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Der Mann mit der roten Mütze
Verfasser: Peter Schmidt (3)
Verlag: epubli (1562)
VÖ: 28. Juli 2017
Genre: Kurzgeschichte (4686)
Seiten: 60 (Taschenbuch-Version), 33 (Kindle-Version)
Themen: Weihnachten (1888), Weihnachtsmann (141)
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Alle Jahre wieder kommt der Weihnachtsmann. Allerdings wird ihm die Reise auf die Erde von Mal zu Mal beschwerlicher und er erlebt immer öfter, dass die Menschen und vor allem die Kinder nicht mehr so richtig an ihn glauben wollen. Das frustriert ihn mächtig. Bei seinen Besuchen gerät er zunehmend in Schwierigkeiten, sodass der Liebe Gott ihm nach seiner Rückkehr in den Himmel zur Auflage macht, bei seinen Reisen auf die Erde zur Adventszeit künftig seine Frau mitzunehmen. Die soll auf ihn aufpassen. Doch der schlaue Plan des Himmlischen Vaters entpuppt sich als große Pleite. Amüsant, kurzweilig und mit viel schrägem Humor erzählt der Autor von den Irrungen und Wirrungen in die der Weihnachtsmann von heute geraten kann.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Peter Schmidt für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Peter Schmidt gibt es auf seiner Autorenseite.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

I.
Nikolaustag.


Schon seit Tagen waren der Weihnachtsmann und Ruprecht, sein ungeschlachter, einsilbiger, aber schaffiger Knecht, damit beschäftigt gewesen, den Schlitten zu beladen, die Kufen zu entrosten, zu enteisen und schließlich gründlich einzufetten. Für alle Fälle packten sie noch eine Ersatzkufe ein, denn der Weihnachtsmann wollte für alle Eventualitäten gerüstet sein.
     Schon Stunden vor der Abfahrt hatte er die Verkehrsmeldungen verfolgt. Was da halbstündlich über den Sender lief, war wenig erfreulich.
     Aber schließlich befuhr er diese Strecke ja nicht zum ersten Mal und Rudi, sein Rentier, auch nicht.
     Nachdem sie viele Stunden ausschließlich abwärtsgefahren waren, Rudi alle vier Beine bremsend in den Schnee stemmte, bis die Hufe glühten und der Weihnachtsmann mit der Handbremse versuchte, das Tempo des Schlittens zu kontrollieren, gelangten sie an die Auffahrt zur Autobahn. Schon von weitem sahen sie die lange Schlange von Autos, von denen ein jedes dem Hintermann eine gewaltige Abgaswolke entgegen blies.
     Eine Vorwärtsbewegung der Blechlawine war kaum auszumachen.
     Als der Weihnachtsmann versuchte, sich und seinen Schlitten in die Schlange einzufädeln, wollte ihn keiner reinlassen. Stattdessen hob ein gewaltiges Hupkonzert an. Einzelne Autofahrer ließen die Seitenscheiben herunter und beschimpfen ihn, er hielte den Verkehr unnötig auf, sei ein Verkehrshindernis mit seinem Scheiß-Schlitten.
     Manche zeigten ihm sogar den Vogel.
     Als einer "Du Weihnachtsmann!" brüllte, glaubte der Weihnachtsmann zunächst, man habe ihn erkannt, was ihm sehr schmeichelte. "Und Du"? fragte er deshalb zurück. "Halt Schnauze, Du Opfer" bellte der südländisch aussehende Typ aus seiner tiefergelegten Corvette zu ihm hinauf auf den Kutschbock, von wo man eine gute Übersicht über das Geschehen hatte.
     Aber es geschah eigentlich nichts. Gar nichts.
     Verkehrsteilnehmer, die offenbar schon längere Zeit im Stillstand auf der Autobahn verharrt hatten, sowie diejenigen, denen das Abreiten der täglichen Staus schon zu einer verlässlichen Konstante ihrer Lebenswirklichkeit geworden war, reagierten gelassener.
     Mit fatalistischem, fast schon ätherisch entrücktem Gesichtsausdruck bohrten einige gelangweilt in der Nase und schnippten das Bohrergebnis elegant durch einen schmalen Spalt der Seitenscheibe nachdem sie es zuvor inbrünstig zwischen Zeigefinger und Daumen zu einem zierlichen Kügelchen geformt hatten. Damen lackierten ihre Fingernägel oder zogen den Lidstrich nach und wieder andere telefonierten oder bestellten via Smartphone Weihnachtsgeschenke.
     Der Nachmittag war bereits vorgerückt und schon setzte die Dämmerung ein. Der Weihnachtsmann fühlte sich gestresst und bruddelte ärgerlich in seinen weißen Bart. Eine gewisse Nervosität erfasste ihn, wenn er an die Arbeit dachte, die noch vor ihm lag und pünktlich zu erledigen war.
     Rudi begann jetzt hörbar zu keuchen. Nach einem himmlischen Jahr auf der Weide war er die Kohlenmonoxid-Konzentration hienieden einfach nicht mehr gewohnt. Deshalb und wegen des Zeitdrucks unter dem sie standen, straffte der Weihnachtsmann die Zügel und er, Rudi samt Schlitten und Ladung erhoben sich in die Lüfte, ließen stinkende Autos unter sich, überflogen das berüchtigte Autobahnkreuz und landeten unbeschadet mitten im Stadtpark.


