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Eis geleckt
Verfasser: Thorsten Dörp (3)
Verlag: Eulenspiegel (4)
VÖ: 12. März 2019
Genre: Humoristisches Buch (1361)
Seiten: 224 (Taschenbuch-Version), 222 (Kindle-Version)
Themen: Dienst- bzw. Geschäftsreisen (24), Eis (142), Road Trip (152), Suche (1204)
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Erklärung der Bewertungssysteme
»Vanille, Schoko und Erdbeere sind tot.«
Behauptet Elmo Jürgens, Telefonverkäufer der Eispulverfirma Gerber&Sohn. Ebenso, dass sein Onkel Günter in seiner Eisdiele Geschmacksrichtungen kreiert, mit denen er Jahr für Jahr Preise gewinnt.
Kurzerhand schickt Chef Gerber Elmo auf Dienstreise. Das Ziel: Bahnbrechende Rezepturen. Der Haken: Die Nichte Britta im Schlepptau. Und so bleiben ihm sechs Tage, um seinen Job zu retten … fünf … ähm, vier. Wie auch immer: der Countdown läuft.

Ein Roman über die Suche nach der perfekten Eiskugel! In einem Opel Astra. Quer durch die Republik.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Thorsten Dörp für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Thorsten Dörp gibt es auf seiner Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

BAD WANNESBÜREN


Am sehr frühen Morgen des 24. März fiel in der kleinen Gemeinde Bad Wannesbüren die mit vielen Preisen ausgezeichnete Legehenne Helga tot um. Einfach so. Keiner wusste warum.

Noch am selben Tag – wenige Stunden später.


