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Monolith
Verfasser: Daniel Cortés (1)
Verlag: Eigenverlag (19950)
VÖ: 10. Februar 2021
Genre: Science Fiction (2779)
Seiten: 400 (Taschenbuch-Version), 502 (Kindle-Version)
Themen: Artefakte (297), Flüchtlinge (189), Gefahr (1480), Monolithen (5), Norwegen (191), Studenten (1139)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Daniel Cortés für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Sara fing an zu weinen und rief seinen Namen. Aber Leon hörte seine Nichte nicht mehr. Er träumte bereits wieder von dem Wesen in der Dunkelheit. Und das letzte, was er hörte, war nicht Sara, die seinen Namen rief, sondern das Wesen in der Dunkelheit, das ihm zuflüsterte. »Du hast deine Rolle gespielt. Jetzt kannst du endlich ruhen.«
     Sara wischte sich die Tränen mit ihrem Ärmel weg und stand auf. Bis nach Fehmarn waren es höchstens noch ein paar Kilometer, aber wenn sie zu lange wartete, lief sie Gefahr zu erfrieren. Ihre Jacke lag in Fetzen und an ihrem freiliegenden linken Arm tropfte eifrig das Blut hinunter.
     Sie verband ihn, so fest sie ertragen konnte, packte den Rucksack mit ein paar Nahrungsmitteln, einer Wasserflasche, Leons blutiges Jagdmesser sowie der Leuchtpistole, die Leon gegen den Bären verwendet hatte, und machte sich auf den Weg durch die Schneewehen. Zum ersten Mal in ihrem ganzen Leben fühlte sie sich einsam, wie sie es zuvor nie gewesen war. Entfernt von der Kolonie, und allem das sie kannte.
     Sie legte nur einige Hundert Meter zurück, bevor sie auf die Kadaver zweier Eisbärwelpen stieß. Jetzt verstand Sara, weshalb der Polarbär trotz der idealen Bedingungen so ausgehungert gewesen war. Sie war eine Eisbärmutter gewesen und hatte versucht ihren Nachwuchs durchzubringen. Ihre Jagd muss von Misserfolg gekrönt worden sein, vielleicht wegen ihrer Jungen, die durch ihr Herumtollen ihre Beute vorgewarnt hatten. Kurz vor dem Hungertod hatte der Mutterbär dann ihre eigenen Jungtiere verspeist, um selber zu überleben. Grausam, wenn man es von einem menschlichen Standpunkt betrachtete, aber logisch, von einem evolutionären Standpunkt: Mütter, die ihren Nachwuchs aßen, überlebten und waren imstande nächstes Jahr wieder Nachwuchs zu zeugen. Die Kinderess-Gene wurden dadurch weitergegeben. Der Bär hatte fast alles aufgefressen und nur die Köpfe und Knochen zweier unschuldiger Eisbärenbabys lagen noch auf dem blutigen Eis.
     Sara fiel entkräftet auf die Knie. Sie hatte viel Blut und Wärme über ihren freiliegenden Arm verloren. Ihre Energie war durch den langen Fußweg und den Kampf aufgebraucht und das Adrenalin in ihrem Blutspiegel ließ nach. Schwindel und Orientierungslosigkeit setzten ein. Wahrscheinlich war es keine gute Idee, sich in den blutigen Überresten der Eisbärenbabies hinzulegen. Diese Mengen an Blut würden schnell Raubtiere auf den Plan rufen. Gleichzeitig musste sie sich aber ausruhen, denn wenn sie durch den Blutverlust ohnmächtig wurde, würde sie wahrscheinlich in der Kälte erfrieren, bevor sie das Bewusstsein wiedererlangte. Sie hörte das Heulen der Polarwölfe, die bereits Blut gewittert hatten.
     »Nur noch weniger Kilometer«, sagte sie sich. »Ich muss es nur bis zur Fehmarnsund-Brücke schaffen. Von dort sind es nur einige Hundert Meter von Zuhause entfernt.«
     Die Fehmarnsund-Brücke, die vor der Eiszeit gebaut wurde, war teilweise verfallen und unbegehbar, aber ein nützlicher Orientierungspunkt bei klarer Sicht. Die Kolonie in Fehmarn lag direkt an der Südseite der Insel. Wenn man zur Kolonie wollte, musste man parallel zu der Brücke die gefrorene Küste und den dahinterliegenden Strand überqueren. Bis dort musste Sara es schaffen. Sie biss die Zähne zusammen und rappelte sich auf.
     Der Schneesturm war mittlerweile vollkommen verschwunden und der dunkler werdende Himmel versteckte sich hinter grauen Wolken. Sie versuchte, ihre Schritte so gleichmäßig und kraftsparend wie möglich zu setzen. Hinter ihr konnte sie das Bellen der Schneewölfe hören, die ihre Blutspur aufgenommen hatten und nun geduldig auf ihren Tod warteten. Aus dem Halbdunkel zeichneten sich die Umrisse der Fehmarnsund-Brücke ab. Sie zwang sich, ihren Schritt zu beschleunigen und ignorierte die aufkommende Übelkeit und ihren Schwindel. Ihr Körper rebellierte gegen die Leistung, die sie ihm abverlangte. Alle paar Schritte fiel ein warmer Bluttropfen auf den Boden. Ihre Extremitäten hatten bereits in der Kälte den Tastsinn verloren, doch von ihrer Stirn rann der Schweiß, den sie immer wieder mit dem rechten Ärmel abwischen musste, um ihre Augen freizuhalten.
     Sie kletterte auf eine Erhöhung, hinter dem die Küste des Festlandes in die gefrorene Ostsee ragte. Als sie auf der anderen Seite absteigen wollte, wurde ihr bewusst, dass der Abstieg steiler war, als sie gedacht hatte. Sie wollte jedoch nicht zurückgehen und einen anderen Weg suchen, weil sie nicht sicher war, ob ihre Kraft ausreichen würde. Sara konnte hören, wie das Wolfpack hinter ihr näher kam. Sie musste sich beeilen.
     Vorsichtig begann sie mit dem Abstieg. Nach wenigen Schritten verloren ihre Füße die Haftung, und sie rutschte unsanft den Hügel hinunter. Schmerzhaft kam sie unten auf, als sie auf ihrem verletzten Arm landete. Die Wucht drückte die Luft mit einem lauten Pfeifgeräusch aus ihrer Lunge. Sara schnappte nach Luft, während sie ihr Gewicht verlagerte und ihre verletzte Seite hielt. Der Schmerz schien für immer zu halten, aber so viel Zeit hatte sie nicht. Sie kämpfte sich wieder hoch und begann die gefrorene Ostsee zu überqueren.
     Der Sturz hatte ihr arg zugesetzt und sie hatte Schwierigkeiten zu atmen. Nachdem sie etwa die Hälfte des Weges zurückgelegt hatte, schmeckte sie Blut in ihrem Mund. Sie spülte es mit Wasser aus, ohne anzuhalten. Das Blut kam jedoch wieder und reizte ihren Hals. Sie hustete es unter großen Schmerzen aus. Überlappende, kreisförmige, dunkle Muster erschienen auf dem Eis.
     Abstrakte Kunst, dachte sie.
     Ihre Beine versagten unter ihr und sie kollabierte auf dem Eis. Mit letzter Kraft zog sie die Leuchtpistole aus dem Hosenbund und feuerte die glühende Kugel in die Finsternis über ihr. Der rote Bogen, den die Kugel beschrieb, war das Letzte, was sie sah, bevor sie das Bewusstsein verlor.
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