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Wieder auf der Walz
Verfasser: Andreas Köhler (4)
Verlag: Eigenverlag (18408)
VÖ: 10. Dezember 2020
Genre: Biografie (1540) und Reisebuch (544)
Seiten: 165
Themen: 2019 (6), Begegnungen (2925), Frankreich (697), Handwerker (54), Wandern (151)
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Einmal aus dem Hamsterrad ausbrechen, alles hinter sich lassen, unerreichbar sein und Zeit für sich selbst haben. Wer träumt nicht auch davon? - Genau das hab ich getan, im heißen Sommer 2019, gerade 46 Jahre alt, ganz spontan, von einem auf den anderen Moment. Ich schlüpfte in meine alte Zimmererkluft, in der ich bereits 23 Jahre vorher auf der Walz war, packte erneut ein winziges Bündel, schnappte meinen Stenz und meinen Schlapphut und machte mich auf den Fußweg nach Toulouse, Südfrankreich. Für nur 5 Wochen. In diesem Buch nehme ich dich mit auf diese Reise, auf diese Wanderung, hin zu amüsanten Erlebnissen, witzigen Begegnungen, überraschenden Wendungen und zu den Geheimnissen des Erfolges, die mich die Landstraße erkennen ließ. Auf dem Weg wurde auch besonders klar, es muß nicht unbedingt der mit Muscheln garnierte Jacobsweg und als Ziel Santiago de Compostela sein, um zu sich selbst zurück zu finden.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Andreas Köhler für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Wir gingen zurück, Richtung Altstadt. Ich sagte ihr, daß ich jetzt doch ein Hotel finden wolle. Es wurde langsam dunkel und meine gute Laune war drauf und dran zu verschwinden. Abermals schritt sie forsch vor mir her, überquerte die Hauptstraße, bog schirmschlenkernd in eine Seitenstraße ab und bemerkte gar nicht, daß ich nicht hinterherkam.
     Das war endlich die Gelegenheit, meine Chance. Ich bog ebenfalls ab. In eine andere Richtung und hielt auf das „City Hotel“ zu. Ich schaute nicht zurück. Ich war sicher, daß ich sie los war.
     Im „City Hotel“ hätte ich noch ein Zimmer bekommen können, für 130 Franken. Sogar mit Frühstück. Aber nein.
     Ich ging 200m und erreichte das Hotel „National“. Abermals hätte ich ein Zimmer haben können. Und abermals für einen dreistelligen Betrag. Ebenfalls mit Frühstück. Immerhin.
     An dem Punkt kapitulierte ich und beschloss, den Weg zur Aare zu finden und an deren Ufer meinen Schlafsack auszubreiten und auch ein Bad zu nehmen. Ich stand in einer weiteren Seitenstraße und begann, den kleinen Stadtplan zu studieren. In dem Moment kam ein schmächtiger junger Mann zu mir, sprach mich auf meine Erscheinung an, ob ich Schreiner wär. Er bräuchte dringend Verstärkung, hätte so viel Arbeit. Ich mußte leider verneinen, fragte aber sofort zurück, ob er eine Möglichkeit zum Schlafen für mich wisse, was er bejate. Ich könne schon bei ihm übernachten, doch jetzt sei er auf dem Weg zum Festival, ein paar Kollegen treffen, die einen Vesperstand hätten. Sehr schnell kamen wir überein, daß wir gemeinsam aufs Festival gehen, ein paar Bier trinken und ich hernach bei ihm auf dem Sofa schlafe. Auf dem kurzen Weg zurück zum Festival unterhielten wir uns angeregt vor allem über seine Arbeit, während plötzlich der Regen einsetzte, von dem ich zwar hörte, daß er wohl käme, woran ich jedoch keineswegs mehr dachte. Was ein Glück, daß er mir begegnete, bevor ich zur Aare ging.
     Zurück im Trubel, am Stand seiner Freunde, wurde uns Bier und ein Essen spendiert. Die Speise war einem Döner ähnlich, jedoch mit anderem Fleisch und einem gefalteten Teigmantel, statt Brot. Sehr lecker.
     Indes nahm der Regen zu und dünnte das Volk aus. Als wäre das Volk aus Zucker, löste es sich zusehends auf. Die gepflasterte Straße wurde wieder sichtbar. Mein Hut schützte mich, obgleich es keine Rolle mehr spielte, da ich eh schon durchnässt war.
     Aus einem Bier wurden schnell zwei. Ein drittes folgte. Der Regen nahm zu. Luca Jannuzzo, wie der Schreiner heißt, fand bald ein trockenes Plätzchen unter den Arkaden, an einem Tisch mit 2 jungen Männern, einer jungen Frau und einem älteren Ehepaar. Wir gesellten uns dazu, unterhielten uns prächtig, tranken und lachten. Der eine Mann grüßte mich mit „Moin“; sein Vater war aus Bremen; er selbst sowohl Deutscher, als auch Schwietzer. Ich sei, entgegnete ich scherzhaft, bestenfalls Schwitzer, so naß, wie ich bin. Der andre Mann kam aus Weißwasser, lebt seit 6 Jahren in Bern und ist Chefkoch. Das Ehepaar und die junge Frau waren Berner.
     Ich hörte den Gesprächen zu und war amüsiert; es macht einen Heidenspaß, der Melodie dieses Dialektes zu lauschen. Ob ich sie verstehen würde? Ich bejate, wenngleich ich keineswegs 100% verstehe und schon gar nicht nachahmen könnte.
     Es begann zu gewittern und gigantische Blitze erhellten den Nachthimmel über der Stadt. Die Intensität des Regens schwankte. Es war noch immer sehr warm. Musik spielte nur noch vereinzelt. Die Menschen verschwanden, die Buden schlossen eine nach der anderen.
     Auf einmal tauchte ein gewaltiger Blitz die Gasse neben uns in unbeschreiblich grelles Licht. Die ganze Luft war elektrisch aufgeladen, kribbelte regelrecht. Und im selben Moment ließ ein scheppernder Knall, mit einem Schnalzen von barbarischer, beinah ohrenbetäubender Lautstärke, die Altstadt erzittern. Augenblicklich zuckten junge Mädchen in der Nähe verängstigt zusammen und verkrochen sich bibbernd. Ich war fasziniert, der Mann aus Weißwasser ebenfalls; er liebe Gewitter. Vermutlich ist der Blitz in den Blitzableiter auf der Turmspitze des Münsters eingeschlagen, mutmaßten meine Gesellschafter. Passiert ist offensichtlich nichts, denn es kam keine Feuerwehr.
     Das Ehepaar verabschiedete sich, kurz darauf auch der Chefkoch. Die Bude nebenan machte Feierabend, wodurch auch der Bierfluß abrupt austrocknete. Wir waren noch zu viert und beschlossen, in eine nahegelegene Bar zu gehen, ins „Goal“. Das heißt, beschlossen haben es die 3, ich beschloss nur, sie zu begleiten. Irgendwie, aus sicherlich nachvollziehbarem Grund, wollte ich bei Luca bleiben. Wir liefen also in Richtung Bärengraben, über die inzwischen menschenleere Pflasterstraße, und mir fiel auf, daß ich mich an einen gewissen Fußschmerz gewöhnt habe, ich mich deswegen nicht zwingend eckig bewegen muss. Jedoch, und das empfinde ich als positiv, zwingt er mich zu einer deutlich entschleunigten Gangart.
     Das „Goal“ ist eine Werder-Bremen-Fan-Kneipe, am unteren Ende der zentralen Straße durch die Altstadt, der Gerechtigkeitsgasse, die von der Straße aus über eine Kellertreppe erreicht wird. Die zweiflügelige Tür liegt schräg auf dem Treppenauge, leicht unterhalb der Arkaden, wie es entlang der gesamten Straße sehr häufig zu finden ist.
     Bis 3 Uhr saßen wir und tranken mehrere Stangen Bier, schwatzten und lachten und nahmen schließlich ein Taxi zu Lucas Wohnung. Der Fahrer wollte dafür 20 Franken haben. Da ich nun schon den ganzen Abend freigehalten wurde legte ich meine 10 Franken in des Fahrers Hand und Luca 10€. Dieser Umstand allein barg eine gewisse Komik, die auch den Fahrer schmunzeln ließ - der Deutsche zahlt in Franken, der Schweizer in Euro. Und das in Bern.
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