Elmo Jürgens saß barfuß und mit Schlafanzughose im Pausenraum der Firma. Auf dem Kopf trug er eine Taucherbrille, die seinen akkurat gezogenen Mittelscheitel in Mitleidenschaft gezogen hatte. Sein Adamsapfel rutschte mit jedem Schlucken unters Kinn, und seine Augen starrten unbeirrt auf den Tisch vor ihm: zwei Teller, zwei Messer, zwei Aufbackbrötchen, etwas Halbfettmargarine und ein Körbchen Portionswurst. Aus einer Tasse dampfte grüner Tee, der drei Minuten zu lang gezogen hatte.
     »Neues Outfit?«, bemerkte Frau Kaffee-Meier, als sie die Kantine betrat. Als sei sein heutiger Auftritt das Normalste der Welt. Wie an jedem Morgen füllte sie den Becherschrank mit Porzellanklappern. Sie ordnete Zucker und Milch und stellte hölzerne Rührstäbchen für die Belegschaft bereit. Elmo schwieg. Erst als eine Fliege surrend sein Sichtfeld kreuzte, hob er den Blick und spähte ihr hinterher, was wiederum seine Aufmerksamkeit zum Fenster lenkte. Und zur Stempeluhr auf dem Flur, wo bereits die üblichen Verdächtigen standen, um gemeinschaftlich das morgendliche 9-Uhr-Stempeln zu zelebrieren: Frau Johannsen, der blütenlose Kaktus aus der Warenannahme, Sachbearbeiter und Mitarbeiter der Monate Januar bis Dezember Herr Melzer, Zahlengöttin Frau Grieß aus der Buchhaltung und Kolle. Über Kolle wusste kaum jemand Genaueres.
     Elmo griff eines der Brötchen und teilte es. Er drapierte die Hälften liebevoll mit Margarine und Leberwurst und arrangierte sie sauber und ordentlich auf dem gegenüberstehenden Frühstücksteller. Ein Bild wie aus einem Hotelprospekt. Beim zweiten verfuhr er ähnlich, puhlte jedoch das Weiche mit dem Zeigefinger aus den Hälften und rollte es in seinen schwitzenden Handflächen zu einer Teigkugel. Die Kuhle spachtelte er mit Margarine und Leberwurst dicht und legte das Werk auf seinen Teller. Fertig. Mit langem Arm pferchte er die Krümel zu einem Häufchen zusammen und ließ es unterm Tisch verschwinden. Nur noch zwei Minuten bis zur Pause. Die Spannung stieg. Gleich würde die Tür aufspringen und der Frühschicht-Mob wie jeden Morgen den Pausenraum stürmen und mit wirrem Gebrabbel füllen. Die Kollegen würden sich in kleinen Grüppchen an den Tischen zusammenfinden, geschmierte Graubrote aus ihren Zellophanpapieren wickeln, schmatzen und schlürfen und alsbald Jürgens an seinem gedeckten Tisch bemerken.
     »Neues Outfit?«, würde mit Wahrscheinlichkeit die verständnisvollste Regung auf sein ungewöhnliches Erscheinungsbild bleiben. Er rechnete vielmehr mit Entsetzen, mit eindeutigen Ballaballa-Gesten, zumindest jedoch mit kollektivem Kopfschütteln. Warum sollte es ihm hier anders ergehen als bei der Hinfahrt am Morgen? Weil sie seine Kollegen waren? Mitnichten, denn Spaß war an diesem Ort bestenfalls ein Wort mit fünf Buchstaben, das es in der Kaffeepause in eines der Zeitungsrätsel einzusetzen galt. Wer bei der Gerber & Sohn angestellt war, hatte grundsätzlich nicht viel zu lachen. Nicht hier, nicht im wirklichen Leben. Gerber & Sohn war ein Unternehmen, das Speiseeispulver herstellte und weder hip, noch hop, noch sonst irgendetwas sein wollte. Man wollte verkaufen. Punkt. Grundsolide, konservativ und staubtrocken wie der Beutelinhalt, den Elmo Jürgens als Telefonverkäufer an den Kunden bringen musste. Der Pausenraum war keine Stätte des Spaßes, sondern ein Ort, an dem Pfirsich-Melba eine abgedrehte Geschmacksrichtung war. Natürlich rechnete er mit wenig bis gar keinem Verständnis. Der lange Zeiger seiner Uhr sprang auf die Zwölf. Angespannt schielte Elmo unter seinen Augenbrauen hindurch und verfolgte die einlaufende Meute. Es brauchte nur wenige Sekunden, bis ihn die ersten argwöhnischen Blicke trafen. Seine Armhärchen stellten sich auf: Vielleicht würde er mit seiner Verkleidung unerwartet für Panik in der Belegschaft sorgen. Eine Option, die er erst jetzt, als bereits leises Tuscheln unter den Kollegen aufkam, in Erwägung zog. Lagen die Gehaltsgespräche doch erst wenige Wochen zurück. Elmo schluckte schwer. Plötzlich tauchte vor seinem geistigen Auge ein schwerbewaffnetes Sondereinsatzkommando auf. Zackige Bewegungen von schwarz gekleideten Vermummten mit Präzisionsgewehren, die sich um das Firmengebäude positionierten. Ein Beamter zischelte das kleine Einmaleins der Psychologie durchs Megafon. Elmos Blick fiel erschrocken auf die Brötchenhälften, die vor ihm warteten, und feine Schweißperlen krochen aus den vor Aufregung geweiteten Gesichtsporen. Das war so nicht beabsichtigt! Er versuchte Ruhe zu bewahren, hektische Bewegungen zu vermeiden. Reihum prüfte er die Gesichter seiner Kollegen, um auszumachen, ob außer ihm noch einer diesen obskuren Amokläufergedanken hegte. Zu seiner Erleichterung konnte er außer ratlosen Gesichtern nichts weiter erkennen. Keiner fing an zu schreien, keiner zückte das Handy, niemand griff zum Kantinentelefon. Stattdessen quietschten Stuhlbeine über das Linoleum, und jeder setzte sich an den Platz, wie er es an jedem anderen Morgen auch tat. Es brauchte einige Minuten, bis das Tuscheln dem üblichen Lärmpegel wich. Elmo pustete grenzenlose Erleichterung in den Raum. Doch kaum hatte er ausgeatmet, senkte sich die Türklinke ein weiteres Mal. Es wurde Ernst! In Nullkommanichts rauschte ihm das Blut wie selbstgebrannter Schnaps in Ohren und Wangen, und sein Gesicht brannte wie nach einer schlechten Rasur. Adrenalin übernahm Drehbuch, Regie und Kamera seiner Motorik, und Elmo rutschte mit versteinertem Gesicht vom Kantinenstuhl, wobei er die Arme in die Luft riss. Sein Zeigefinger verhakte sich im Henkel des Bechers, riss ihn um, und der brühwarme Inhalt verteilte sich über die Tischfläche. Ein dampfender Bach aus Jasmin lief über die Kante und plätscherte zu Boden. In dieser Sekunde zog eine Supernova durch den Raum: Britta Henschel. Die sagenhafte Marketing-Britta. Seine Fünf-nach-neun-Britta. Die Britta, die seinen Tag erhellte, wenn sie morgens durch die Tür zur Kantine schritt. Die Britta, die niemals alleine am Tisch sitzen musste. Die Britta, in deren Anwesenheit sich die Kollegen sonnten. Die Britta, die Brötchen mit Leberwurst aß. Die Britta, die ihm auf die Frage, ob sie denn nicht mal gemeinsam frühstücken wollten, lächelnd geantwortet hatte: »An dem Tag, an dem Sie mit Schlafanzughose und Taucherbrille zur Arbeit kommen und im Pausenraum vor versammelter Mannschaft die Ode an die Freude singen.«
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