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Faber und Waatstedt ermitteln 10 - Tödliches Marschland
Verfasser: Elke Nansen (10)
Verlag: Klarant (725)
VÖ: 10. Februar 2021
Genre: Kriminalroman (8216)
Seiten: 200 (Taschenbuch-Version), 161 (Kindle-Version)
Themen: Achtziger Jahre (114), Amulette (168), Deich (28), Kommissare (2251), Marschland (5), Mord (6376), Obduktion (53), Ostfriesland (613), Reliquien (23), Skelette (118)
Reihe: Faber und Waatstedt ermitteln (10)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Ein grausiger Fund schockiert ganz Ostfriesland. Bei Deicharbeiten in der Nähe des Ortes Campen kommt ein winziges in eine Decke gewickeltes Skelett zum Vorschein. Bei den Knochen liegt ein Amulett, das die berühmte Schwarze Madonna zeigt, die heiligste Reliquie Polens. Wie die Untersuchung ergibt, stammt das Skelett des Kindes aus den 1980er Jahren. War es Mord? Da die Obduktion darauf hindeutet, hat die Kripo Emden einen neuen Fall. In einem Fernsehaufruf suchen die Ermittler nach Zeugen von damals, und tatsächlich gibt es aufgrund des Amuletts mehrere aussichtsreiche Hinweise aus der Bevölkerung. Für die Kommissare Richard Faber und Rike Waatstedt beginnt eine emotionale Zeitreise in das Ostfriesland der 1980er Jahre. Können sie für späte Gerechtigkeit sorgen? Was hat sich vor vielen Jahren im ostfriesischen Marschland abgespielt? Ein Mord auf einem Gulfhof holt die Ermittler in die Gegenwart zurück ...
Quelle: Klarant
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei David Groeger vom Klarant Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe!
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Sie rannte um ihr Leben. Immer wieder blieb einer der beiden Gummistiefel in den weichen, mittlerweile matschigen Erdfurchen stecken. Es hatte angefangen zu regnen und ein stürmischer Wind fegte über das Feld. Man hatte erst kürzlich die letzten Kartoffeln eingebracht und mit dem Pflug schon für die Wintersaat vorbereitet. So stolperte sie entweder über die noch harten Erdschollen oder blieb im saugenden Matsch der fast schwarzen Ackerkrume stecken.
     »O Boze«, entwich es der Frau, als sie erneut kopfüber auf den nassen Boden fiel. Mit schmerzverzerrtem Gesicht griff sie sich an ihr Bein. Sie hatte sich das Fußgelenk in dem klobigen Gummistiefel verrenkt, im schlimmsten Fall war ein Band gerissen. Dennoch stemmte sie sich auf, sah verängstigt über ihre Schultern. Die Person kam ohne Eile weiter auf sie zu, im Anschlag das Gewehr.
     »Madonna, prosze pomóz mi«, betete sie jetzt und drückte sich hoch. Das zusätzliche Gewicht der nasse Erde, die ihren Wollrock und die Strickjacke durchtränkt hatte, zog sie regelrecht herunter. Dadurch wurde sie immer langsamer, aber humpelte entschlossen weiter. Dann ertönte ein weiterer Schuss, der sie nur knapp verfehlte. Von dem enormen Knall klingelten ihr die Ohren und die Saatkrähen stoben erschrocken vom Feld auf. Sie ignorierte den stechenden Schmerz in ihrem Knöchel und hetzte weiter über die dunkle Erde. Es waren höchstens noch fünfzig Meter, bald würde sie den kleinen Wald erreicht haben. Im Schutz der Bäume hatte sie vielleicht eine Chance. Dort konnte sie sich verstecken, bis ein Spaziergänger oder ein Bauer auf seinem Traktor vorbeikäme.
     Ihre Sicht trübte ein, als sich die Himmelpforten über dem Marschland immer weiter öffneten. Aus dem Nieselregen wurde ein regelrechter Gewitterschauer. Neben dem Prasseln und Rauschen der riesigen Tropfen war in einiger Entfernung ein Donnergrollen zu hören. Gott ist böse und schimpft, dachte sie. Das hatte man in ihrer Heimat immer gesagt, wenn ein Gewitter aufzog. Dass sie trotz ihrer Todesangst ausgerechnet daran denken musste, verwirrte die Frau. Sie musste sich mit den von Schlamm verschmierten Händen über die Augen reiben, um das Wasser fortzubekommen. Trotz des Lärms der trommelnden Wassertropfen, die fast schmerzhaft auf ihren Körper einschlugen, hörte sie, wie hinter ihr nachgeladen wurde. Während sie sich vorankämpfte, nahm sie den Geruch von Ozon war. Sie roch die nasse Erde und nahm auch einen Hauch des beißenden Schießpulvers wahr.
     »Hilfe!«, schrie sie, als der nächste ohrenbetäubende Schuss wenige Zentimeter an ihrem Kopf vorbeizischte. Entweder die Madonna beschützte sie oder der strömende Regen erschwerte das Zielen.
     Der Wald kam immer näher. Es sah mittlerweile so aus, als bräuchte sie nur noch ein paar Schritte, um sich hinter die erste große Eiche zu drücken. Dann würde sie tiefer ins Dickicht kriechen, immer weiter, bis sie in Sicherheit wäre. Wieder war das Laden der Waffe zu hören. Das metallische Klacken, mit dem der Kolben die neue Patrone in den Lauf schob. Sie duckte sich automatisch. Weiter, ein paar Schritte noch, ermahnte sie sich, bald bin ich in Sicherheit.
     Der nächste Knall war lauter. Der Schlag fühlte sich an, als ob ein besonders großer Regentropfen auf ihren Rücken geprallt wäre. Sie strauchelte von der Wucht und fiel erneut auf die morastige Erde. Selbst ihr Gesicht landete im schlammigen Boden. Müde und angestrengt hob sie ihren Kopf, da sie keine Luft bekam. Da die Frau von der ganzen Rennerei furchtbar außer Atem war, japste sie gierig nach Sauerstoff. Dabei lief das Dreckwasser von ihrem Gesicht in den Mund. Sie spuckte, hustete ein paar Mal und sah, dass sich rote Schlieren mit dem Wasser vermischten. Der Regen verdünnte die knallroten Spritzer jedoch schnell zu einer braunen Brühe.
     Sie hatte keine Schmerzen, eigentlich wollte sie nur noch liegen bleiben. Der Geruch des fruchtbaren Feldes erinnerte sie plötzlich an ihre Kindheit in Biala. Wie sie als kleines Mädchen im Spätherbst ihren Vater auf die Felder begleitet hatte. Der würzige Duft des Kartoffelfeuers hing ihr plötzlich wieder in der Nase. »Tata«, murmelte sie und sehnte sich wie ein Kind nach ihrem Vater. In dem Moment erschien das von Falten zerfurchte Gesicht mit den liebevollen Zügen vor ihr. Papa hielt ihr eine heiße, vom Feuer rußige Kartoffel hin, die er aus der Glut gefischt hatte. Schlagartig breitete sich der köstliche Geschmack der weichen Kartoffel erneut auf ihrer Zunge aus. Es war das Beste, was sie je gegessen hatte.
     Der Regen schwemmte das Blut, das aus ihrer Wunde am Rücken sickerte, einfach fort. Schon wurde der Blutstrom weniger, weil das Herz immer langsamer pumpte. Ihr Gesicht legte sich seitlich in den Matsch. Mit der Erinnerung an ihren Tata und die Kartoffelfeuer starb sie.
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