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2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt
Verfasser: Noah Richter (1)
Verlag: Ullstein (1309)
VÖ: 1. Februar 2021
Genre: Thriller (7059)
Seiten: 464 (Taschenbuch-Version), 480 (Kindle-Version)
Themen: Antarktis (46), Bestechung (14), Gletscher (13), Klimawandel (48), Manipulation (195), Verschwörungen (551), Wissenschaftler (406)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Ein junger Experte für Permafrost und dessen beschleunigte Schmelz stirbt unerwartet. Seine Freundin Leela muss nun seine Erkenntnisse zur Rettung unseres Planeten schützen und gezielt einsetzen. Durch Interessenkonflikte kommt es um zum Kampf ums pure Überleben
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Vor einigen Tagen haben wir an dieser Stelle das Buch »2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt« von Noah Richter in unserem »Projekt 10« thematisiert, was bedeutet, dass wir die ersten Seiten gemeinsam angelesen hatten. Was bislang noch fehlte, ist unsere Meinung zum kompletten Thriller, und diese möchten wir euch an dieser Stelle schildern. »2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt« wurde vor einigen Tagen im Ullstein Taschenbuch Verlag veröffentlicht, ist 480 Seiten stark und kostet 10,99 Euro. Die E-Book-Ausgabe ist zwei Euro preiswerter. Für ein zwölf Stunden langes Hörbuch waren Oliver E. Schönfeld und Vanida Karun im Einsatz. Bei »Noah Richter« handelt es sich um das Pseudonym eines in Berlin lebenden Autors. Da im Verlauf der Geschichte einige real existierende Unternehmen gezielten Verbrechen an der gesamten Menschen beschuldigt werden (wohlgemerkt werden die Namen der Unternehmen genannt, nicht die Namen real existierender Handlungsträger innerhalb dieser Unternehmen), ist es womöglich keine schlechte Idee, mit der wahren Identität hinterm Berg zu halten. ;)

Richter versetzt seine Leser in die nahe Zukunft, in der die Folgen des menschengemachten Klimawandels noch viel gravierender zu Tage getreten sind, als sie es heute schon sind. In der Antarktis kommt es zum Abbruch eines gigantischen Gletschers, wodurch die (real existierende) Forschungsstation Neumayer III vom Meer verschlungen wird. Ein Glaziologe, der sich in der Station befunden hatte, kommt dabei ums Leben. Kurz vor seinem Tod hat er jedoch noch seiner Freundin eine Nachricht mit verschlüsselten Dokumenten zukommen lassen, in denen bewiesen wird, wie einige Großunternehmen ganz gezielt die Klimakatastrophe vorantreiben. Jene Freundin sagt daraufhin den wirtschaftlichen und politischen Machthabern den Kampf an und greift dabei zu schwerwiegenden Mitteln.

Generell ist es etwas schwierig, etwas Böses über ein Buch zu schreiben, das den Finger in die Wunde der Klimakatastrophe legen will und den Versuch anstellt, auf unterhaltsame Weise auf das hinzuweisen, was in der Welt schief läuft und welche Konsequenzen dies auf Dauer unweigerlich haben wird. Leider macht es »2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt« seinen Lesern wirklich schwer, es richtig mögen zu können. Der Grund ist, dass es den Eindruck vermittelt, dass hier an allen Ecken und Enden übertrieben wird. Mit einer Ausnahme, nämlich den Folgen des menschengemachten Klimawandels - die werden in einer Weise dargestell, wie sie sich in der Zukunft wirklich zutragen könnten (und werden). Alles andere wurde jedoch so extrem dargestellt, dass es seine gewünschte Wirkung - also den Spannungsfaktor - verfehlt. Und gleichzeitig verkommt dadurch die eigentliche Klimafrage komplett zur Nebenrolle und zur bloßen Kulisse.

Natürlich sind die Folgen der Klimakatastrophe so umfassend, dass es in alle möglichen Bereiche des Lebens eingreifen wird und alle möglichen Menschen betreffen wird. Das hat der Autor auch darzustellen versucht, jedoch wäre hier "weniger" (also eine gezieltere Auswahl) vermutlich "mehr" gewesen. Denn nun haben wir hier eine wahre Unmenge an extrem überzeichneten Figuren - naturbewusste Neonazis und linke Öko-Extremisten, Flüchtlinge, obsessive Leute, die andere einsperren, abgedrehte christliche Sekten, gekreuzigte Personen, korrupte Politiker, korrupte Industrielle, Westernfiguren nachempfundene Auftragsmörder (inklusive Mundharmonika) und so weiter, und so fort. Viele davon wirken so überdreht, dass sie geradezu karikaturenhaft rüberkommen.

Und was für die Figuren gilt, das gilt auch für die Handlung an sich. Hier gibt es keine Zwischentöne, vielmehr bestehen die Lösungsansätze der Protagonisten im Morden, Zerstören, Explodierenlassen. Und auch bei der Beschreibung ihres Vorgehens wurde einiges überstrapaziert: Jedes Missgeschick, das passieren kann, passiert. Da muss jeder Schlüsselbund bis zum Ende durchprobiert werden, da fehlt das Benzin im Fluchtauto, da wird der Chef, der für den Zutritt zu einem Gebäude sorgen soll, ausgerechnet am entscheidenden Tag krank, da werden Ausweise in der Hektik liegengelassen, und so weiter. Um Himmels Willen, was ist das für eine Parade an Pechvögeln und Dilettanten.

Womöglich käme ein überdrehtes Actionwerk weniger abstrakt rüber, wenn es sich auf amerikanischem Boden oder an irgendwelchen anderen Schauplätzen abspielen würde - schwer zu sagen. Aber zwischen dem Bundeskanzleramt, der Lutherstadt Wittenberg, dem lauschigen Leipziger Stadtteil Gohlis-Süd und dem Kraftwerk Schwarze Pumpe wirkt all das eigenartig deplatziert. Und zwischen allem Spektakel vergisst man dann schon fast, dass es hier eigentlich um den Klimawandel geht. Daher ist »2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt« eher ein Buch, bei dem man sich zurücklehnen und berieseln lassen sollte und nicht hinterfragen sollte, ob das, was man da gerade liest, nicht viel zu abgedreht ist. Das ist natürlich auch okay, und wenn es einem um möglichst viel Spektakel geht, dann wird man hier auch definitiv viele Stunden ordentlich unterhalten. Wir hatten allerdings mit etwas anderem gerechnet.
– geschrieben am 13. Februar 2021 (2.5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz