Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
45.265 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »FINNLEY0«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
Omega - Das Erbe der Gottmaschine
Verfasser: Oscar Winter (1)
Verlag: Hybrid (38)
VÖ: 9. Dezember 2020
Genre: Science Fiction (2701)
Seiten: 396 (Taschenbuch-Version), 264 (Kindle-Version)
Themen: 22. Jahrhundert (78), Geheimnisse (4570), Menschheit (91), Postapokalypse (10), Signale (14), Terraforming (8), Wüste (301)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
2,50 (70%)
auf Basis von einem Blogger
1
0%
2
0%
3
100%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1,00 (100%)
1
100%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Errechnet auf Basis von 1 Stimme
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Omega - Das Erbe der Gottmaschine« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Blogger (1)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Oscar Winter für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Amma sagt, du heißt Matt. Gefällt er dir? Der Name, den sie dir gegeben haben?«
     Der Kleine schüttelte stumm den Kopf.
     Er reichte dem Jungen den Wasserbeutel und dieser trank schnell und in großen Schlucken, bis er husten musste.
     »Mir mussten sie damals keinen neuen Namen geben«, sagte Ray. »Sie wussten schon, wie ich heiße.« Vorsichtig zog er ein kleines, in rotes Leder gebundenes Büchlein hervor und reichte es Matt. »Als sie mich fanden, trug ich das bei mir.«
     Der Junge musterte das Büchlein, legte das Wasser weg und blätterte durch die vergilbten Seiten voller Zahlen und Formeln. Nach einer Weile blickte er auf. »Was bedeuten diese Zeichen?«
     »Es sind Sternenkarten und Koordinaten; Zeichen, die uns ermöglichen, Orte zu finden. Einige dieser Orte sind in den Sternen, einige sind hier auf der Erde. Ich habe sie gesucht.«
     Die Augen des Jungen blickten ihn neugierig an. »Hast du sie gefunden?«
     Ray nickte. »Viele von ihnen, aber ich fand sie verlassen und zerstört. Lagerhallen und Fabriken, in denen Dinge gebaut wurden, die längst in Vergessenheit geraten sind. Dinge, von denen die meisten Menschen nichts wissen.« Er zuckte mit den Schultern und zeigte auf die Inschrift des ledernen Umschlags. »Und hier steht mein Name geschrieben.«
     Für Raymond, unseren geliebten Sohn. Mögest du finden, was wir verloren haben.
     Matt, scheinbar plötzlich befreit von jeglicher Furcht, lehnte sich weit nach vorne. »Bedeutet das, du sollst alle diese Orte finden?«
     Ray richtete sich auf und sah zum Fenster hinüber. »Einen bestimmten Ort, denke ich. Ich glaube, dass sie einen Ort gesucht haben, der besser ist als unsere Stadt oder die Wüsten. Einen Ort, wo die Menschen Zuflucht finden könnten.«
     »Und den suchst du?«
     Er nickte und lächelte den Jungen an.
     Für eine Weile schwiegen sie beide und nur das gelegentlich von der Lehrerin unterbrochene Geplapper der Kinder unter ihnen im Kirchenschiff war zu hören.
     »Bist du auch ein ... ein Wüstenkind?« Die Frage kam unerwartet. Das letzte Wort flüsterte Matt, als wäre seine bloße Erwähnung ein Vergehen.
     Ray deutete auf die Sandnarben in seinem Gesicht, beugte sich nach vorne und zeigte ihm auch die längliche Narbe auf seinem Hinterkopf, die von seiner Gedankenlöschung stammte.
     Sofort tastete Matt nach dem frisch genähten Schnitt am eigenen Kopf. »Ava aus meiner Klasse sagt, die Ärzte nehmen mir die Erinnerung, weil meine Eltern in der Wüste hausten und Menschen fraßen. Sie sagt, wenn ich noch wüsste, wie das ginge, würde ich die anderen in der Nacht auffressen.« Angst schlich sich in seinen Blick. »Essen wir wirklich andere Menschen?« Wieder das Flüstern.
     Ray schüttelte den Kopf. »Die Überlebenden dort draußen leben von den Dingen, die sie in den Ruinen finden: Konserven, Getrocknetes und Verschweißtes. So wie wir. Trotzdem glauben die Stadtbewohner, dass alle aus den Ruinen Kannibalen sind. Es ist Unsinn.«
     »Also bin ich gar kein Kannibale?«
     »Nein. Du isst die gleichen Sachen wie alle anderen Kinder auch.«
     Der Kleine atmete sichtbar erleichtert auf.
     Ray nahm den Wasserbeutel, verstaute ihn sorgsam in seinem robusten Rucksack und sprang von der Kiste. »Und jetzt lass uns Amma suchen.«

Matt folgte ihm zuerst bereitwillig die Treppen hinab, doch unten angekommen verlangsamte er seine Schritte. »Wird Amma mich bestrafen, weil ich aus dem Schlafsaal abgehauen bin?«
     Ray blickte ihn aus den Augenwinkeln an. »Vermutlich.«
     »Ich will aber nicht bestraft werden.« Matt blieb stehen.
     »Willst du dich für den Rest deines Lebens zwischen diesen Kisten verstecken?«
     Matt kniff die Augen zusammen, schien die Möglichkeit in Gedanken abzuwägen, doch schließlich ging er weiter.
     Eine Horde Kinder spielte zwischen den Bögen und Pfeilern, als sie unten in die Kreuzgänge traten. Die Kleinen spielten Wüstenfangen und trugen Kapuzen und dicke Sonnenschutzumhänge. Wenn ein Kind erwischt wurde, tat es so, als würde es verbrennen, kreischte und wand sich in gespielter Qual am Boden.
     Amma saß an ihrem üblichen Platz unter einem zu dieser Tageszeit schattigen Kreuzbogen ganz hinten im Innenhof. Selbst nach all den Jahren rief sie mit ihrer großgewachsenen Statur und den streng nach hinten gebundenen, inzwischen ergrauten Locken immer noch den Respekt in ihm hervor, den er auch als Kind gefühlt hatte. Sie blickte von einem alten Tablet-Computer auf. Obwohl sich ihr Mund nicht bewegte, erkannte er ein Lächeln in ihren Augen. Wie beiläufig drückte sie ihm das Gerät in die Hand und wandte sich dann dem Jungen zu. »Komm her, lass dich ansehen.« Sie stützte die Hände auf die Knie.
     Matt zögerte, dann trat er an sie heran.
     Auf dem Bildschirm erkannte Ray sein eigenes Gesicht auf einem Steckbrief, den das Sucherkorps von ihm verbreitete. Das Gesicht eines jungen Mannes mit grünen Augen und wilden, braunen Haaren. Linienförmige Sandnarben wie die Kriegsbemalung eines Indianers zogen sich unter seinen Augen auseinander.
     Amma fasste Matt ans Kinn, so dass er ihr in die Augen blicken musste. »Geh in die Küche und sag ihnen, sie sollen dir zu essen geben. Wir zwei unterhalten uns nachher noch über die Schulordnung.«
     Matt nickte gehorsam und machte ein paar zögerliche Schritte zur Tür. Schon fast an der Schwelle drehte er sich nochmal um und rannte wieder zurück zu ihm. »Wenn du diesen Ort findest, nimmst du uns dann mit?«, flüsterte er ihm ins Ohr.
Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2021)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz