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Jan Theisen und Laura Schüle 3 - Engels Furcht
Verfasser: Simon Geraedts (14)
Verlag: Eigenverlag (19500)
VÖ: 1. Februar 2021
Genre: Thriller (7051)
Seiten: 301 (Taschenbuch-Version), 211 (Kindle-Version)
Themen: Frankfurt (283), Hotel (821), Kommissare (2292), Massaker (68), Mord (6452), Rache (2155)
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Reihe: Jan Theisen und Laura Schüle (3)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Simon Geraedts für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Simon Geraedts gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

An einem Freitagnachmittag im Oktober schickten sie mich in die JVA Mannheim. Der Transporter schleppte sich eine kleine Anhöhe hinauf und rumpelte über die Zufahrtsstraße in Richtung Haupttor – dem Übergang von der freien Welt in die Gefangenschaft.
     Wie zum Hohn schien die Sonne von einem strahlend blauen Himmel herab und brachte die scharlach-roten Blätter eines Ahornbaums zum Leuchten. Vor dem Beton der mit Stacheldraht bedeckten Gefängnismauer bildeten sie einen schwindelerregenden Kontrast.
     In dem Wissen, dass ich diese Farbenpracht erst in einigen Jahren wiedersehen würde, saugte ich sie in mich auf wie ein Schwamm. Ich wollte dieses feurige Rot in den grauen Gefängnisalltag mitnehmen, um in den ersten Tagen davon zu zehren. Vielleicht sogar ein paar Wochen lang. Voller Sehnsucht betrachtete ich den Ahornbaum durch das vergitterte Seitenfenster, bis er aus meinem Blickfeld verschwand.
     Danach schloss ich die Augen und schwor mir, nie wieder so leichtfertig meine Freiheit zu verspielen. Im Knast würde ich friedlich meine Zeit absitzen und mir nach der Entlassung nichts mehr zuschulden kommen lassen. Ich nahm mir vor, ein besserer Mensch zu werden. Ein gesetzestreuer Bürger, wie er im Buche steht.
     Tief in meinem Inneren ahnte ich schon am Tag des Haftantritts, dass meine guten Vorsätze zum Scheitern verurteilt waren. Wahrscheinlich wusste ich es sogar. Die Neigung zu Wut- und Gewaltausbrüchen ließ sich nicht einfach abstellen wie ein tropfender Wasserhahn.
     Aber ich hatte keine Ahnung, in welchen blutigen Strudel der Gewalt ich jenseits dieser Mauern geraten würde. Nein, das sah ich nicht kommen und auch niemand sonst.

Bevor ich Ihnen von meinen Verbrechen erzähle, will ich etwas über den Wärter loswerden, der für mich verantwortlich war. Auch wenn ich die Schuld inzwischen bei mir selbst suche, statt sie auf andere abzuwälzen, bin ich überzeugt, dass dieser Kotzbrocken die Ereignisse ins Rollen brachte.
     Nach dem üblichen Prozedere, das jeder Insasse am ersten Tag über sich ergehen lassen musste – Leibesvisitation, Gespräch mit dem Gefängnispsychologen, Erstellung eines Vollzugsplans und so weiter – führte mich Felix Nekel zu meiner Zelle, die sich im Westflügel des sternförmigen Gebäudes befand.
     Der Mann war schon rein äußerlich ein schlechtes Omen: die Statur eines Rugbyspielers, blonder Bürstenschnitt und stahlblaue Augen, in denen seine sadistische Ader glitzerte. Unter seiner JVA-Uniform zeichneten sich bedrohliche Muskelberge ab, die er sich vermutlich nur antrainiert hatte, um mit seinem Schlagstock den größtmöglichen Schaden anrichten zu können. Wenn es hart auf hart kam, wollte Nekel den Häftlingen nicht nur Prellungen verpassen, sondern ihnen sämtliche Knochen brechen. Dieses Versprechen stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben.
