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1984.4
Verfasser: Philip Kerr (30)
Verlag: Rowohlt (1709)
VÖ: 26. Januar 2021
Genre: Dystopie (698)
Seiten: 320 (Gebundene Version), 314 (Kindle-Version)
Original: 1984.4
Themen: 21. Jahrhundert (272), Gesellschaft (485), Kontrolle (80), Liebe (616), Selbstmord (658), Unterdrückung (25)
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Vor kurzem haben wir den Einstieg in Philip Kerrs posthum veröffentlichtes Buch »1984.4« im Rahmen unserer Reihe »Projekt 10« vorgestellt. Was wir euch bislang noch vorenthalten haben, war unsere Meinung zum kompletten Buch, und diese wollen wir nun folgen lassen. Das Manuskript zu »1984.4« entstand vor rund einem halben Jahrzehnt, veröffentlicht wurde das Werk allerdings erst jetzt - Ende Januar - im Rowohlt Verlag Rotfuchs, beinahe drei Jahre nach dem Tod des Autors. Das 320 Seiten umfassende Werk hat einen Preis von sechzehn Euro, drei Euro weniger kostet es in digitaler Form. Auch eine Hörbuchausgabe wurde produziert, diese ist 8:23 Stunden lang und wurde von Schauspieler, Sprecher und Regisseur Josef Vossenkuhl eingelesen.

Kerr schickt seine Leser in dem Buch in das Jahr 2034 in einer alternativen Realität. England - hier als »Westhalbinsel 1« bezeichnet - wird vollkommen vom Staat kontrolliert, die Menschen werden weitreichend überwacht, und über allem schwebt eine nicht greifbare Entität namens »Winston«, die nur auf Bildern in Erscheinung tritt und bei der nicht klar ist, ob es sie überhaupt (noch) gibt oder nicht. (Ob dies aufgelöst wird, verraten wir hier natürlich nicht). Nachdem alle lebensbedrohlichen Krankheiten ausgemerzt wurden, ist es zu einem gravierenden Problem mit einer zu großen und überalterten Gesellschaft gekommen, weswegen der Konsens ausgearbeitet wurde, dass sich ältere Menschen - abhängig vom Test ihres geistigen Zustandes - freiwillig euthanasieren lassen. Diverse Menschen ziehen nicht mit, weswegen eine Institution ins Leben gerufen wurde, die strikt darauf achtet, Leute in den »Ruhestand« zu schicken, die sich ihrem Schicksal verweigern. Bei den Ruhestands-Vollstreckern des »Seniorenservices« arbeitet Protagonistin Florence. Sie erledigt ihre Arbeit sehr gut, dann aber geschehen Dinge, die dafür sorgen, dass sie ihre Rolle als Rädchen des Systems überdenkt.

Nun, also wenn wir ganz ehrlich sind: Wir wissen nicht so recht, was Philip Kerr mit dem Buch bezwecken wollte. Darum, einfach nur eine spannende und unterhaltsame Geschichte zu erzählen, ist es ihm sicherlich nicht gegangen, denn dafür wurde hier viel zu wenig auf Spannungsspitzen und dergleichen hingearbeitet, und die Protagonisten agieren eigentümlich roboterhaft, partiell dümmlich und auf Basis absurder Ad-hoc-Entscheidungen, etwa was das Zustandekommen von Liebe oder lebenswichtigen Entscheidungen geht. Wenn das Buch eine Parabel sein soll, etwa auf das Dritte Reich - gewisse Parallelen zwischen der Judenverfolgung und der »Altenverfolgung« lassen sich sicherlich ziehen und der »Seniorenservice« wird sicher auch nicht grundlos im späteren Buchverlauf immer häufiger als »SS« bezeichnet -, dann erschließt sich uns nicht, warum es dieser speziellen Form der Geschichte bedurfte, um irgendetwas darüber zu erzählen, was nicht schon häufig erzählt wurde. Und wenn es hier darum gegangen sein sollte, auf Fehlentwicklungen in der Realität hinzuweisen und mit einem warnenden Zeigefinger zu wedeln, dann wäre die Wirkung auch eher zweifelhaft, denn dafür ist das hier dargestellte Gesellschaftsbild zu abstrakt und zu weit von potenziellen Realitäten entfernt, und dafür agieren die Protagonisten zu hölzern und merkwürdig. Last but not least ließ sich auch nicht feststellen, dass hier der Versuch unternommen wurde, George Orwells »1984« auf irgendein spezielles drängendes Problem der Jetztzeit zu übertragen, das zu Orwells Zeiten noch nicht relevant war.

Irgendwie ist »1984.4« trotzdem ein interessantes Buch, was vor allem daran liegt, dass es sich so »anders« liest als die meisten anderen Bücher, denen man im Laufe der Zeit begegnet. Deswegen kommt beim Lesen schlussendlich keine Langeweile auf, und verschwendet ist die Lesezeit sicher nicht. Am Ende bleibt man aber ratlos und achselzuckend zurück. Aber wer weiß, womöglich sind wir selbst einfach nur zu töricht, um dahinterzusteigen.
– geschrieben am 7. Februar 2021 (2.5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz