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Wieder auf der Walz
Verfasser: Andreas Köhler (4)
Verlag: Eigenverlag (18457)
VÖ: 10. Dezember 2020
Genre: Biografie (1547) und Reisebuch (544)
Seiten: 165
Themen: 2019 (6), Begegnungen (2933), Frankreich (700), Handwerker (54), Wandern (152)
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Einmal aus dem Hamsterrad ausbrechen, alles hinter sich lassen, unerreichbar sein und Zeit für sich selbst haben. Wer träumt nicht auch davon? - Genau das hab ich getan, im heißen Sommer 2019, gerade 46 Jahre alt, ganz spontan, von einem auf den anderen Moment. Ich schlüpfte in meine alte Zimmererkluft, in der ich bereits 23 Jahre vorher auf der Walz war, packte erneut ein winziges Bündel, schnappte meinen Stenz und meinen Schlapphut und machte mich auf den Fußweg nach Toulouse, Südfrankreich. Für nur 5 Wochen. In diesem Buch nehme ich dich mit auf diese Reise, auf diese Wanderung, hin zu amüsanten Erlebnissen, witzigen Begegnungen, überraschenden Wendungen und zu den Geheimnissen des Erfolges, die mich die Landstraße erkennen ließ. Auf dem Weg wurde auch besonders klar, es muß nicht unbedingt der mit Muscheln garnierte Jacobsweg und als Ziel Santiago de Compostela sein, um zu sich selbst zurück zu finden.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Andreas Köhler für die Einsendung dieser Leseprobe!
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10. August 2019


Das war ne Nacht! Wieder einmal zeigte sich, daß sich manche Dinge unmöglich zwingen lassen, daß sie eine Art Eigenleben, Eigendynamik haben und sich schließlich alles von allein zum Besten fügt; wenn ich das nur weiß und mich dem Fluß vertrauensvoll hingebe, alle Zweifel loslasse.
     Was ist also passiert?
     Nachdem ich also erkannte, daß ich mich anderweitig um einen Platz für die Nacht umschauen muss, aufgrund meiner Erfahrungen allerdings keinerlei Sorge hatte, das richtige zu finden, suchte ich zuerst einmal die Touristeninformation am Bahnhof auf. Die junge Frau hinterm Tresen hatte zwar keinerlei Kenntnis von Gästezimmern oder günstigen Pensionen, dafür aber eine Liste nahegelegener „Bed & Breakfast-Unterkünfte“, die sie mir in einem kleinen Stadtplan markierte, mir dann beides übergab und viel Erfolg bei meiner Suche wünschte.
     Alsdann machte ich mich in Richtung Altstadt auf, um gleich 2 Adressen zu finden und war deutlich überrascht von der Menschenmasse, die sämtliche Gassen füllte. Es war ein Gedränge, daß keine Stecknadel hätte zu Boden fallen können. Dazu immer mehr Musik, internationale Straßenmusiker, Akrobaten, Sicherheitskräfte in orangen Westen und unzählige Buden, aus denen heraus allerlei herzhafte Leckereien und Getränke aller Art verkauft wurden. Ich erfuhr, daß ich mitten in ein Festival geraten war, welches über die Jahre immer bekannter, beliebter und größer wurde. Es war etwas mühsam, mir mit meinem Charlie auf dem Rücken einen Weg zu bahnen, und mir wurde zudem bewusst, wie schlecht meine Chancen waren, eine günstige Herberge zu finden. Mir ist die Problematik mit den Unterkünften ja hinreichend von Messen bekannt. Abgesehen davon, daß bei temporär gestiegener Nachfrage die Preise auf Goldpreisniveau steigen, ist auch nichts mehr frei.
     Die ersten beiden Adressen waren Nullnummern. Die dritte lag hinter dem Bärengraben, außerhalb der Altstadt. Also, dorthin. Beim Studium der Stadtkarte fiel mir auch auf, daß ich die Altstadt am Nachmittag doch in 15 Minuten hätte erreichen können, wie der alte Mann sagte. Ich hätte dafür nur die richtige Straße nehmen müssen.
