Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
45.001 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »INA94«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
Monolith
Verfasser: Daniel Cortés (1)
Verlag: Eigenverlag (18758)
VÖ: 10. Februar 2021
Genre: Science Fiction (2629)
Seiten: 400 (Taschenbuch-Version), 502 (Kindle-Version)
Themen: Artefakte (281), Flüchtlinge (181), Gefahr (1341), Monolithen (5), Norwegen (182), Studenten (1061)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats Februar 2021 nominieren
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Leider existiert für »Monolith« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Daniel Cortés für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Eine graue Wolkendecke zog sich über das ehemalige Deutschland, aber die Polarlichter leuchteten durch die Wolken hindurch und setzten sie dunkelgrün ins Profil, sodass der Tag eine surreale Qualität bekam. Mehrmals fragte Sara ihn, weshalb der Himmel sich dunkelgrün gefärbt hatte, doch auch er wusste die Antwort nicht. Es erinnerte ihn schmerzlich an seine Jugend, als sein Bruder sich sein Bein auf dem Berg am Nordfjordeid gebrochen hatte. Als sein Bruder auf diesem Berg gestorben war. Vor langer langer Zeit. Er versuchte sich auf das gleichmäßige Geräusch von Schritten im Schnee, ihr schnaufender Atem und die ermattende Erschöpfung zu konzentrieren, die langsam aber sicher über sie kam. Es gelang ihm und nach einigen Kilometern hatte er sich an das Leuchten im Himmel gewöhnt.
     »Ich kann nicht mehr. Können wir eine kurze Pause einlegen?«, rief Sara durch den Wind.
     Sie wurde langsamer, also verlangsamte er seinen Schritt ebenfalls, damit sie die wenigen Meter aufholen konnte. Sie durften aber nicht anhalten, entschied Leon. Noch nicht. Leon wusste von den vielen Raubtieren in der Tundra. Polarwölfe und Eisbären sahen vielleicht niedlich aus, doch nur wenn man sie aus der Sicherheit betrachtete, mit Glas und Stahl zwischen sich und hungrigen Mägen und scharfen Zähnen.
     »Noch nicht, Shtiya. Wir müssen noch ein bisschen weiter geradeaus gehen. Es ist nicht mehr weit bis zur Kolonie«, sagte er und zog sie an der Hand weiter.
     Seine Shtiya verdrehte die Augen. »Wie weit ist das denn noch?«, fragte sie genervt. »Ich bin jetzt schon völlig fertig.«
     »Nur noch zehn Kilometer.«
     »Was?!« Schockiert blieb Sara stehen. »So weit noch?«
     »Wir schaffen das schon. Du musst nur durchhalten. Wir können uns hier nicht einfach hinsetzen, wo wir für jedes Raubtier leichte Beute sind. Wir müssen weiter«, sagte er. Als er wieder nach vorne blickte, sah er ein Rudel Polarwölfe in der Ferne. Die zahlreichen Augenpaare hatte ihre Anwesenheit bereits festgestellt, und da sie direkt auf das Rudel zugingen und näher kamen, entfernten sich die Wölfe von ihnen und gewannen Abstand, bis sie außer Sichtweite gerieten. Abgelenkt von den wilden Tieren hörte Sara fürs Erste auf sich zu beschweren und beobachtete mit großen Augen die Silhouetten im Schneetreiben, bis sie nur noch in ihrem inneren Auge verblieben.
     Das Zeitgefühl verflüchtigte sich, wenn man den ganzen Tag über nichts als monotonen Schnee wanderte. Leon hatte zwar eine digitale Armbanduhr, doch die erwies sich als nutzlos, denn sie hatte, wie alle anderen Geräte, den Geist aufgegeben. Er wusste, es konnte nicht mehr weit sein. Die Kälte hatte seine Schuhe und Handschuhe durchdrungen, und seine Zehen und Finger, sowie Teile seines Gesichtes fühlten sich bereits taub an. Gleichzeitig war seine Körpermitte warm vom vielen Laufen – er fühlte den Schweiß, der die unterste Kleidungsschicht an seiner Haut kleben ließ und seine Lunge brannte von der Kälte. Der Wind hatte eine konstante Rolle in ihrer kleinen Welt aus Eis und Schnee eingenommen. Er wirbelte immer mehr feinen Schnee auf, bis ihre Sicht auf wenige Meter reduziert wurde. Leon setzte seine Schneebrille auf und Sara tat es ihm gleich.
     Die Oberfläche folgte den Regeln des Windes und war immer in Bewegung. Die Schneemassen wurden von einem Ort zum anderen getragen. Gleichgültig. Mit Millionen von anderen, unterschiedlich geformten Schneeflocken, die für ihn alle gleich aussahen. Und alle reagierten auf die Kräfte in ihrer unmittelbaren Umgebung.
     Er war den Weg von Hamburg nach Fehmarn seit Jahren hin und her gefahren, aber den Weg im Schneesturm zu finden, war etwas anderes. Wenn sie im Schneesturm weiterliefen, würden sie sich hoffnungslos verlaufen. Sie mussten Schutz finden und eine Pause einlegen, bis es aufklarte.
     Die arme Sara musste todmüde sein, dachte Leon. Als er sie aus dem Augenwinkel beobachtete, hatte sie einen grimmigen Blick drauf, entschieden ihren Körper mit seinen Beschwerden zu ignorieren. Durchzuhalten.
     Gerade rechtzeitig fanden sie einen kleinen Schneehügel, der groß genug war, um Deckung für sie beide zu bieten. Der Sturm gewann an Intensität und reduzierte die Sicht weiter.
     »Hier machen wir eine Rast!«, rief Leon seiner Nichte durch den Wind zu.
     Wortlos legten sie sich in die Schneekuhle und tranken und aßen. Sie beide waren dankbar, ihre erschöpften Waden ausruhen zu können. Nach wenigen Augenblicken war Sara in seinen Armen eingeschlafen. Leon lag zwischen Sara und dem kalten Boden und dachte nach, während er auf das Ende des Schneesturms wartete. Und während er nachdachte, schloss er seine Augen, und die Grenze zwischen Denken und Träumen verwischte.
     Aus einem unerfindlichen Grund erinnerte er eine Konversation, die er in seiner Jugend mit seinem Mentor geführt hatte. Die Erinnerungen an diese Unterhaltung waren ungetrübt und Leon konnte nicht fassen, dass seitdem so viel Zeit vergangen war. Wann war er nur so alt geworden?

***


Malina rüttelte ihn aus dem Schlaf.
     »Da ist jemand an der Tür«, murmelte sie.
     »Und?«
     »Und ich bin zu faul aufzumachen.«
     »Mhh«, grummelte er und räkelte sich im Bett. »Ich auch.«
     »Sei brav«, schnurrte sie in sein Ohr. »Und du wirst belohnt.«
     Er quälte sich aus dem Bett und schlüpfte in seinen Morgenmantel. Malina hatte während ihrer Schwangerschaft an allen Körperstellen attraktive Rundungen bekommen, die Leon sehr gefielen. Die Morgensonne schien durch das Fenster und beleuchtete ihr warmes Schlafzimmer. Nachdem er ihr einen liebevollen Blick zugeworfen hatte, ging er die schmale Treppe hinunter und öffnete dem grauhaarigen Besucher die Tür. Kälte strömte in das Haus.
Seite: 1 2 3 4 5 6 7
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2021)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz