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TASCHENBUCH
 
Monolith
Verfasser: Daniel Cortés (1)
Verlag: Eigenverlag (18882)
VÖ: 10. Februar 2021
Genre: Science Fiction (2643)
Seiten: 400 (Taschenbuch-Version), 502 (Kindle-Version)
Themen: Artefakte (282), Flüchtlinge (182), Gefahr (1361), Monolithen (5), Norwegen (184), Studenten (1070)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Daniel Cortés für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Das Exemplar verfügt arttypisch über eine breite Schnauze. Die kräftigen Kiefermuskeln weisen wie erwartet auf eine hauptsächlich pflanzliche Ernährung hin. Wie andere Herbivoren braucht das Tier die Muskeln, um die pflanzlichen Zellwände zu zermalmen.«
     Leon spulte das Video ein Stück vor und sah im Schnelldurchlauf, wie das Tier seziert wurde.
     »...Karnivoren haben weit simplere Verdauungstrakte. Er hier hat aber einen ausgebildeten Blinddarm, in dem Mikroorganismen die Zellulose der pflanzlichen Zellen verarbeiten, wie es bei Pflanzenfressern typisch ist, wenn sie keine Wiederkäuer sind. Dieser Blinddarm ist auch bei Menschen noch vorhanden, jedoch nicht mehr funktional.« Der Computer gab einen Signalton. Nazir blickte kurz vom Seziertisch auf und überflog die Ergebnisse auf einem der Bildschirme. Dann schaute er vielsagend in die Kamera. »Die DNA-Analyse bestätigt eine Verwandtschaft zu Podarcis sicula. Allerdings scheint die evolutionäre Entwicklung der Echsen auf Pod Mrcaru sie noch weiter von ihren Artgenossen auf Pod Kopiste entfernt zu haben. Die Tiere sind heller, größer, haben einen längeren Kopf, ausgeprägtere Kiefermuskeln und ein, ihrer Ernährung angepasstes, Verdauungssystem, das sie von den Echsen auf Pod Kopiste unterscheidet. Und das, obwohl die ganze Population der Echsen auf Pod Mrcaru von gerade nur fünf Echsen aus Pod Kospiste abstammt, die 1971 von Wissenschaftlern umgesiedelt wurden, um den Effekt der Evolution zu beobachten und zu dokumentieren. Die Ergebnisse sind in ihrer Eindeutigkeit überwältigend: Diese vier Kilometer Meer haben ausgereicht, um ein weiteres Mischen des Genpools zu verhindern und eine separate Entwicklung zu ermöglichen. Dies kann man als Indikator für zwei, sehr an die Umgebung und Nahrung, angepasste Spezies sehen. Die letzten Zweifel können nach der heutigen Analyse mit Gewissheit beiseitegeschoben werden.«
     Die Monitore gingen aus.
     »Interessant, nicht wahr?«, bemerkte Professor Karl Ziegel neben ihm. Leon folgte ihm wieder nach draußen. »Den Prozess zu verfolgen, durch den Leben sich entwickeln konnte? Eine Gabe, entstanden aus dem Nichts, einem leeren Planeten mit einer Menge Wasser und eine Handvoll organische Moleküle.«
     Leon nahm sich mit den bloßen Fingern eine Wurst vom Grill und legte sie auf seinen Teller. Er zuckte mit den Achseln. Wusste nicht, wie er antworten sollte.
     »Wir haben die Gabe erkannt und genutzt. Von der Tierzucht bis zur Reise zum Mond. Und das in einer Zeitspanne von 16.000 Jahren. Die Menschheit kann stolz auf sich sein.«
     »Vielleicht«, antwortete Leon bedächtig und blickte über das Meer, wo die Sonne vor wenigen Minuten verschwunden war. »Aber macht es letztendlich einen Unterschied?«
     Der Professor sah ihn überrascht von der Seite an. »Was meinst du?«
     »Mag ja sein, dass die Menschheit voranschreitet. Wir besuchen andere Planeten, verbessern die Medizin, leben länger. Und doch...«
     »Warum so betrübt?! Was alles geschehen musste, damit du Augen, Ohren, Gedanken bilden konntest! Du bist das intelligenteste Lebewesen von dem wir wissen. Du solltest dich freuen! Du existierst!«, jubelte Karl.
     Einige Wissenschaftler wurden aus ihren Gesprächen gerissen und warfen ihnen kuriose Seitenblicke zu.
     Leon seufzte. »Existenz fühlt sich aber immer so einsam an. Wir werden einsam geboren, sehen geliebte Menschen sterben und sterben dann selbst einen sinnlosen, einsamen Tod. Sich selbst hat man, solange man lebt. Nicht mehr, nicht weniger. Wie große vulkanische Inseln, die aus dem Pazifischen Ozean herausragen. Das Wasser steigt und wir sehen, wie kleine Inseln verschluckt werden, aber wir können uns der Schönheit dieser Welt nicht entziehen. Wir könnten das Universum erobern, und doch sind wir immer noch eine Geisel der Entropie und werden letztendlich vom Ozean verschlungen.« Er wandte seinen Blick vom Horizont und konfrontierte Karl. »Fühlst du diese Einsamkeit nie? Diese unausweichliche Vernichtung, die am Horizont merklich näher rückt?«
     Wenn Karl kein Unterricht führte, duzten sie sich immer. Jetzt warf er Leon einen bemitleidenden Blick zu. »Nein, nicht wirklich. Du?«
     »Ich erinnere mich, als Kind aus einem Traum aufzuwachen, mitten in der Nacht. Ich lag zwischen meinen Eltern, die tief und fest schliefen und mir wurde zum allerersten Mal klar, wie verlassen wir Menschen waren, auf dieser fliegenden Kugel aus Staub, im freien Flug durch das endlose Universum. Nichts würde jemals von unserer Existenz Notiz nehmen. Dieses Gefühl, dass all unser Streben letztendlich doch sinnlos ist, und wir – und all unsere Errungenschaften – bald in Asche zerfallen. Ich fühlte das tief in meinem Herzen und weinte bitterlich. Meine Eltern wachten auf, aber sie konnten mich nicht trösten. Sie waren genauso verloren, wie jedes andere Lebewesen auf der Erde. Ist es nicht tragisch, das Bewusstsein zu haben und zu erkennen wie hoffnungslos die Zukunft für uns selbst – als Individuum – ist? Was das angeht, haben andere Tiere einen definitiven Vorteil. Früher hatten wir Religionen gebildet, die unsere gequälte Seele mit einem Leben nach dem Tod zu beruhigen versuchten. Aber mit dem wissenschaftlichen Aufschwung wurde uns diese falsche Hoffnung genommen.« Leon lachte trocken auf. »Ich lasse es wie etwas Negatives klingen, nicht wahr? Ich bin der festen Überzeugung, dass realistische Hoffnungslosigkeit besser ist als falsche Hoffnung. Ich bin froh, dass es keinen Himmel und keine Hölle gibt, kein Leben nach unserem Leben. So sehen wir als Gesellschaft wenigstens die unverzerrte Realität und machen uns nichts vor. Dennoch gibt es mit der geliebten Wissenschaft keinen Ausweg, kein Ventil für die Angst. Die Angst vor der Sinnlosigkeit, die Angst vor dem Nicht-Sein. Viele, dich wohl eingeschlossen, gelingt es, nicht daran zu denken. Ich beneide dich darum.«
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