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Gipsy Love 2 - The Gipsy Dancer
Verfasser: Monica Bellini (18)
Verlag: Eigenverlag (19911)
VÖ: 29. Januar 2021
Genre: Romantische Literatur (23849)
Seiten: 304 (Taschenbuch-Version), 271 (Kindle-Version)
Themen: Doppelleben (174), London (1775), Oper (44), Staatsanwälte (127), Tänzer (139)
Reihe: Gipsy Love (2)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Er war geheimnisvoll, umschwärmt und unerreichbar. Jetzt flüchtet er vor heiratswütigen Frauen.

Seitdem Damiano Ciprianis Gipsy-Herkunft kein Geheimnis mehr ist, fliegen die Frauen auf ihn wie Bienen auf Blütennektar. Als er auch noch auf der Titelseite des Forbes-Magazins landet, hat er genug.

Er vergräbt sich in Arbeit und lehnt sämtliche Angebote an sein Alter Ego, den maskierten Flamenco-Tänzer Jorge, ab. Nur frühmorgens fühlt er sich frei. Eines Tages sieht er, wie ein kleiner drahtiger Typ seinen massigen Gegner zu Boden bringt. Das Kerlchen entpuppt sich als Frau mit blauvioletten Augen – und verschwindet.
Lynne Maloney führt seit ihrer Rückkehr nach London ein Doppelleben. Tagsüber ernsthafte Staatsanwältin der Krone, bekämpft die Capoeira-Meisterin in ihrer Freizeit soziale Missstände. Mit einer geschenkten Eintrittskarte landet sie im Royal Opera House, wo ihr faszinierender Logennachbar vorschlägt, den Abend bei einem Drink fortzusetzen. Sie deutet ein Ja an – und verlässt die Oper, bevor der letzte Vorhang fällt, was sie kurz darauf bereut. Doch es ist zu spät ...
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Monica Bellini für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Monica Bellini gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Viel Vergnügen, Madam.«
     Mit einer angedeuteten Verbeugung öffnete er die Logentür – und Lynne betrat eine andere Welt.

Damiano bemerkte die Zuspätkommenden in der Nebenloge aufgrund des leisen Raschelns von Stoff. Ein Schmunzeln zupfte an seinen Mundwinkeln. Wie äußerst angenehm, dass er doch nicht der Letzte auf dem Grand Tier gewesen war. Er hatte die leere Loge des Earl of Willingdon eine Minute nach Beginn der Vorstellung im schwachen Lichtschein, der den Zuschauerraum während der Ouvertüre beleuchtete, betreten und sofort unzählige Augenpaare der Zuschauer des elitären Ranges auf sich gespürt und vermieden, sich umzusehen. Dann hatte er seinen Stuhl ostentativ seitlich ausgerichtet, sodass er direkten Blick auf die Bühne hatte, und Platz genommen. Sollten die Versnobten auf den gepolsterten breiten Stühlen der zentralen Sitzreihen des Grand Tier doch nun über die Nachzügler tuscheln, die näher zu ihnen in der ersten Loge saßen und somit schräg hinter ihm. Das Geschehen, das ihn interessierte, spielte sich auf der anderen Seite ab. Im Licht des Orchestergrabens sah er den Taktstock des Dirigenten, der mit dem Verklingen der letzten Noten der Ouvertüre reglos verharrte. Erwartungsvolle Anspannung erfüllte einen Moment lang das königliche Opernhaus. Nach unendlich scheinenden Sekunden öffnete sich der Vorhang und gab den Blick auf die Bühne frei.
     Damiano liebte nicht nur die manchmal melancholische, dann wieder feurige Musik seines Volkes. In seinem Herzen war er Zigeuner, doch das schloss wahrlich nicht breit gefächerte Vorlieben aus. Zwar hatte er nichts für Techno, schwere Beats und elektronische Klänge übrig, aber Melodien, zu denen man tanzen konnte, vereinnahmten ihn. Nicht unbedingt Händels Menuette, denn seine Vorfahren hatten bereits im Barock mit Streichinstrumenten musiziert und nicht mit Cembalos. Es wäre auch schwierig gewesen, ein derart sperriges Instrument auf einem von Pferden gezogenen Wagen mit sich zu führen. Das fahrende Volk, wie man Roma, Sinti, Gitans und all die anderen Gruppierungen der Gipsys früher nannte, waren tatsächlich als Nomaden von Indien kommend nach Europa gelangt – und hatten sich in späteren Jahrhunderten auch in Amerika und Australien angesiedelt.
     Sein Fuß wippte im Takt der Musik des Ballettkomponisten Léon Fyodorovich Minkus, der den berühmten Roman Don Quichotte von Miguel de Cervantes vertont hatte. Doch nicht die rasche, mitreißende Melodie war es, die ihn wünschen ließ, aufzuspringen. Es waren die in zigeunerähnlichen Kostümen mit unglaublicher Leichtigkeit über die Bühne springenden und pirouettierenden Tänzer. Er hatte im Laufe der Jahre die besten Ballettkompanien in Opernhäusern der ganzen Welt gesehen, aber in seinen Augen kam keine an die Perfektion des Bolshoi-Ballets heran. Wäre er nicht von frühester Kindheit an von seinem Vater wie sein Bruder dazu erzogen worden, ein ernst zu nehmender Unternehmer und respektables Mitglied der Gesellschaft zu werden, würde er jetzt anstelle des blonden, weißhäutigen Russen auf der Bühne stehen. Stattdessen ...
     Die Tänzer und Tänzerinnen trippelten und sprangen und drehten sich weiterhin vor seinen Augen, die Musiker im Orchestergraben begleiteten ihre einzigartige Darbietung – doch Damianos Gedanken schweiften dennoch einige Stunden zurück.

»Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg ...«
     Damiano unterbrach Stefano mit einem unwirschen Knurren.
     »Ich frage mich, warum ich dich hereingelassen habe.«
     Sein Freund feixte. »Weil du ohne mich nicht leben kannst.«
     »Du bist ein Trottel, Stefano. Ich komme sehr wohl auch wochenlang ohne dich aus, das habe ich dir doch gerade erst bewiesen.«
     »Du vergisst, dass wir während deiner gesamten Reise jeden Tag mindestens eine Stunde am Telefon waren.«
     »Dann hättest du mich ja jetzt auch anrufen können.«
     Damiano war sonst nicht so mürrisch. Er galt unter den sechs Freunden als der ausgeglichenste und freundlichste – und war stets das Gegenteil seines Bruders gewesen. Bis zu dem Tag, an dem Foxy plötzlich wieder in ihrer aller Leben aufgetaucht war. Genauer gesagt in seinem zuerst, denn ihn hatte Dante dazu verdonnert, sie gemeinsam mit ihrem neuesten Klienten, der sich letztendlich als ihr Vater herausstellte, aus Tel Aviv abzuholen. Damals kannten sie ihre wahre Identität nicht, sie war einfach nur eine zu schützende schwer verletzte Person für ihr Securityunternehmen, die in die Heimat zurückzubringen war. Doch sobald er sie auf dem Flugfeld aus dem Helikopter gehoben und in den Privatjet getragen hatte, hatte sich sein Leben um hundertachtzig Grad geändert. Jetzt war er der ständig schlecht Gelaunte, der sich nur schwer im Griff hatte, und Dante lief wie der personifizierte Strahlemann durch die Gegend.
     »Erde an Damiano!« Stefano fuchtelte mit der Hand vor seinem Gesicht herum. Damiano schnappte sich sein Handgelenk und drückte so fest zu, dass sein Freund in die Knie ging und die Lippen schmerzhaft zusammenpresste.
     Er ließ ihn los, als ob er seine Finger um glühende Kohlen geschlossen hätte.
     »Scusa, Stefano. Ich weiß nicht, was mit mir los ist.«
     »Du musst dich nicht entschuldigen, ich bin selbst schuld, dass ich hier einfach so aufgetaucht bin. Aber ich hatte ja keine Alternative. Du willst ja vor dem Personal nicht über die Sozialprojekte reden, weshalb ich dich vom Restaurant aus nicht anrufen kann, weil du meinst, dass dort selbst die Wände zu meinem Büro Ohren haben. Der normalen Handyverbindung vertraust du auch nicht und ich darf dir keinesfalls Nachrichten oder gar Unterlagen dazu per Mail schicken. Daher war das Herkommen die einzige Möglichkeit.«
     Damiano fuhr sich mit gespreizten Fingern beiderseits der Schläfen durch seine Locken, plusterte die Wangen auf und stieß dann lautstark die Luft aus. Seit dem gestrigen Morgen auf dem Fischmarkt hatte sich seine Stimmung rapide verschlechtert, ohne dass er klar definieren konnte, was der Grund war. Wahrscheinlich lag es an der Londoner Luft, denn sobald er die einatmete, überkam ihn dieser Unruhezustand. Außerdem hatte er nach Dantes Überraschungsbesuch so schlecht geschlafen wie schon lange nicht mehr. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn er die Nacht schlaflos verbracht hätte wie die zuvor. Aber wie hätte er auch ahnen können, dass er so verworren träumen würde? Nicht, dass er sich an jedes Detail erinnern konnte, was wohl daran lag, dass er normalerweise traumlos schlief. Aber da war dieses eigenartige Gesicht, das von einer wilden Mähne umrahmt wurde und dem Mund und Nase fehlten. An deren Stelle gab es nur schmale Linien wie bei Comicfiguren, dafür zwei riesige Augen. Die waren auch das einzig Farbige in seinem schwarz-weißen Traum und von einem unnatürlichen Blauviolett, das ihn zu verschlingen drohte. Schweißnass und mit rasendem Puls war er um fünf aufgewacht und hatte sich nicht mehr getraut, die Augen zu schließen. Er, Damiano Cipriani, der Gipsy, der vor nichts und niemandem Angst hatte und mit stolzem Blick auf alle Menschen zuging und ihnen die Hand reichte, hatte feige den Schwanz eingezogen, weil er sich vor einem mangaähnlichen Gesicht fürchtete, das ihm im Traum erschien. Das war derart haarsträubend und so unwahrscheinlich, dass er es nicht einmal Stefano erzählen konnte – der immer noch abwartend vor ihm stand und offenbar auf ein Zeichen wartete.
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