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Eis geleckt
Verfasser: Thorsten Dörp (3)
Verlag: Eulenspiegel (4)
VÖ: 12. März 2019
Genre: Humoristisches Buch (1361)
Seiten: 224 (Taschenbuch-Version), 222 (Kindle-Version)
Themen: Dienst- bzw. Geschäftsreisen (24), Eis (142), Road Trip (153), Suche (1202)
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Erklärung der Bewertungssysteme
»Vanille, Schoko und Erdbeere sind tot.«
Behauptet Elmo Jürgens, Telefonverkäufer der Eispulverfirma Gerber&Sohn. Ebenso, dass sein Onkel Günter in seiner Eisdiele Geschmacksrichtungen kreiert, mit denen er Jahr für Jahr Preise gewinnt.
Kurzerhand schickt Chef Gerber Elmo auf Dienstreise. Das Ziel: Bahnbrechende Rezepturen. Der Haken: Die Nichte Britta im Schlepptau. Und so bleiben ihm sechs Tage, um seinen Job zu retten … fünf … ähm, vier. Wie auch immer: der Countdown läuft.

Ein Roman über die Suche nach der perfekten Eiskugel! In einem Opel Astra. Quer durch die Republik.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Thorsten Dörp für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Thorsten Dörp gibt es auf seiner Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Heute.


Mit zittrigen Fingern entfaltete Elmo einen Zettel, den er hinter dem Gummibund seiner Schlafanzughose hervorzog, stützte sich mit seiner linken Hand auf die Rückenlehne des Stuhls und starrte die sichtlich überraschte Britta Henschel mit seinem aufdringlichsten Grinsen an. Ein kurzes Räuspern seinerseits, ein leises Schlucken ihrerseits, dann begann er rhythmisch mit dem Fuß zu wippen und zählte.
     »Won, tu, swie, for! Freude schöner Götterfunke ...« Er las eher, als dass er sang, denn Singen war eigentlich nicht so sein Ding – und alles und jeder in diesem morgendlichen Raum versank in peinlich berührter Stille. Selbst das Surren der Kaffeemaschine verstummte von einer auf die andere Sekunde.
     »Falsche Tonlage«, unterbrach Elmo abrupt, räusperte sich, lächelte unschuldig und ruckelte an seinem Adamsapfel. Kaum drei Armlängen von ihm entfernt stand das entsetzte Opfer: vierzig Augen, die noch eben an Elmo Jürgens gehaftet hatten, zogen neugierig zur gestalkten Henschel hinüber. Galt Britta Henschel bislang durch sämtliche Abteilungen als Inbegriff gelebter Souveränität, erinnerte ihre momentane Körperhaltung bestenfalls an Leichenstarre. Das staunende Publikum sah sie zum allerersten Mal erröten. »Ach, Gott«, hörte man hier, »die Arme«, vernahm man dort. Elmo deutete ihre Hitzewallungen als gutes Zeichen und stimmte für einen erneuten Anlauf an.
     »Mimimimi...«
     Bevor seine Stimmbänder ein weiteres Mal zum Rundumschlag ausholen konnten, legte sich ein kühler Schatten über Elmo Jürgens und verdunkelte seine kleine Bühne. In kurzen Intervallen tippte jemand auf das Gehäuse der Taucherbrille. Elmo verstummte Knall auf Fall und vollführte mit seinem Hals eine gewagte Drehung. Angestrengt starrte er ins grelle Deckenlicht und erspähte eine dunkle, mächtige Kontur, die sich über ihn beugte.
     »Guten Morgen, Herr Jürgen«, sprach der eispulvergemästete Schatten mit Baritonstimme, »wenn Sie so freundlich wären und nach Ihrer Pause zu mir ins Büro kommen würden ...«
     Herr Gerber.
     Leibhaftig.
     Die Belegschaft erstarrte. Wer jetzt noch kaute, erntete böse Blicke. Es lag auf den Tag genau zwei Jahre zurück, dass Gerber das letzte Mal einen Fuß in die Kantine gesetzt hatte. Es war ein unangenehmer Besuch mitten aus dem Nichts gewesen, der einen Beigeschmack hinterließ, aus dem sich kein Eis machen ließ. Seinem damaligen Auftritt folgten dicke Tränen und eine Lawine betriebsbedingter Kündigungen: »Sie, Sie und Sie – bitte kommen Sie nach Ihrer Pause mal zu mir ins Büro
     Elmo verschluckte den Text samt Zettel und griff sich wie unter Strom an den schwitzenden Kopf. In einer hektischen Bewegung riss er sich die Taucherbrille herab, wobei der Gummiriemen einen leuchtenden Streifen auf die Wange zeichnete und sich hinter seinem Ohr verhedderte. Sein sorgsam gekämmter Kopf verwandelte sich in Handumdrehen zu einem zerpflückten Vogelnest.
     »In Ihr Büro kommen?«, stammelte er mit trockenen Lippen. Gerber nickte und strich sich einen Fussel vom Anzugärmel. Ohne ein Wort zu verlieren schickte er ein kaufmännisches Lächeln durch die Reihen, rückte den ohnehin schon perfekt sitzenden Windsorknoten seiner Krawatte nochmals in Position und vollführte eine gekonnte Pirouette auf dem harten Bodenbelag. Mit starren Augen verfolgte die Meute seinen Rücken, bis er von einer Eckwand verschluckt wurde und nur noch das leiser werdende Klacken von Ledersohlen aus dem Flur zu vernehmen war. Stille kehrte ein. Arktische Stille. Weltraumstille. Mit dem Ärmel wischte Elmo einen salzigen See aus dem Gesicht und formte seine Finger zu einem Kamm, mit dem er in Windeseile seine Haarpracht wieder in Normallage zu bringen versuchte. Er blähte die Backen auf, öffnete den obersten Knopf seines Pyjamas und merkte nicht, dass die Stille im Raum ihm galt. Erst ein eindringliches Räuspern, das keine drei Schritte von ihm entfernt einzuordnen war, gab ihm zu verstehen, dass außerhalb seiner Körperhülle noch Leben herrschte. Millimeter für Millimeter hob er seine Stirn und erkannte zuerst die Fassungslosigkeit seiner Kolleginnen und Kollegen, dann Britta Henschel.
     »Sagen Sie mal, Jürgen – geht’s noch?«, fauchte sie.
     Elmos Blick verhedderte sich im Puterrot ihrer Wangen, das einen interessanten Kontrast zum beigefarbenen Kostüm der Marketinggöttin ergab.
     »Jürgen-sss«, korrigierte er.
     Britta Henschel wirkte aufgeregt. Ein Aufgeregt, das mit Entzücken nicht viel gemeinsam hatte. Unentschlossen guckte er auf die vor ihm stehenden Teller und stellte fest, dass eines der Leberwurstbrötchen wie ein vollgesogener Tee-Schwamm aussah.
     »Nee, geht leider nicht mehr«, sagte er unschuldig.
     »Sie haben es ja selbst gehört, ich soll gleich zum Chef hoch. Doch wie wär’s mit Montag?«
     Ohne auf seine Frage zu reagieren, entfernte sich Britta Henschel.
     »Dienstag?«, rief Elmo ihr hinterher.
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