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Iosua - Ein Leben im Schatten
Verfasser: Annemarie Bruhns (1)
Verlag: Eigenverlag (20225) und epubli (1625)
VÖ: 17. Januar 2021
Genre: Gegenwartsliteratur (3333)
Seiten: 159 (Gebundene Version), 224 (Taschenbuch-Version), 181 (Taschenbuch-Version Nr. 2), 149 (Kindle-Version)
Themen: Anziehungskraft (680), Begegnungen (3144), Berlin (1233), Diebe (498), Doppelleben (178), Migration (44)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Was bist du bereit für ein Leben in Freiheit zu riskieren?

Joshua ist ein Krimineller mit Migrationshintergrund. Jedenfalls ist das der Stempel, der ihm aufgedrückt wird. Er selbst hat sich nichts davon ausgesucht. In Berlin geboren und aufgewachsen, versucht er seinen Namen Iosua ebenso wie seine rumänische Herkunft zu verdrängen. Aber sein Vater ist der brutale Kopf einer Diebesbande und Joshua steckt tief in einem Strudel von Unterdrückung und Gewalt. Als Taschendieb trifft er auf Isabelle. Wie ein Hoffnungsschein dringt sie in seine Welt voller Dunkelheit. Er kann ihrer Anziehung nicht widerstehen und erfährt zum ersten Mal Momente des Glücks. Doch sein Doppelleben ist gefährlich und ein erbitterter Kampf für seine Freiheit beginnt.

Ein sozialkritischer Roman mit einer fesselnden und berührenden Geschichte, die den Leser in Berlins Schattenwelt entführt.
Lesermeinungen (5)     Leseprobe     Blogger (3)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Annemarie Bruhns für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Annemarie Bruhns gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Stumm gingen sie durch den stillen Abend. Die ersten von den Buchen gefallenen Blätter bildeten einen rötlich schimmernden, feuchten Teppich, der ihre Schritte dämpfte. Der Lärm der Großstadt erreichte sie hier nicht. Gemeinsam waren sie in ihrer eigenen kleinen Welt unterwegs, als Joshua plötzlich von einer unerklärlichen Angst ergriffen wurde. Er spürte eine Präsenz, die nicht hierher gehörte. Die nur hier war, um zu zerstören, was er gerade hatte. Es war zu spät, die Flucht zu ergreifen, er würde es nicht schaffen, Isabelle in Sicherheit zu bringen.
     „Es tut mir leid“, wisperte er und zog Isabelle an sich, um sich einen letzten innigen Kuss zu stehlen. Nebenbei glitt seine freie Hand in die Jackentasche. Er wählte ohne viel Hoffnung den Notruf.
     Einen Moment später wurde er weggerissen. Er spürte ihre Hände auf seinen Schultern und löste sich möglichst sanft von Isabelle. Für mehr als ein letztes entschuldigendes Lächeln war keine Zeit.
     „Lauf!“, flüsterte er ihr zu.
     Er schenkte den Angreifern, die ihn umzingelten, keine Beachtung, sondern hatte nur Augen für Isabelle. Sie kam seiner Bitte nicht nach. Sie stieß einen kurzen Panikschrei aus. Sie wollte nicht flüchten, sondern zu Joshua rennen, aber ihre Beine gehorchten ihr nicht.
     „Wen haben wir denn da?“, mischte sich eine ihm wohlbekannte Stimme ein.
     Pepe trat hinter Isabelle aus dem Schatten. Nur seine Augen waren für Joshua sichtbar. Den Rest des Gesichtes verbarg er hinter einer tief heruntergezogenen Kapuze, und ein Schlauchschal verdeckte Nase und Mund. Die Maskerade des Anführers und seiner Komplizen beruhigte Joshua. Für ihn mussten sie ihre Identität nicht verschleiern, aber es sicherte Isabelles Überleben. Sollte sein Notruf nicht erfolgreich sein, gäbe es trotzdem Hoffnung für sie. Eigentlich war sie nicht in Gefahr. Isabelle Gewalt anzutun, war zu riskant. Sein Tod würde höchstens in einer kleinen Anzeige im Lokalblatt erwähnt werden. Aber wenn eine einheimische Studentin mitten in der Stadt angegriffen wurde, würde die Polizei ermitteln und Fragen stellen. Joshua wusste, dass sie hier waren, um ihn zum Schweigen zu bringen. Für eine kurze Zeit hatte er gedacht, es wäre vorbei. Er hatte sich erlaubt zu hoffen, dass er den Ausstieg geschafft hatte. Aber jetzt rissen sie ihn brutal in die Realität zurück. Die Chance auf einen endgültigen Ausweg war verschwindend gering gewesen. Deswegen akzeptierte er sein Scheitern. Er bedauerte nur, dass Isabelle - Bella - es mit ansehen musste. Sie war das Licht in seinem Leben gewesen. Auch wenn es nur für wenige Monate die Dunkelheit, die ihn umgab, erhellt hatte, bereute er nichts. Bella - Wunderschöne - der Kosename konnte nicht im Mindesten ausdrücken, was sie für ihn bedeutete. Aber mehr hatte er nicht zu bieten gehabt. Er hatte nur der unscheinbare, dunkle Schatten an ihrer Seite sein wollen. Und jetzt hielt Pepe sie in einer eisernen Umarmung. Wie eine Schraubzwinge umschlossen seine Hände ihre Unterarme. Blass, zart und zerbrechlich wirkte sie in seinem stählernen Griff, aber umso verzweifelter kämpfte sie, sich daraus zu befreien.
     Die drei Angreifer umkreisten Joshua. Sie bewegten sich langsam und ohne Hast. Mit wildem Blick kosteten sie die Vorfreude aus. Die Verzögerung sollte ihn zermürben. Aber Joshua ignorierte sie stoisch und versuchte Isabelles Blick einzufangen. Er wollte ihr signalisieren, dass sie sich nicht wehren sollte. Sie sollte die Augen schließen und sämtliche Sinne abschalten. In sich selbst flüchten, damit die Szene, die sich gleich abspielen würde, sie nicht ewig verfolgte. Aber Joshuas Schonfrist endete, bevor er zu Isabelle durchdringen konnte. Sie attackierten ihn in absurdem Einklang. Er gab sich keine Mühe, ihren Schlägen auszuweichen und ging unweigerlich zu Boden. Wozu sollte er das Unausweichliche hinauszögern? Er wollte ein schnelles Ende. Vor allem für Isabelle. Er hörte ihre Schreie und spürte ihre Verzweiflung. Ihr nicht helfen zu können, war schlimmer als die körperlichen Schmerzen, die er erlitt.
     „Hände hoch, Polizei!“
     Joshua wusste nicht, ob seine Sinne ihn täuschten oder sein Notruf wirklich erfolgreich gewesen war, da hörte er erneut die Stimme des Polizisten.
     „Hände hoch!“
     Die Angreifer ließen von Joshua ab und fokussierten den Eindringling. Joshua regte sich nicht. Er erlaubte sich noch keine Freude. Es war eine willkommene Unterbrechung, und er nutzte sie, um seine Kräfte zu sammeln. Aber er hörte nur die Stimme eines Beamten. Keine Sirenen. Keine Kavallerie. Das war zu wenig. Ein Polizist allein würde nichts gegen die Angreifer ausrichten können. Pepe würde den Sieg nicht so einfach hergeben.
     „Ich würde eher sagen, dass Sie Ihre Hände hochnehmen“, antwortete Pepe eisig und bestätigte Joshuas Vermutung. „Waffe fallen lassen und mit dem Fuß rüberschieben!“
     Einer der Angreifer verließ seinen Posten und folgte einer Anweisung Pepes. Joshua war nur noch von zwei Aufpassern umstellt. Flüchtig überlegte er, ob ein Gegenangriff Erfolg bringen könnte. Es war verlockend und er wollte dem Polizisten helfen. Er wollte ihm eine Möglichkeit geben, das Ungleichgewicht ein wenig umzuverteilen, aber er war zu schwach. Wieder hörte Joshua Schritte und wurde im nächsten Moment grob hochgerissen. Schwankend kam er auf die Beine und fühlte, dass ihm ein Gegenstand in die Hand gepresst wurde.
     „Erschieß ihn!“, raunte Yasin Joshua zu. Joshua brauchte die markante Narbe auf dem Gesicht des Hünen nicht zu sehen, um zu wissen, wer ihm den Befehl gegeben hatte. Er konnte die perverse Freude spüren, die sein Peiniger dabei empfand, ihn in diese ausweglose Lage zu bringen. Diese Wendung hatte Joshua nicht vorhergesehen, als er den Notruf wählte. Sie würden ihn zum Mörder machen. Er blinzelte schwach und versuchte, die Lage zu analysieren. Der Polizist stand schutzlos vor ihm. Er widerstand dem Drang, zu Isabelle zu blicken. Er wollte nicht das Entsetzen in ihren Augen sehen.
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