II.


Weder ihr Abflug von der Autobahn noch die Landung im Stadtgarten führte bei Autofahrern oder Passanten zu irgendeiner Reaktion.
     Die Menschen, grübelte der Weihnachtsmann enttäuscht, scheinen sich so gar nicht mehr auf ihn und seine Geschenke zu freuen.
     Gut erinnerte er sich noch an alte Zeiten, als er überall noch freie Fahrt mit seinem Schlitten hatte. Da winkten ihm die Leute schon von Weitem, hielten ihm Becher mit heißem Glühwein entgegen und Kinderchöre sangen sein Lieblingslied "Vom Himmel hoch".
     Da war auch noch mehr Lametta und Rudi bekam überall Heu und frische Äpfel. Leider mehr, als er vertrug. Dann litt das Rentier regelmäßig an Magen- und Darmkrämpfen, was allerdings auch einen positiven Nebeneffekt hatte: seine Hinterlassenschaften markierten zuverlässig diejenigen Straßenzüge, die sie schon bedient hatten.
     Häufchenfreie Bezirke hingegen signalisierten, wo es noch etwas zu tun gab, führten sie zu den Häusern, in denen glänzende Kinderaugen in warmen, von Lebkuchenduft geschwängerten Wohnzimmern dem Weihnachtsmann entgegenfieberten.
     Ach ja, lang, lang ist´s her und schon fast nicht mehr wahr, seufzte er, sobald er daran dachte.
     Denn in den letzten Jahren wusste der Weihnachtsmann sehr oft noch nicht einmal, wo er Rudi und den Schlitten überhaupt abstellen sollte, so dicht war der Verkehr, so angespannt die Parksituation.
     Lieferwagen der unterschiedlichsten Paketdienste verstopften die Straßen. Stämmige Fahrer wuchteten auf Sackkarren kleinere, zumeist aber mittel- bis riesengroße Pakete von der Ladefläche bis in die Häuser.
     Überall in den Schaufenstern der Geschäfte glotzten ihn billige Kopien von sich und seinem Rentier an. In seiner Einbildung sah er immer ein fettes "WANTED" darüber prangen und es beschlich ihn die fixe Idee, es werde vielleicht mit Hilfe dieser Figuren und Plakate nach ihm und Rudi gefahndet.
     Er verwarf diesen Gedanken aber in der nächsten Sekunde, als er auf den Straßen und vor Geschäften lebendige Menschen sah, die haargenau so gekleidet waren, wie er: langer, roter Mantel, rote Zipfelmütze, das Gesicht eingerahmt von einem gewaltigen, schlohweißen Rauschebart. Über der Schulter trugen die meisten einen prallen Jutesack, aus dem heraus sie Handzettel an Passanten und kleine Geschenke an die Kinder verteilten.

     Dabei stießen sie ununterbrochen mit heiserer Stimme schräge Laute wie "HoHoHo" aus, was sich ziemlich bescheuert anhörte.
     Aber eigentlich war jetzt gar keine Zeit für weitere Beobachtungen. Schließlich musste die Arbeit getan werden. Und zwar heute noch.
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