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Krone der Welt
Verfasser: Sabine Weiß (16)
Verlag: Bastei Lübbe (3161)
VÖ: 21. Dezember 2020
Genre: Historischer Roman (4832)
Seiten: 688
Themen: 16. Jahrhundert (298), Achtzigjähriger Krieg (1), Amsterdam (65), Antwerpen (3), Architekten (185), Armada (6), Belagerung (49), Elizabeth I. (12), Englisch-Spanischer Krieg (1), Francis Drake (4), Geschwister (323), Ost- und westindische Kompanien (6)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Krone der Welt« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (5)     Projekt 10     Leserkanonen-Einblick     Blogger (3)     Tags (1)
KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Nachdem wir vor einigen Tagen den Auftakt zum historischen Roman »Krone der Welt« aus der Feder von Sabine Weiß im Rahmen unserer Rubrik »Projekt 10« gemeinsam angelesen hatten, ist es nun an der Zeit, euch unsere Meinung zum kompletten Buch zu schildern. Der Amsterdam-Roman ist in der Weihnachtszeit im Lübbe Verlag erschienen und hat einen Umfang von 688 Seiten. Für die Taschenbuch-Ausgabe sind 12,90 Euro zu zahlen, die E-Book-Version schlägt mit 9,99 Euro zu Buche. Überdies gibt es eine Hörbuchausgabe, welche eine Laufzeit von 24:53 Stunden hat und von Detlef Bierstedt eingelesen wurde, der deutschen Synchronstimme illustrer Weltstars wie George Clooney, Stellan Skarsgård und Jonathan Frakes.

Die Autorin führt ihre Leser ins ausgehende sechzehnte Jahrhundert, als Amsterdam kurz davor stand, die Schwelle einer nur durchschnittlich bedeutsamen 30.000-Einwohner-Stadt zur Weltmetropole zu überschreiten. Hierhin gelangt ein Festungsbaumeister mit seinen drei Kindern, nachdem er aus religiösen Gründen zur Flucht gezwungen war. Geht man nach dem Klappentext, wird im Wesentlichen die Geschichte der drei Geschwister erzählt: Der ältere Bruder möchte Architekt werden, der jüngere Bruder träumt von der Seefahrt, die Schwester im Bunde entwickelt sich zu einer fabelhaften Köchin. Tatsächlich wird im Wesentlichen nur die Geschichte des Erstgenannten erzählt, die beiden anderen spielen eher Nebenrollen. Der Qualität des Buchs tut dies jedoch natürlich keinen Abbruch.

Tatsächlich erweist sich »Krone der Welt« als ein hervorragender historischer Roman, auch wenn einem viele der Themen, die darin verarbeitet wurden, schon aus unzähligen anderen Büchern bekannt vorkommen. Auch hier prallen Vertreter unterschiedlicher Religionen aufeinander, auch hier spinnen Kaufleute und sowohl städtische Beamte als auch höhere Herrscher ihre Intrigen und spielen ihre Machtspielchen, auch hier wird vergewaltigt und hinterrücks gemordet, und so weiter, und so fort. Das Entscheidende ist jedoch: Die Autorin hat die altbekannten Motive auf eine solch gelungene Weise zusammengeführt, dass man sich trotzdem so fühlt, als hätte man zuvor noch keine anderen historischen Romane gelesen und würde erstmals von dem überwältigt werden, was einem das Genre zu bieten hat. Die Ereignisse jener Zeit - das Aufeinandertreffen von Katholiken und Reformatoren, die Niederschlagung der spanischen Armada, das Entstehen der ersten niederländischen Handelskompanien und dergleichen - wurden wunderbar eingebunden und zum Teil der Geschichte gemacht. Erfreulich ist dabei, dass die Autorin nicht auf Krampf versucht hat, ihre Protagonisten zu den entscheidenden Personen zu machen, die alle eingearbeiteten historischen Ereignisse in Gang gesetzt haben, wie es gerne mal geschieht (als Beispiel aus dem gleichen Verlag sei »Das Fundament der Ewigkeit« genannt, in dem Ken Follett es vor drei Jahren eindeutig übertrieb). Vielmehr sind die Figuren von Sabine Weiß entweder Teil des Getriebes, oder sie werden von ihm zermahlen. So fühlt sich das viel »natürlicher« an: Ihre Akteure produzieren die damalige Ära nicht, sie sind ein Teil von ihr. Und als Leser ist man es mit ihnen.

Sprachlich bewegt sich das Buch auf hohem Niveau, hier fiel uns eigentlich nur die wiederholte Verwendung des Begriffs »Itaker« als fehlerhaft auf, denn dieser wurde im ausgehenden sechzehnten Jahrhundert definitiv noch nicht verwendet. Aber das ist Haarspalterei. Die Atmosphäre der Zeit wurde exzellent in Worten eingefangen, der Spannungsbogen und das Tempo sind hoch, Hauptfigur Vincent schaut man gern über die Schulter, auch wenn - oder gerade weil - er nicht in jeder Hinsicht perfekt ist. Kurzum: Hier fühlt man sich von der ersten bis zur letzten Seite beim Lesen pudelwohl.

Noch eine kleine Anmerkung zum Prolog, den wir im Rahmen unseres »Projekts 10« angelesen hatten: Wie wir dort erwähnten, spielen die darin geschilderten Szenen im Jahre 1617 und damit nicht zu Beginn oder vor der eigentlichen Story des Buchs. An der Stelle, an der der Kreis geschlossen wird und man wieder an jenem Moment anlangt, merkt man gar nicht so recht - zumindest ging es uns so -, dass man wieder dort ist. Wir hatten zwar unterschwellig den Eindruck, dass es sich um die gleiche Situation handeln könnte, aber wenn wir nicht nochmal an den Anfang geblättert und auf die Jahreszahl geschaut hätten, hätten wir es nicht mit Gewissheit sagen können. Daher blieb der womöglich erhoffte Aha-Effekt an der Stelle aus, »rund« wirkt die Geschichte aber vollkommen unabhängig davon. »Krone der Welt« ist ein durch und durch gelungener Historienroman, an dem jeder Freund des Genres seine helle Freude haben dürfte.
– geschrieben am 11. Januar 2021 (5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz