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Jan Theisen und Laura Schüle 3 - Engels Furcht
Verfasser: Simon Geraedts (14)
Verlag: Eigenverlag (19479)
VÖ: 1. Februar 2021
Genre: Thriller (7048)
Seiten: 301 (Taschenbuch-Version), 211 (Kindle-Version)
Themen: Frankfurt (283), Hotel (821), Kommissare (2291), Massaker (68), Mord (6448), Rache (2153)
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Reihe: Jan Theisen und Laura Schüle (3)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Simon Geraedts für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Simon Geraedts gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Hab gehört, du hattest früher mal eine Dienstmarke«, sagte Nekel angewidert. »Bevor du deine Frau krankenhausreif geschlagen und deine eigene Tochter entführt hast.«
     Ich seufzte leise. »Hören Sie, ich war damals ...«
     Der Wärter schlug mit der flachen Hand gegen die Innenseite der Zellentür. Der metallische Knall ließ mich zusammenzucken. »Solange ich dir keine Frage stelle, hältst du dein verfluchtes Maul!«
     Er trat auf mich zu und legte die rechte Hand auf den Schlagstock, der in seinem Gürtelholster steckte. Ich wich instinktiv zurück, bis ich an den Heizkörper unter dem vergitterten Fenster stieß. »Ich weiß über dich Bescheid«, informierte er mich. »Eine verdammte Schande, dass ein versoffener Drecksack wie du mal bei der Polizei war. Wenn du hier drin Probleme machst, kriegst du dein Fett weg, Freundchen. Darauf kannst du dich verlassen.«
     »Hab ich nicht vor ...«
     Nekel zog die Nase hoch und rotzte einen gelben Schleimbatzen auf den Boden. »Ich behalte dich im Auge, Mankell.«
     Mit diesem Versprechen verließ er die Zelle, knallte die Tür zu und schloss ab. Nachdem er sich mit klackenden Schritten entfernt hatte, setzte ich mich auf die Bettkante und massierte meine pochenden Schläfen.
     Solange du dir nichts zuschulden kommen lässt, kann dir dieses Arschloch nichts, redete ich mir ein. Der muss sich wie alle anderen Wärter an die Vorschriften halten.
     In schweren Zeiten neigt der Mensch dazu, sich et-was vorzumachen.

Als ich noch ein Kind war, hatte mich mein großer Bruder in einen Reisekoffer gesteckt, zog den Reißverschluss zu und ließ mich eine halbe Stunde lang schmoren. Für ihn war das nur ein dummer, kleiner Streich, aber ich ging durch die Hölle und schrie mir die Lunge aus dem Leib. Seit jenem Tag leide ich an Klaustrophobie.
     Obwohl die Zelle deutlich größer war als ein Koffer, streckte die Platzangst sofort ihre kalten Klauen nach mir aus. Ich schloss die Augen, zwang mich zu tiefen Atemzügen und stellte mir eine endlos weite Prärie vor, bis mein Puls sich allmählich beruhigte. Diese Technik hatte mir der Gefängnispsychologe letztes Jahr beigebracht.
     Als ich zum ersten Mal in einer Zelle eingeschlossen war, wäre ich fast verrückt geworden. Inzwischen kam ich damit halbwegs zurecht, auch wenn ich mich nie so ganz daran gewöhnen würde. Aber das tat vermutlich niemand.
     Ich richtete mich auf und zog das Foto meiner Tochter aus der Gesäßtasche. Lächelnd betrachtete ich ihr hübsches Gesicht und strich mit den Fingerspitzen sanft über ihre Wangen. »Du fehlst mir, Kleine.«
     Das Bild war schon zwei Jahre alt und an einer Seite eingerissen, aber es war das einzige von ihr, das ich hatte. Ein Überbleibsel aus einer glücklicheren Zeit, bevor alles den Bach runterging.
     »In fünf Jahren sehen wir uns wieder, mein Schatz.«
     Ich küsste ihren blonden Haarschopf und steckte das Foto zurück in die Hosentasche. Das Bild von Mia würde mir die nötige Kraft geben, um im Knast durchzuhalten. Leicht würde es bestimmt nicht werden, auch wenn ich natürlich nicht rund um die Uhr in dieser Besenkammer eingesperrt wäre.
     Die Tage in der JVA liefen folgendermaßen ab: Morgens um sechs wurde man geweckt und aus der Zelle gelassen, von halb sieben bis sieben gab es Frühstück im Gemeinschaftssaal, danach gingen die arbeitsfähigen Gefangenen hinüber ins benachbarte Wirtschaftsgebäude. Wie schon bei meinen letzten beiden Haftstrafen, hatte ich mich für die Tischlerei entschieden. Nachdem ich in meinem Leben so vieles kaputt gemacht hatte, tat es mir gut, an einer Werkbank etwas Nützliches herzustellen.
     Um halb eins gab es Mittagessen, anschließend wurde geduscht, von halb zwei bis vier durfte man nach draußen auf den Gefängnishof. Die Zeit unter freiem Himmel war für jeden Gefangenen der Höhepunkt des Tages, auch wenn es eiskalt war oder in Strömen regnete.
     Zwischen vier und fünf wurde man wieder in die Zelle gesteckt, danach durfte man sich bis um halb zehn mit den anderen Insassen die Zeit vertreiben. Das Freizeitangebot übertraf das der meisten Ferienanlagen: In einer Turnhalle konnten die Häftlinge Tischtennis, Volleyball und Basketball spielen, außerdem gab es einen Handballhof und einen Kraftsportraum. Die JVA Mannheim hatte einen eigenen Schachklub und ein Laientheater. Ferner gab es eine kleine Bücherei mit aktueller Tageszeitung.
     Es war wichtig, die Gefangenen bei Laune zu halten. Wenn sie nicht jeden Tag für ein paar Stunden vergaßen, dass sie wie Tiere in einem Käfig hockten, würden sie unweigerlich durchdrehen und übereinander herfallen.
     Letztes Jahr war ich lediglich auf dem Hof im Kreis spaziert, ohne irgendwelche Bekanntschaften zu schließen. Diesmal wäre ich jedoch eindeutig zu lange hier, um mich als Einzelgänger durchzuschlagen. Über kurz oder lang würde ich mich einbinden müssen, aber das hatte keine Eile. Erst einmal wollte ich mich in Ruhe einleben und an den Anblick der Gefängnismauern gewöhnen.
     Neben der Arbeit in der Schreinerei hatte mich der Seelenklempner zu einer wöchentlichen Alkoholberatung und einem Anti-Gewalt-Training verdonnert. In meinem Fall durchaus sinnvolle Maßnahmen.
     Alles in allem konnte ich mich nicht beschweren. In einem thailändischen oder türkischen Knast wäre ich wesentlich schlimmer dran gewesen; in diesen Ländern war vermutlich sogar das Leben in Freiheit härter als in einem deutschen Gefängnis.
     Das wird ein Klacks, dachte ich. Die paar Jahre sitzt du auf einer Arschbacke ab.

     Ich hätte mich nicht gründlicher irren können.
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