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Omega - Das Erbe der Gottmaschine
Verfasser: Oscar Winter (1)
Verlag: Hybrid (44)
VÖ: 9. Dezember 2020
Genre: Science Fiction (2808)
Seiten: 396 (Taschenbuch-Version), 264 (Kindle-Version)
Themen: 22. Jahrhundert (84), Geheimnisse (4736), Menschheit (95), Postapokalypse (13), Signale (15), Terraforming (8), Wüste (313)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Omega - Das Erbe der Gottmaschine« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Oscar Winter für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Prolog


Ich weiß nicht, ob dich diese Botschaft je erreichen wird. Seit ich die Augen für den langen Schlaf geschlossen habe, sind neun Jahre vergangen.
     Der Bordcomputer weckte uns dreißig Tage vor der Ankunft. Ich und die Besatzung wurden als erste geweckt und wir stellten voller Dankbarkeit fest, dass alle Reaktoren und Biosphären die Reise durch das Loch überdauert hatten, dass alle Systeme funktionierten. Die Stimmung in der Mannschaft war ausgelassen, bis wir uns schließlich den Passagieren zuwandten.
     Von unseren achttausend Passagieren überlebten nicht einmal fünftausend den langen Schlaf. Wir wissen nicht, was passiert ist. Viele der besten Genetiker, Biologen, Terraformer, Physiker und Arbeiter sind in den Kältekammern elendig zugrunde gegangen; einige sind zu früh aufgewacht und haben sich im Wahn die Fingernägel an den Deckeln der Kammern abgekratzt. Ein albtraumhafter Anblick.
     Nichts von dem hätte passieren dürfen, wir hatten höchstens mit ein paar Dutzend Verlusten gerechnet. Wie sollen wir eine neue Erde formen, wenn viele der wichtigsten Experten tot oder verrückt sind? Wie sollen wir so ein Terraforming durchführen? Als Kapitän der Fähre durfte ich mir nichts anmerken lassen. Und so machten wir einfach weiter.
     Die Dädalus und die Crew verkrafteten den Bremsanflug auf Kepler 69 problemlos, wir konnten unsere neue Sonne schon deutlich erkennen. Kepler 69 ähnelt unserer Sonne; ein gelber Zwerg, an der Oberfläche unter 6000 Grad Celsius heiß, mit einer etwas stärkeren Leuchtkraft. Ich stelle mir vor, dass auch du gerade zu ihm hochblickst; wie er dir, 2700 Lichtjahre entfernt, in einer klaren Nacht aus dem Sternbild des Schwans entgegenleuchtet. Hier kreist der Planet, der uns alle retten muss: Kepler 69c — Ikarus.
     Der Rat trifft bereits jetzt verzweifelte Maßnahmen. Da so viele Arbeitskräfte fehlen, erklärte er schweren Herzens einen Teil der Passagiere zu Freiwilligen. Gegen ihren Willen. Der Rat beraubte die jungen Männer und Frauen ihrer Rechte, steckte sie in lebenserhaltende Anzüge und schickte sie auf die noch unfertige Oberfläche des Planeten. Der Rat schuf Sklaven, nichts weniger.
     Ich fürchte, dass diese Entscheidung uns eines Tages heimsuchen wird, doch jetzt sind verzweifelte Taten womöglich die einzige Chance, die Menschheit vor ihrem Untergang zu bewahren.
     Wenn du mich empfängst, wisse, dass wir alles tun, um Ikarus vorzubereiten, bevor die Erde endgültig stirbt.
     Ich werde mein Versprechen halten. Ich werde eine Arche bauen und zurückkehren, sollte es der Rat gutheißen oder nicht.
     Haltet durch.
     Meine Liebste, was auch immer passiert, haltet durch.


1.


Ray legte die Hände auf den kühlen Stein der Brüstung und überblickte das Kirchenschiff unter sich. Dort, wo lange Bänke hätten stehen sollen, reihten sich jetzt Schulpulte aneinander. Anstelle von Geistlichen schritten Lehrer unter den Kreuzbögen hindurch.
     Sein Blick fiel auf eine Gruppe Kinder, denen eine Lehrerin gerade erklärte, wie sie die Filter ihrer Schutzmasken auswechseln mussten. Die meisten hörten aufmerksam zu und verfolgten jede ihrer Handbewegungen. Ein paar alberten herum und ließen die Riemen ihrer Masken wie Gummibänder durch die Luft fliegen.
     Auch er hatte sich damals oft versteckt, wenn er wütend oder ängstlich gewesen war. Aber wo nur? Seine Augen wanderten zu den hohen Chorfenstern über den Emporen. Die Bilder auf den bunten Gläsern beschrieben biblische Szenen und tauchten den Boden unter ihnen in weiches Licht.
     Er stieß sich von der Brüstung ab und stieg hinab zum Kirchenschiff. Ohne seine schweren Einsatzstiefel, nur in den Socken, waren seine Schritte leise. Trotzdem bemerkten ihn ein paar Kinder und winkten ihm zu, die Atemmasken hingen halb in den Gesichtern. Ray winkte zurück. Er stieg die Leiter hinauf zur anderen Empore und schwang sich oben flüssig wie ein Schatten über die Brüstung.
     Hier oben roch es nach Staub. Hüfthohe Kisten aus dunklem, altem Holz standen überall verteilt. Er sah ihn sofort. Am anderen Ende der Empore saß der Junge zusammengekauert auf dem Sims des Fensters und umklammerte mit beiden Händen ein viel zu großes Buch. Sein dünner, braungebrannter Körper wirkte fast schon ausgemergelt. Sein Haar glich dem einer streunenden Katze.
     »Du musst Matt sein.«
     Der Junge schrak zusammen, erblickte ihn und sprang vom Sims. Ohne sich umzuschauen rannte er zur Tür und versuchte, sie mit einer Hand aufzuziehen. Sie klemmte. Er zog mit aller Kraft, rutschte ab, fiel zu Boden und rappelte sich sofort wieder auf.
     Ray räusperte sich. »Sie hat schon immer ein wenig geklemmt. Du musst mit beiden Händen ziehen.«
     Der Junge warf das Buch weg und zog beidhändig, bis die Tür aufschwang. Als er auf der Schwelle stand, hielt er inne. »Willst du mich nicht verfolgen?« Seine Stimme klang heiser.
     »Du würdest ohnehin wieder weglaufen.« Ray sprang auf eine der Kisten und blieb mit gekreuzten Beinen im Licht der bunten Gläser sitzen. »Komm her und setz dich zu mir.«
     Der Kleine zögerte. Er warf einen letzten Blick ans Ende der Treppe. Die Tür fiel zurück ins Schloss. Schließlich kam der Junge langsam zurück, ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen.
     Aus der Nähe konnte er den Jungen noch besser erkennen. Seine rissigen Lippen zeugten vom Wassermangel. Er sah die für Wüstenkinder typischen, linienförmigen Narben in seinem Gesicht. Narben, die entstanden, wenn die Haut immer und immer wieder von Sandstürmen aufgerissen wurde.
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