     Bei meinem letzten Arrest hatte mich ein Aufseher namens Fechtner zur Zelle gebracht. Ein junger drahtiger Bursche, der im Grunde viel zu nett war, um sich bei den Gefangenen den nötigen Respekt zu verschaffen. Aus diesem Grund hatte der Direktor ihn wohl durch einen Koloss ersetzt, der so aussah, als würde er zum Frühstück eine große Portion Stacheldraht mit Glasscherben verputzen.
     Nekel hatte mir Handschellen und eine Fußfessel angelegt, als wäre ich ein gemeingefährlicher Serienmörder auf dem Weg zur Hinrichtung. Mit dieser übertriebenen Maßnahme wollte er mir von Anfang an die Rollenverteilung klarmachen: Ich war der Insasse, er der Befehlshaber – das Schaf und der Wolf.
     »Nicht so lahmarschig!«, knurrte er und versetzte mir einen Stoß. Ich stolperte und wäre aufs graue Linoleum geknallt, hätte Nekel mich nicht gnädigerweise an der Schulter festgehalten. Das war natürlich eine weitere Botschaft: Ich entscheide, ob du auf den Beinen bleibst oder dir bei einem Sturz die Zähne ausschlägst. Vergiss das nie.
     Aber diese Warnung war überflüssig. Ich hatte nicht vor, mich mit diesem Gorilla oder sonst wem anzulegen. Um mir das Leben im Knast nicht unnötig schwer zu machen, würde ich mich an die Regeln halten.
     Bei aller Niedergeschlagenheit hielt ich mir eines vor Augen: Fünf Jahre waren keine Ewigkeit. Nach meiner Entlassung hätte ich noch reichlich Zeit für ein neues Leben in geordneten Bahnen. Ich hegte sogar die Hoffnung, wegen guter Führung vorzeitig rauszukommen, auch wenn das bei meinem Strafregister eher unwahrscheinlich war.
     Draußen würde ich noch einmal ganz von vorn an-fangen und nie wieder auch nur einen Tropfen Alkohol anrühren. Das schwor ich mir zwar nicht zum ersten Mal, aber diesmal meinte ich es ernst. Das verfluchte Zeug war an allem schuld.
     Nein, schuld war in Wahrheit der wiederkehrende Albtraum, den ich mit Gin und Whisky betäuben musste. Die grässliche Erinnerung an das nackte Mädchen auf der blutigen Matratze.
     Aber ich würde mich nicht länger von der Vergangenheit beherrschen lassen. Ich war fest entschlossen, den Blick nach vorn zu richten und mein Leben wieder in den Griff zu kriegen.
     In einem Punkt machte ich mir allerdings keine Illusionen: Meine Exfrau würde mir niemals verzeihen. Nicht einmal in tausend Jahren. Nach allem, was ich angerichtet hatte, war das völlig verständlich. Aber früher oder später würde Laura bestimmt erkennen, dass ich zur Vernunft gekommen war. Und dann würde sie mir hoffentlich auch erlauben, Mia wiederzusehen. Das Mädchen konnte sie mir nicht ewig vorenthalten, schließlich war sie auch meine Tochter.
     »Da wären wir, Kumpel.« Nekel verzog die Lippen zu einem boshaften Grinsen. »Dein neues Zuhause.«
     Wir standen vor einer rotlackierten Metalltür mit schwerem Riegelschloss. Der Hüne holte einen Schlüsselbund hervor, sperrte auf und stieß mich in die Zelle. Das zehn Quadratmeter kleine Kabuff bot gerade genug Platz für ein schmales Bett, einen Schrank aus billigem Sperrholz, ein Waschbecken und ein Klo. Während ich den Blick durch diese bessere Besenkammer schweifen ließ, stieg ein beklemmendes Gefühl in mir auf. Aber das kannte ich schon von meinen letzten beiden Gefängnisaufenthalten.
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