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Der absolute Beweis
Verfasser: Peter James (25)
Verlag: Fischer (1784) und Scherz (170)
VÖ: 1. Februar 2021
Genre: Thriller (7059)
Seiten: 592
Original: Absolute Proof
Themen: Beweise (82), Christentum (165), DNA (70), Götter (825), Heiliger Gral (16), Jesus Christus (96), Mord (6460), Pharmaindustrie (58), Prediger (28), Reporter (288), Verschwörungen (551), Wissenschaftler (406)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Der absolute Beweis« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (1)     Projekt 10     Leserkanonen-Einblick     Tags (1)     Cover
KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Vor einigen Tagen haben wir Peter James' Thriller »Der absolute Beweis« im Rahmen unserer Reihe »Projekt 10« thematisiert, nun wollen wir noch unsere Meinung zum kompletten Buch nachreichen. Um es schon mal vorwegzunehmen: Der in der Buchbeschreibung vorgenommene Vergleich Lee Childs, der das Buch in einem Atemzug mit Dan Browns »Sakrileg« nannte, hat durchaus seine Daseinsberechtigung ... und zwar im Guten wie im Schlechten. Denn beim Lesen hat man genau den gleichen Eindruck wie bei Browns Thrillern: Das ist alles ganz schön mitreißend, obwohl es ein gehöriger Schwampf ist.

Das Buch, das im Original »Absolute Proof« hieß und 2017 auf Englisch veröffentlicht wurde, ist im Februar vom Fischer Verlag Scherz auf Deutsch herausgegeben worden. Es ist 592 Seiten lang und hat einen Preis von 16,99 Euro, für zwei Euro weniger kann man es als E-Book bekommen. Hans Jürgen Stockerl hat hat ein rund zwanzig Stunden langes Hörbuch eingelesen. James berichtet von einem Reporter, der einen Anruf von einem Wissenschaftler bekommt, welcher behauptet, er habe den ultimativen Beweis für die Existenz Gottes gefunden. Ross Hunter, so der Name des Journalisten, soll das Ganze öffentlich machen. Wenig später wird der Wissenschaftler brutal umgebracht. Zum Glück gibt es jedoch ein (teilweise geschwärztes) Manuskript, mit dessen Hilfe sich die Erkenntnisse des Mannes rekonstruieren lassen.

Zunächst einmal zu den Dingen, die uns beim Lesen zum Kopfschütteln gebracht haben. Da wäre zum Beispiel alles, was sich zwischenmenschlich abspielt. Die Kommunikation der Leute untereinander ist einfach ... sonderbar, um es vorsichtig auszudrücken. Nicht nur die gesprochene, sondern auch die geschriebene: Seltsamerweise tippen die Protagonisten im Jahre 2017 bei Peter James noch massenweise SMS, und jede (!) wird mit einem Stapel Küsschen beendet, ganz so, als wäre es die SMS-gewordene Version des Wörtchens »stopp« beim Telegrafieren. Geschrieben mag das ja noch gehen, aber wenn man Hans Jürgen Stockerl dabei zuhört, wie er Nonsens wie »Ich fand es sehr schön, kiss, kiss, kiss. - Ich auch, kiss, kiss, kiss, kiss.« vortragen muss, dann würde man nach einer Weile am liebsten die Peristaltik rückwärts räumen. Wohlgemerkt ist es nicht nur Zuneigung, die bei Peter James seltsam klingt, der ganze zwischenmenschliche Bereich funktioniert einfach nicht. So soll das Geplänkel zwischen einem erfolgreichen Prediger und seinem Assistenten offensichtlich witzig sein, es zündet aber einfach überhaupt nicht, sondern wirkt so künstlich wie das Lächeln von Hillary Clinton. Auf Dauer ist das ziemlich anstrengend, insbesondere auch deshalb, weil die Charaktere einfach keine Sympathieträger sind - auch der Protagonist selbst nicht, sei es, wenn er über einen Seitensprung nachdenkt, oder er willkürlich entscheidet, dass der Hund mal einen Tag lang auf seine Runde(n) verzichten oder vorübergehend ins Tierheim gesteckt werden sollte.

Nicht nur die Figuren sind fragwürdig, auch andere Elemente lassen einem beim Lesen die Stirn runzeln. Wie hier beispielsweise die Pharmaindustrie als zusätzlicher Gegenspieler installiert wurde, wirkt einfach extrem verkrampft. Wie häufig wurde der Heilige Gral schon in Büchern und Filmen thematisiert? Der vollkommen unlogische Zusammenhang zwischen einem Gottesbeweis und einem Buchstaben tippenden Affen verursacht Kopfschmerzen. Und kann man das Ganze eigentlich wirklich als Thriller bezeichnen, wenn man sich anschaut, wie viel Urban Fantasy hier eigentlich drinsteckt? Wer ist eigentlich die Zielgruppe? Religiöse Menschen könnten sich vielfach vor den Kopf gestoßen fühlen, nicht religiöse Menschen werden viele der Prämissen zwangsläufig einfach albern finden.

Klingt so, als hätten wir das Buch fürchterlich gefunden, nicht wahr? Das Abstruse ist: Es ist trotzdem ganz schön unterhaltsam, leistet sich keine Hängephase und macht Spaß. Man muss einfach nur ein paar Abteilungen des Gehirns vorübergehend in den Standby-Modus versetzen, damit man nicht allzu sehr darüber nachdenkt, was man hier eigentlich liest. Sprich: Man muss sich hier einfach berieseln lassen, denn dann erhält man hier einen zünftigen Hollywood-Streifen in Buchform. Mystische Elemente, eine ordentliche Portion Action, hier mal ein Schockmoment, da mal eine Spannungsspitze - das funktioniert trotz aller erwähnten Störfaktoren irritierend gut. »Der absolute Beweis« ist buchgewordener Labskaus: Sieht fürchterlich aus, schmeckt aber trotzdem lecker.

Eine Sache, die uns aber wirklich wütend gemacht hat, soll zum Abschluss nicht unerwähnt bleiben. Die Schriftstellerin Val McDermid wurde in dem Buch als Mann bezeichnet. Offensichtlich hat die Übersetzerin beim Übertragen des Wortes »writer« ins Deutsche nicht nachgesehen, um wen es sich handelt, und das Lektorat hat diesen Mumpitz auch noch durchgewunken. Dass man eine vielfach ausgezeichnete und weltweit bekannte Autorin, die in der Vergangenheit auch mehrfach vom Fischer Verlag publiziert wurde, nicht kennt, mag man ja noch hinnehmen können, aber dass man dann nicht wenigstens mal nachschaut, ist gegenüber Frau McDermid unverschämt, und das sollte einer Übersetzerin mit drei Jahrzehnten Erfahrung nicht passieren.
– geschrieben am 18. April 2021 (3.5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz