mit ihren Salben ein und kehrte zu unserer Kommode zurück, um sie dort aufzubewahren. Ich nutzte den Moment, in dem sie uns den Rücken gekehrt hatte, um Bastian zuzuflüstern: „Ich möchte auch hinausgehen. Ich möchte sehen, wie es ist.“
     Er sah mich mit großen Augen an. In ihnen sah ich Ironie, aber auch Angst.
     „Warst du jemals dort draußen?“
     Ich schüttelte verneinend den Kopf und fügte noch schnell hinzu, bevor Frau Hofbauer zu ihrem Platz am Tisch zurückkehrte: „Ich habe es aber vor. Ich bin mir sicher, eines Tages werde ich es schaffen.“
     „Ich würde es dir nicht empfehlen. Die Welt da draußen hat sich verändert, es ist nichts mehr wie früher. Sehr schnell hat sich alles gewandelt. Manchmal denke ich, dass diese Veränderung an einem Tag stattfand, als ob ich nachts in einer Zeit eingeschlafen und in einer komplett anderen aufgewacht wäre.“
     Ich verstand nicht, was er damit meinte, aber seine Worte ließen meine Wut verfliegen.
     „Ich bin nie aus dem Schloss gekommen“, seufzte ich und erkannte, dass Frau Hofbauer unserer Diskussion mit besonderem Interesse folgte.
     „Wo wurdest du geboren? Wo wohnt deine Familie?“, fragte Bastian mit hochgezogenen, fragenden Augenbrauen.
     „Ich habe keine Familie“, antwortete ich und hoffte, dass meine abrupte Antwort ihn von weiteren Fragen abhalten würde.
     „Alle Menschen haben eine Familie. Vielleicht hast du sie nie kennengelernt, aber sie ist irgendwo da draußen.“
     „Ich habe keine“, beharrte ich unwillig.
     Meine Mitbewohnerin war indessen zu ihrem Platz zurückgekehrt und war scheinbar entschlossen das Thema unserer Diskussion zu wechseln, offensichtlich hatte sie meine Anspannung gespürt.
     „Wo arbeitest du?“, fragte sie ihn mit einem minimalen Hauch Interesse.
     „Ich war einmal im Dienst des Architekten Erich Gabelsberger. Heute habe ich meine eigenen Aktivitäten entwickelt“, sagte er lächelnd.
     Frau Hofbauer warf ihm einen strengen Blick zu, der zeigte, dass sie seinen Humor überhaupt nicht schätzte.
     „Neulich habe ich gehört, dass Leute für das Kerzengießen gebraucht werden. Jemand, der mit Frau Eva arbeitet, die für die Waren verantwortlich ist, die ins Schloss geliefert werden, zum Beispiel für den Einkauf des Paraffins, für die zu bestellende Menge und so weiter. Oder jemand, der das Material empfängt, wenn sie es in das Schloss bringen, solche Jobs, denke ich. Ich kenne den Aufseher, ich werde mit ihm über Sie sprechen“, sagte sie zu ihm.
     Der Ton ihrer Stimme war eher befehlend als fragend.
     „Hmmm, Kerzen, Feuer, genau das Richtige für meinen Fall“, murmelte Bastian. „Seit einem bestimmten Punkt meines Lebens fühle ich mich immer mit dem teuflischen Rot des Feuers verbunden“, fuhr er sarkastisch und rätselhaft fort.
     Frau Hofbauer hob neugierig die Augenbrauen und ihre Stirn war voller Falten.
     „Ein schlechter Kommentar, aber eine interessante Offenbarung, wenn sie wahr ist“, sagte sie zu ihm. „Ich würde sehr gerne wissen, was Sie meinen, Herr Schwarz.“
     Ich sah Bastian an. Sein Gesicht hatte einen machiavellistischen Ausdruck angenommen.
     „Es gibt Dinge, die besser in der Vergangenheit begraben bleiben sollten“, flüsterte er.
     Ein flüchtiger Schatten von Schmerz flatterte in seinem Blick. Es war Verzweiflung, die ich in ihm spürte, und obwohl ich nicht wusste warum, wollte ich unbedingt wissen, was ihm widerfahren war. Vielleicht, weil ich niemanden kannte, der so war wie er. Vielleicht war die Geschichte seines Lebens genauso besonders, genauso einzigartig wie er selbst.
     „Was ist mit Ihnen passiert“, beharrte meine Mitbewohnerin.
     Bastian zuckte mit den Schultern und nach einem langen Moment des Schweigens hob er den Blick und sah sie resigniert an.
     „Es ist das passiert, was mit all denen passiert, deren Träume auf den Felsen zerschellen und die ihre Hoffnung verloren haben. Über mir schwebt seitdem eine schwere, finstere Wolke. Es ist wie ein Geruch von Unglück, der aus den Körpern meiner Geliebten strömt.“
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