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Die Wahrheit glaubt dir erstmal keiner
Verfasser: Peter Schmidt (3)
Verlag: tredition (254)
VÖ: 14. August 2020
Genre: Gegenwartsliteratur (3245)
Seiten: 288 (Gebundene Version), 289 (Kindle-Version)
Themen: Drittes Reich (86), Mut (175), Zweiter Weltkrieg (534)
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Ferdinand, der Sohn des österreichischen Konditormeisters Waginger und seiner Frau, wächst im Berlin der dreißiger Jahre auf, überlebt als Soldat durch glückliche Umstände den Weltkrieg, folgt seinen musikalischen Neigungen und beginnt eine Laufbahn als Dirigent.
Als fünfzig Jahre nach Kriegsende die NS-Vergangenheit prominenter Angehöriger der sogenannten Flakhelfergeneration durchleuchtet wird, vertuschen, leugnen oder verharmlosen viele von ihnen belastende Details ihrer Biografie.
Auch Ferdinand Waginger, der inzwischen weltberühmte Maestro, gerät ins Fadenkreuz der „Nazi-Jäger“ bekennt Farbe und legt öffentlich Rechenschaft über sich und sein Leben in jener Zeit ab.
Und dennoch holt ihn seine Vergangenheit ein.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Peter Schmidt für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Peter Schmidt gibt es auf seiner Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Also doch HJ“, ranzte Frau Waginger.
     „Ja und nein.“ Ihre Reaktion überraschte den erfahrenen Pädagogen nicht, so dass er fortan die Nennung der beiden Buchstaben vermied. „Formal sind die Rundfunkspielscharen zwar Teil der Organisation, aber Jungen und Mädchen, die dort mitmachen, sind von den üblichen Aktivitäten des Jugendverbandes weitestgehend befreit. Es handelt sich um Chor- oder Instrumentalgruppen musikalisch ganz besonders begabter Jugendlicher. Zu ihren Aufgaben gehört die regelmäßige Teilnahme an Rundfunksendungen, Filmaufnahmen für Spielfilme oder auch mal die Mitwirkung bei Wochenschauen. Bisweilen treten die Rundfunkspielscharen auch im befreundeten Ausland oder bei anderen Sendern im Reich auf.“
     „Dann san die Jugendlichen praktisch hauptsächlich am Singen und Musizieren, stimmts?“ Herr Waginger konnte seine Sympathie für Brös Idee unschwer verbergen.
     „Mit seiner gut ausgebildeten Sing- und Sprechstimme und auf meine Empfehlung hin, würde Ferdinand dem herkömmlichen Dienst entgehen und ohne Umschweife in die Rundfunkspielschar aufgenommen werden. Er könnte weiter auf unserer Anstalt bleiben, könnte im Schulchor brillieren und stünde der Schule, wenn es seine Zeit erlaubt, sogar für Sportwettkämpfe zur Verfügung. Etwa zwei- bis dreimal in der Woche müsse er allerdings für Proben und Auftritte im Haus des Rundfunks in der Masurenallee erscheinen. Manchmal stünden auch Gastspiele in anderen Städten, Filmaufnahmen bei der UFA in Babelsberg oder in der Oberlandstraße in Tempelhof auf dem Programm.“
     Ferdi hätte jauchzen können vor Glück. Das war die Lösung!
     Während ihr Gemahl seine Freude über Brö´s Vorschlag kaum zu kaschieren wusste, verriet Frau Wagingers Gesichtsausdruck weiterhin Skepsis.
     „Wird denn Ferdi das alles schaffen können, ohne die Schule dabei zu vernachlässigen“, fragte sie, „er tut sich ja jetzt schon in manchen Fächern nicht leicht.“
     „Wir werden ihn schon durchkriegen, lassen Sie das mal unsere Sorge sein. Direktor Wuttke hat mir zugesichert, dass es zumindest seitens der Schulleitung keine Probleme geben wird. Überlegen Sie sich die Sache also gut, besprechen Sie alles und lassen Sie mich, oder besser gleich Herrn Oberstudiendirektor Wuttke persönlich, bis morgen wissen, wie Sie sich entschieden haben. Wir werden uns dann um alles Weitere kümmern. Sie verstehen, die Sache verträgt keinen Aufschub.“

     Dann erhob er sich, knuffte Ferdi freundschaftlich in die Seite und ließ sich von Herrn Waginger auf dem Weg zur Tür widerstandslos noch eine Tüte Konfekt aufnötigen.
     Schon bald nach der Entscheidung, die nicht ohne heftige Wortwechsel zwischen Mutter und Sohn endlich getroffen wurde, stellte sich Ferdinand zum ersten Mal in der Masurenallee vor. Bereits nach der ersten Gesangsprobe war allen klar, was man an ihm haben würde. Ferdi fühlte sich spontan wohl. Vor allem gefiel ihm, dass es ein gemischter Chor war.
     Nur Frau Waginger wollte sich nicht daran gewöhnen, dass ihr Sohn immer öfter, sogar an Wochenenden, nicht zuhause war. Sie spürte, wie sich der Junge allmählich verändert hatte und erwachsener geworden war. Ferdinand war dermaßen im Glück, dass ihm nur selten bewusst wurde, nun, als Mitglied der Rundfunkspielschar, selbst ein aktives, wenn auch nur winziges Teilchen des nationalsozialistischen Systems geworden zu sein.
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