     Am Bärengraben rastete ich auf einer Parkbank und dachte über meine Alternativen nach.
     Ich saß noch gar nicht lang, als eine ältere Frau schnurstracks auf mich zukam - in der einen Hand eine große Handtasche, in der anderen einen Regenschirm. Hätte sie nicht dieses blau geblümte Sommerkleid getragen, hätte ich sie für Mary Poppins gehalten. Ohne Umschweife sprach sie mich an, weil sie mich als reisenden Handwerker erkannte, setzte sich sofort zu mir und redete wasserfallartig auf mich ein, ungebremst im Dialekt, daß ich weit weniger als die Hälfte verstand und anfing, nur noch Ja zu sagen. Was ich jedoch verstand, war, daß sie wisse, wo die reisenden Gesellen übernachten, nämlich im Zunfthaus. Sie wolle es mir zeigen, mich hinführen. Also beendete ich meine Rast und folgte ihr zurück in die Altstadt.
     Sie eilte. Ich kam kaum hinterher. Unablässig wies sie mich ganz stolz auf Dinge hin, die aus Holz gefertigt wurden - Stühle, Türen, Tore, Skulpturen. Im Münster sei auch alles aus Holz, doch das Münster sei geschlossen. Und hinter all den Toren und Türen, in den Häusern und Höfen sei auch alles aus Holz. Ich sagte ja, ich wisse das. Woher?, ob ich da schon überall drin gewesen sei und es gesehen habe, blaffte sie mich an. Das Zunfthaus fanden wir nicht und ein Gefühl, daß wir es auch nie finden werden, wuchs.
     Wir stießen abermals auf die Menschenmenge. Schrille Musik drang aus einem Hof, woraufhin die Alte zu schreien begann und ihren Regenschirm in ihrer rechten Hand schleuderte. Mit forschen Schritten steuerte sie ins Volk und stieß völlig ohne Rhythmus spitze Schreie aus. Und schleuderte ihren Schirm. Ich blieb auf Abstand. Die Situation war skurril. Die Alte redete ohne Unterlaß, einigermaßen wirr, wie ich den Eindruck hatte, ohne daß ihr jemand ernsthaft zuhörte. Ich konnte sie zudem auch kaum verstehen. Sie begann plötzlich, wildfremde Menschen plump nach dem Zunfthaus zu fragen, einfach so und bar jeder Höflichkeitsform. Die Leute waren verdutzt, hatten keine Ahnung und konnten die prompte Frage auch unmöglich beantworten. Ohne ein weiteres Wort ließ die Alte die Leute stehen und marschierte weiter. Sie versuchte dann auch zunehmend die Leute über mich und mein Aussehen aufzuklären und mir wurde das von Moment zu Moment peinlicher. Ich suchte nach Auswegen, nach einer Gelegenheit, sie wieder los zu werden. Kurz darauf schaffte ich es und atmete erleichtert auf. Im selben Augenblick war sie wieder neben mir.
     Mir verging die Lust am Laufen. Ich war müde, erschöpft und wollte unbedingt duschen. Ich fühlte mich in meiner schweißgetränkten Kleidung äußerst unwohl. An verschiedensten Körperstellen drückte und rieb der Stoff. Meine Füße waren kaputt. Und jetzt wurde ich die seltsame Alte nicht mehr los.
     Ich steuerte auf einen B&B nahe des Bahnhofs, die Alte mal im Schlepptau, mal vornweg eilend. Der B&B floppte; ich hätte online buchen müssen. Die Betreiber waren unerreichbar.
     Jetzt offerierte die Alte, ich könne bei ihr schlafen. Wir müssten nur mit der Bahn an die Berge fahren, dort hätte sie eine kleine Unterkunft, auch eine Dusche, jedoch nur kaltes Wasser. Sie schläft auf dem Fußboden. Morgen gäbe es Barbecue, die Amerikaner gäben einen aus und ich sei eingeladen. Sie sei der Polizei bekannt, weil sie den andern Hausbewohnern immer das Wasser abdrehe, doch ich müsse mir nichts dabei denken.
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