Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
45.014 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »COAL-168«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
Monolith
Verfasser: Daniel Cortés (1)
Verlag: Eigenverlag (18763)
VÖ: 10. Februar 2021
Genre: Science Fiction (2631)
Seiten: 400 (Taschenbuch-Version), 502 (Kindle-Version)
Themen: Artefakte (281), Flüchtlinge (182), Gefahr (1343), Monolithen (5), Norwegen (182), Studenten (1061)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats Februar 2021 nominieren
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Leider existiert für »Monolith« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Daniel Cortés für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Die Schreie ihres Onkels wurden lauter. Hektisch suchte sie im Schnee nach etwas, was gegen den Bären helfen würde. Aber sie fand nichts, außer Erste Hilfe-Ausrüstung, Nahrungsmittel und Getränkeflaschen. Panisch suchte sie weiter und schaute schließlich in den Rucksack. Eine Pistole! Sie war im Rucksack stecken geblieben. Die Schreie ihres Onkels verstummten und stattdessen war nur noch ein leises Stöhnen und das laute Röhren des Bären zu vernehmen.
     Sie nahm die schwere Pistole aus dem Rucksack, zielte auf den Bären, wollte den Abzug drücken und fühlte einen Widerstand. Sie hatte vergessen den Revolver zu entsichern.
     Das riesige Tier malträtierte mit seinen Pfoten ihren Onkel und riss ein faustgroßes Fleischstück aus seinem Körper. Als sie das Blut spritzen sah, fühlte sie, wie sie einen Tunnelblick bekam. Ein einziger Gedanke schoss ihr durch den Kopf, wie ein elektrischer Schlag. Sie hatte zu lange gebraucht. Ihr Onkel war bereits tot, sein Körper bewegte sich nur durch die Einwirkung des weißen Biestes noch wie eine leblose Marionette.
     Es konnte nicht real sein. Es durfte nicht real sein. Eben noch waren sie durch ein weißes Traumland gegangen. Und wenige Sekunden später schmolz ihr Blut den unschuldigen Schnee unter ihnen. Sara hatte das Gefühl, irgendein Ereignis verpasst zu haben, welches die friedvolle Wanderung und den Kampf um Leben und Tod sinnvoll verband. Sie war in einem Albtraum gefangen.
     Sie entsicherte die Waffe und drückte den Abzug.
     Der Knall ließ sie fast taub werden und ein gewaltiger Ruck fuhr durch ihren Arm. Die Waffe sprang nach hinten und knallte gegen ihre Stirn. Der Bär heulte auf. Benommen zielte sie erneut und drückte ab. Diesmal war sie auf den Rückstoß vorbereitet.
     Der Bär drehte sich um. Sie schoss noch mal.
     Er bewegte sich auf sie zu. Und noch mal.
     Das Biest gewann an Geschwindigkeit. Seine pure Masse bewegte über die breiten Pfoten das Eis. Sara konnte die Erschütterungen in ihren Beinen spüren. Konnte spüren, wie er näher kam. Konnte ihre Angst spüren. Fight or flight. Sie schloss die Augen und drückte den Abzug, wieder und wieder, bis die Pistole nur noch mit einem leisen Klicken reagierte. Sara wartete.
     Ein Fiepen übertönte alle anderen Geräusche, ausgelöst durch die lauten Schüsse der Pistole in ihren ausgestreckten Händen. Sie öffnete die Augen. Der Bär lag ausgestreckt vor ihr, als hätte er versucht, auf dem Bauch zu ihr zu rutschen, nachdem seine Beine versagt hatten. Sie hörte den rasselnden flachen Atem des Bären und Blut sickerte aus zahlreichen Stellen auf sein zotteliges Fell. Einzig und allein seine Augen bewegten sich noch und sie schauten in alle möglichen Richtungen, als würde er die Szenerie zum ersten Mal wirklich wahrnehmen, beeindruckt von der Schönheit des Lebens. Sie senkte die Waffe und stellte sich neben den Bären. Der Bär war, selbst bis auf das Skelett abgemagert, immer noch ein imposantes und furchteinflößendes Tier.
     Saras Blick wanderte zu dem zerfledderten Körper, der einst ihr gut aussehender, charmanter Onkel gewesen war. War er noch am Leben? Falls nicht, sollte sie dann trotzdem zu ihm gehen? Er rührte sich nicht. Unentschlossen und mutlos stand sie still, erleuchtet im Schein der roten Leuchtkugel, die langsam erlosch. Nach einiger Zeit – es konnten Sekunden oder Stunden gewesen sein – ließ sie die Pistole aus ihrer Hand gleiten und torkelte zu ihrem Onkel.
     Leon schwebte körperlos in einem dunklen Raum. Oder war es ein Universum? Seine körperlichen Schmerzen waren gewichen, doch er spürte, wie ES wieder da war und an seiner Wärme zehrte. Er hörte eine Stimme, die seinen Namen rief. Sie war leise, als würde sie aus einer anderen Realität zu ihm kommen. Eine Realität, die nicht mehr seine war. Doch die helle Stimme ließ nicht nach, sondern rief seinen Namen. Wieder und wieder, ohne Unterlass. Jemand rüttelte an seinen Schultern. Er hatte also doch noch einen Körper? Langsam öffnete er seine Augen.
     »Leon? Leon?«
     Er drehte unendlich langsam den Kopf, und es kostete ihn die letzte Kraft, die er noch hatte. Sara kniete in einer Pfütze aus Blut neben ihm. Seinem Blut.
     Sara nahm seine Hand und drückte sie. »Alles wird wieder in Ordnung, Onkel. Wir sind nicht mehr weit von der Siedlung entfernt. Ich hole schnell Hilfe und dann flicken sie dich wieder zusammen.« Doch an ihren Augen konnte er erkennen, dass er zu verletzt war, dass er es nicht schaffen würde. Plötzlich sprang sie auf und sagte nur: »Das Erste-Hilfe-Paket!«, bevor sie zum Rucksack zurücklief.
     »Nein, Shtiya. Warte!«, bekam er über die Lippen, aber es war zu leise und Sara hörte ihn nicht. Kurz darauf kam Sara wieder und entrollte ein paar Bandagen, bevor sie sie lose über seinen Oberkörper legte. Leon wollte lachen, doch die Schmerzen erlaubten ihm nur ein kleines Grinsen.
     »Du hast nicht besonders gut in den Erste-Hilfe-Kursen aufgepasst, oder?«
     Sara lächelte mit Tränen in den Augen. Ein plötzlicher Schmerz ließ ihn zusammenzucken. Saras Hand fand wieder in seine.
     »Sara... sag Malina, dass ich sie liebe... und... sag Vanessa... sie soll gut auf dich aufpassen. Auf dich und auf Ezekiel...«
     »Nein! Wir sind so nah dran. Du musst nur noch ein bisschen länger durchhalten, Leon. Nur noch ein bisschen länger.«
     Er wollte ihre Hand drücken, um sie zu trösten, aber er fühlte seinen Arm nicht mehr. »Sara... mache dir keine Sorgen um mich. Ich werde dich nicht von oben beobachten«, witzelte er, doch dann wurden seine klaren blaugrauen Augen ernster und er fügte hinzu: »...denn ich glaube nicht an einen Gott. Dennoch weiß ich, dass ein Teil von mir in dir weiterlebt. Das macht mich unheimlich stolz. Und tu mir einen Gefallen. Trauere nicht um mich. Du warst... immer so mutig. Und jetzt möchte ich, dass du stark wirst. Das bedeutet Shtiya nämlich. Du bist meine Kraft, die in dir weiterleben wird. Meine...Kraft...« Seine Augen wurden glasig und er legte seinen Kopf zurück in den Schnee. »Shtiya«, flüsterte er.
Seite: 1 2 3 4 5 6 7
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2021)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz