Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.857 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Ella«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
BROSCHIERT
 
Kinderklinik Weißensee 1 - Zeit der Wunder
Verfasser: Antonia Blum (1)
Verlag: Ullstein (1260)
VÖ: 30. November 2020
Genre: Familienepos (449) und Historischer Roman (4644)
Seiten: 432
Themen: Ärzte (920), Kinder (525), Krankenhaus (566), Schwestern (1182)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
1,65 (87%)
auf Basis von drei Bloggern
1
33%
2
67%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1,44 (91%)
1
63%
2
31%
3
6%
4
0%
5
0%
6
0%
Errechnet auf Basis von 32 Stimmen
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Kinderklinik Weißensee 1 - Zeit der Wunder« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (18)     Blogger (3)     Tags (1)     Cover
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 8. Januar 2021 um 14:07 Uhr:
» Das Cover des Buches hat etwas düsteres aber auch etwas wunderschönes. Letztendlich wenn man das Buch gelesen hat, kann man das Cover auch sehr gut verstehen.

Inhalt:
Das erste Kinderkrankenhaus Berlins und zwei junge Frauen, die sich aufopferungsvoll um ihre kleinen Patienten kümmern

Berlin 1911: Die Schwestern Marlene und Emma Lindow können ihr Glück kaum fassen: Sie dürfen als Lernschwestern in der Kinderklinik Weißensee anfangen. Die forsche Marlene lernt schnell, die schüchterne Emma fühlt sich hingegen bald von ihrer Schwester zurückgesetzt. Denn Marlene hat sich gleich doppelt verliebt: in den vornehmen Assistenzarzt Doktor Maximilian von Weilert und in das noch junge Fachgebiet Kinderheilkunde. Sie ist fest entschlossen, selbst Kinderärztin zu werden. Doch der Weg nach oben ist steinig, der in Maximilians Familie erst recht. Emma geht in ihrer Rolle als Kinderkrankenschwester auf und entfernt sich immer mehr von ihr. Erst als das Leben des kleinen Fritz Schmittke am seidenen Faden hängt, erkennen Emma und Marlene, dass sie zusammenstehen müssen, um ihre wichtigste Aufgabe zu erfüllen: den Kindern zu helfen.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat meine Erwartungen noch übertroffen. Sehr detailliert und realistisch werden die Geschehnisse in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts beschrieben. Die Geschichte der beiden Waisenmädchen zieht einen förmlich in den Bann. Man fiebert regelrecht mit, was aus ihrem Leben wird. Und man rätselt, wer denn der Gönner ist, der den beiden Schwestern die Ausbildung in diesem hoch angesehenen Krankenhaus ermöglicht. Auch die Schwierigkeiten und das Mobbing, dem die beiden Schwestern ausgesetzt sind, wird sehr gut dargestellt. Zur damaligen Zeit hatten Waisenkinder in der Regel keine Chancen. Die beiden Schwestern Marlene und Emma sind mir regelrecht ans Herz gewachsen und ich freue mich wahnsinnig auf den zweiten Teil, denn ich möchte einfach wissen, wie das Leben der beiden weitergeht.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, interessant und sehr informativ. Besonders gefallen hat mir, das immer im Wechsel aus der Sicht der beiden Schwestern berichtet wird.

Mein Fazit:
Ganz klare Leseempfehlung, volle 5 Sterne.«
  16      0        – geschrieben von dartmaus
Kommentar vom 7. Januar 2021 um 20:58 Uhr (Schulnote 2):
» Zu den lost places zählt die Klinik Weißensee, das erste Kinderkrankenhaus Berlins. Es ist der Schauplatz des historischen Romans "Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder" von Antonia Blum, das um zwei in einem Waisenhaus in Berlin aufgewachsene junge Frauen kreist, die sich aufopferungsvoll um ihre kleinen Patienten kümmern.

Berlin 1911: Die Schwestern Marlene und Emma Lindow können ihr Glück kaum fassen: Sie dürfen als Lernschwestern in der Kinderklinik Weißensee anfangen. Die forsche Marlene lernt schnell, die schüchterne Emma fühlt sich hingegen bald von ihrer Schwester zurückgesetzt. Denn Marlene hat sich gleich doppelt verliebt: in den vornehmen Assistenzarzt Doktor Maximilian von Weilert und in das noch junge Fachgebiet Kinderheilkunde. Sie ist fest entschlossen, selbst Kinderärztin zu werden. Doch der Weg nach oben ist steinig, der in Maximilians Familie erst recht. Emma geht in ihrer Rolle als Kinderkrankenschwester auf und entfernt sich immer mehr von ihr. Erst als das Leben des kleinen Fritz Schmittke am seidenen Faden hängt, erkennen Emma und Marlene, dass sie zusammenstehen müssen, um ihre wichtigste Aufgabe zu erfüllen: den Kindern zu helfen.

Das in Sepia-Tönen colorierte Cover ist perfekt auf den Inhalt des historischen Romans abgestimmt worden. Man sieht einen dunkelhaarigen kleinen Jungen, der aufmerksam das imposante Gebäude betrachtet. Auch der stimmige Titel macht auf die Handlung des Buches neugierig. Dürfen wir hier Wunder erwarten?

Der historische Roman "Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder" bildet den Auftakt der "Kinderklinik Weißensee"-Reihe, mit denen wir in eine längst vergangene Epoche entführt werden. Er ist eine angenehme Lektüre für zwischendurch, lässt aber etwas Tiefgang vermissen. Zu viele gängige Klischees werden in der mitunter langatmig dahinplätschernden Handlung bedient, die man aus den beliebten Serien im Fernsehen (und anderen bereits erschienenen Büchern) kennt. Im Mittelpunkt stehen zwei junge Frauen, die - aus ärmlichen Verhältnissen stammend - nach ihrer Erziehung in einem Waisenhaus dank eines unbekannten Gönners nicht nur das Abitur ablegen, sondern auch eine Ausbildung an dem Vorzeige-Kinder-Krankenhaus Weißensee absolvieren dürfen. Emma und Marlene sind sympathische intelligente, strebsame und pflichtbewusste Protagonistinnen, denen auf ihrem Weg zum Erfolg viele Steine in den Weg gelegt werden. Dennoch geben sie ihre Träume nicht auf, sondern kämpfen sich tapfer durch alle Schwierigkeiten, um am Ende den verdienten Lohn zu erhalten. Ihr sozialer Aufstieg ist insoweit ein Wunder, weil es in klarem Kontrast zu den tatsächlichen Verhältnissen im Deutschen Kaiserreiches steht. Insoweit ist eine ermutigende, hoffnungsvoll und optimistisch stimmende Geschichte, die einen interessanten Einblick in die Anfänge der Kinderheilkunde und der Ausbildung von professionellen Krankenschwestern gewährt. Sehr schön!«
  18      0        – geschrieben von Bücherfairy
Kommentar vom 31. Dezember 2020 um 11:10 Uhr (Schulnote 1):
» Kinderklinik Weißensee – Zeit der Wunder, Historischer Roman von Antonia Blum, Ebook 371 Seiten, erschienen im Ullstein-Verlag.
Das erste Kinderkrankenhaus Berlins und zwei junge Frauen, die sich aufopferungsvoll um ihre kleinen Patienten kümmern.
Nach dem Tod ihrer Mutter kommen die beiden Lindow-Schwestern in ein Waisenhaus. 1911 dürfen sie jedoch an der neueröffneten Kinderklinik Weißensee als Lernschwestern anfangen. Marlene der Forscheren der beiden fällt es leichter als ihrer jüngeren Schwester Emma, die sich aber immer mehr behauptet. Schon bald beginnt Marlene von einem Studium als Kinderärztin zu träumen. Beide verlieben sich und werden enttäuscht. Immer weiter entfernen sich die Schwestern voneinander.
Der Roman ist im auktorialen Stil verfasst, zu jeder Zeit ist der Überblick über die Geschichte gewährleistet. Alle 46 Kapitel sind mit Ort und Datum überschrieben der Lesende findet sich somit gut in der Erzählung zurecht. Tagebucheinträge und Briefe sind kursiv deutlich gemacht.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und zum größten Teil sympathisch. Meine Lieblingsfiguren die beiden Protagonistinnen, die Schwestern Lindow, Emma und Marlene. Beide Figuren haben Charaktertiefe ihre Entwicklung von Waisenmädchen zu examinierten Kinderkrankenschwestern ist hervorragend ausgeführt. Den Hausmeister Willi Pinke, der so schön berlinert und seinen blauen Wellensittich Jacki fand ich äußerst amüsant. Ein bildhafter Erzählstil trägt dazu bei, dass sich der Leser die Personen und auch das Setting gut vorstellen kann.
An zwei Nachmittagen habe ich das Buch gelesen. Schon der hochemotionale Beginn hat mich sofort in Lesefluss gebracht. Dramatik und Spannung ist vorhanden, jedoch hätte ich mir etwas mehr über die Methoden der Kinderheilkunde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwartet. Mehr Beschreibungen von Behandlungen und Diagnosen hatte ich mir erhofft. Stattdessen ist die Autorin eher auf die Erlebnisse der beiden Schwestern im privaten Bereich eingegangen. Dadurch hat sich das Buch fast von selbst gelesen, ohne sich den Kopf über medizinische Verwicklungen machen zu müssen. Einzig die Krankengeschichte des kleinen Fritz war sehr dramatisch, Ereignisse dieser Art hätte ich mir viel mehr gewünscht. Man merkt dem Roman an, dass die Autorin gute Recherchearbeit geleistet hat. Viele der Charaktere sind historisch belegt, z.B. der von Marlene so verehrte Kinderarzt Adalbert Czerny. Direktor Ritter oder Oberarzt Buttermilch. Nebenbei habe ich mich zusätzlich über die Kinderklinik Weißensee informiert, deren Ruine noch immer steht. Zur Zeit der Gründung war dieses Krankenhaus eine der fortschrittlichsten medizinischen Einrichtungen im Land. Ich habe durch die Lektüre einiges gelernt, mich gut unterhalten, gerne möchte ich die beiden Schwestern auf ihrem weiteren Lebensweg begleiten. Ein Cliffhanger am Ende hat seinen Zweck erfüllt deshalb will ich den 2. Band auf alle Fälle lesen. Von mir Note 1 und eine Leseempfehlung.«
  17      0        – geschrieben von Ele95
Kommentar vom 28. Dezember 2020 um 17:37 Uhr:
» Das Cover des Romans fand ich sehr gelungen, passt es doch super zum Buch und Inhalt. Die Geschichte ließ sich schnell und flüssig lesen. Sie spielt im Jahre 1911 und ist der damals neueröffneten Kinderklink Weißensee gewidmet.
Nach dem Tod der Mutter wachsen die Schwestern Marlene und Emma im Waisenhaus auf. Als junge Frauen dürfen sie eine Ausbildung in Weißensee als Krankenschwester beginnen. Waren die Beiden früher unzertrennlich, hier leben sie sich auseinander. Jede wird auf ihre Art erwachsen.
Obwohl mir das Buch im Großen und Ganzen gefallen hat, konnte es mich nicht richtig fesseln. Hatte ich doch das Gefühl alles schon einmal gelesen zu haben. Es tauchte absolut nichts Neues auf.
Standesunterschiede um die Jahrhundertwende. Armen Mädchen wird eine Ausbildung ermöglicht. Strenge Oberin mit Haaren auf den Zähnen. Zickige Mitschwester die ihr das Leben schwer macht. Liebe zu einem Arzt, die nicht sein darf, schwanger mit einem unehelichem Kind.
Genau die gleichen Probleme wie im Buch Charite, Hafenschwester oder Hebammen Saga von Winterberg.
Schade, hatte mir mehr davon versprochen.«
  12      0        – geschrieben von HexeLilli
Kommentar vom 28. Dezember 2020 um 11:27 Uhr (Schulnote 1):
» Handlung
Berlin 1911
Die Waisenschwestern Marlene und Emma stehen vor einem aufregenden neuen Lebensabschnitt: Sie beginnen in der Kinderklinik Weißensee ihre Zeit als Lernschwestern und freuen sich auf ihre neue Aufgabe als Kinderpflegerinnen. Doch gleichzeitig beginnt für die Beiden eine Zeit, in der sie lernen, auch unabhängig voneinander zu leben und irgendwann findet sogar eine Entfremdung statt. Den es gibt nicht nur immer mal wieder Streitereien, sondern die Ziele der Schwestern erweisen sich als unterschiedlich und auch Männer beginnen in ihren Leben eine Rolle zu spielen. So möchte Marlene noch tiefer in die Medizin eintauchen und strebt ein Studium als Kinderärztin an. Dabei ist ihr der Assistenzarzt Doktor Maximilian von Weilert ein Vorbild, für den sie allerdings bald mehr empfindet als nur Respekt.
Emma hingegen ist mit ihrer Tätigkeit als Kinderkrankenschwester vollkommen zufrieden und hat ihre Berufung gefunden. Daher geht es ihr auch stets zu Herzen, wenn die Kinder leiden müssen.
Während dieser Zeit und mit einem besonders schwierigen Fall erkennen Emma und Marlene, was ihnen im Leben wichtig ist und welche Aufgabe bei ihnen beiden eine hohe Priorität hat: Kindern zu helfen!

Meinung
Das Cover ist in neutralen und ziemlich erdigen Tönen gehalten. Daher springt beim ersten Hinschauen direkt die Schrift des Titels ins Auge, die in einem auffallenden Rot gestaltet wurde. Als zweites habe ich den kleinen Jungen ins Auge gefasst, der in einfacher Kleidung dasteht und auf das Gebäude in der Mitte schaut. Dieses ist der ehemaligen Kinderklinik Weißensee nachempfunden und daher sehr passend. So muss man als Leser dazu auch nicht erst im Internet nachschauen, sondern hat direkt ein Bild der Klinik im Gedächtnis.
Auch nach dem Lesen frage ich mich immer noch, wer der Bube ist, ich habe ein paar Vermutungen, ob diese stimmen ist natürlich fraglich. Insgesamt mag ich das Bild gern, es ist schlicht gehalten, fällt meiner Meinung nach gerade deshalb auf und bildet eine solide Verbindung zu dem Inhalt des Romans!

Ich hatte das Buch erstmals in der Verlagsvorschau gesehen und mein Interesse wurde direkt geweckt. Nicht nur der Titel und das Cover empfand ich sofort als ansprechend, sondern auch der Klappentext und die Handlungszeit. Und als ich dann erstmals in eine Leseprobe reingeschaut habe, wurde ich auch von dieser überzeugt. Alles in allem hatte ich also einen sehr positiven und vielversprechenden ersten Eindruck und war ziemlich davon überzeugt, dass mir die Geschichte gefallen wird. Daher möchte ich mich wiederholt ganz herzlich beim Ullstein Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars bedanken, wodurch ich mir von dem Roman einen Eindruck machen konnte, den ich im Folgenden erläutern werde.

Es gibt eine interessante und einführende Gestaltung der Umschlaginnenseiten. Dort gibt es jeweils ein paar Sätze zu den beiden Hauptprotagonistinnen Emma und Marlene, sowie zu der titelgebenden Kinderklinik Weißensee. Man wird ein wenig auf die Protagonisten und den Haupthandlungsort eingestimmt und kann sich bereits ein erstes Bild von beidem machen. Zudem werden wenige Worte zu den Ambitionen der beiden Schwestern verloren und man kann daher bereits ein wenig spekulieren, wie die Mädchen ihre Ziele erreichen und auch während des Lesens hatte ich diese Sätze stets vor Augen und habe aufgepasst, inwieweit sich die Wünsche erfüllen werden.

Danach startet die Handlung und bereits der Prolog hat mich in seinen Bann gezogen. Er spielt ein paar Jahre vor dem Beginn der Hauptgeschichte und gibt einen Blick auf die kindlichen Charaktere von Emma und Marlene, erklärt auch ein wenig, weshalb sie am Ende solche ausdrucksstarken Wesen entwickelt haben. Zudem erhält man einen Blick auf ihren familiären Hintergrund und irgendwie hatte ich dadurch direkt eine Bindung zu den zwei Mädchen aufgebaut.
Danach setzt die Haupthandlung ein, die 13 Jahre nach dem Prolog einsetzt und mittlerweile sind Emma und Marlene erwachsen geworden und beginnen ihre Ausbildung als Lernschwestern.

Was mir schon bei dem Prolog aufgefallen ist und was sich auch später fortgesetzt hat: vor dem Anfang neuer Kapitel gibt es stets das genaue Datum der folgenden Handlung. So kann man immer schauen, wie viel Zeit seit dem Beginn der Handlung vergangen ist, welche Jahreszeit mittlerweile herrscht, wie weit die Lehrzeit der Schwestern fortgeschritten ist und wie viel Zeit noch bis zur Prüfung bleibt. Es ist immer möglich, sich zeitlich zu orientieren und das mag ich allgemein bei historischen Romanen immer sehr gern!

Mir ist der Start in die Geschichte ziemlich leicht gefallen. Man kann sich in Ruhe einen ersten Eindruck von Marlene und Emma verschaffen und schon nach kurzer Zeit kristallisieren sich bestimmte Charaktermerkmale einer jeden heraus, die sich mit zunehmender Handlung immer mehr vertiefen. Zudem mag ich es, dass man die Schwestern auf ihrem Weg in die Kinderklinik und bei dem Antritt zur Tätigkeit als Lernschwestern begleitet und man so vieles durch die Augen von ihnen sieht. So ist man immer auf demselben Wissenslevel wie die Beiden und kann sich zusammen mit ihnen von den Gebäuden, aber auch von den anderen Protagonisten ein Bild machen.
Und nicht nur davon hatte ich einen positiven Eindruck, sondern auch von der Schreibweise. Diese war für mich leicht und locker lesbar, wobei häufig der Ernst von verschiedenen Situationen hervorkommt und es gibt immer wieder stimmungsvolle Abschnitte. Man lernt nicht nur die Figuren gut kennen, sondern auch das ganze Gebäude der Kinderklinik und immer wieder gibt es auch Informationen über die Kinderpflege und die Politik. Und anhand der beiden zuletzt genannten Punkte gibt es auch immer wieder Abschnitte, die mehr Anspruch haben und der Geschichte Authentizität verleihen.
Dadurch entsteht also eine angenehme Mischung aus leichten und anspruchsvolleren Kapiteln, man kann als Leser sowohl ein wenig durchatmen, als auch mit den Personen mitleiden und das ist doch schon mal eine gute Voraussetzung für eine tolle und mitreißende Geschichte.

Wie ich gerade schon kurz erwähnt hatte, gab es immer wieder stimmungsvollere Szenen, in denen man mit den Protagonisten mitfühlt und somit eine Bindung zu ihnen aufbaut. Die Emotionen sind sowohl freudiger, als auch von trauriger oder wütender Natur, die Protagonisten zeigen verschiedene Facetten von sich selbst und das wirkt sich natürlich auch positiv auf die Empfindungen aus, die sich auf den Leser übertragen. Dabei wurde nicht jede Szene mit Stimmungen gespickt, oft wird die Handlung neutral erzählt, aber es gibt halt immer mal wieder ein paar Abschnitte, die emotionaler sind und mir vollkommen ausreichen. In diese Momente wurden viele Mühen vonseiten der Autorin reingesteckt, um sie einzigartig zu machen, was sehr gut gelungen ist!

Fast die gesamte Handlung spielt sich in der Kinderklinik Weißensee ab, nur wenige Szenen finden außerhalb des Komplexes statt. Dabei merkt man deutlich, dass sich die Autorin über das Gebäude und die gesamte Anlage gut informiert hat und sie dem Leser ein authentisches und lebendiges Bild bieten will. Anfangs brauchte ich einige Zeit, um die Dimensionen der Klinik zu begreifen und zu verstehen, aber als das einmal geschehen war, hatte ich mir dem Setting absolut keine Probleme mehr. Ich konnte mir sowohl die Hörsäle, als auch die privaten Räume der Lernschwestern gut vorstellen und hatte auch von den wenigen anderen Orten, die sich außerhalb der Anlage der Klinik befinden, ein solides, mal mehr, mal weniger farbenfrohes Bild vor Augen.
Nachdem ich das Buch beendet hatte, habe ich erstmals nach der Kinderklinik Weißensee im Internet geschaut und mir dort einige Bilder und Videos über das Gebäude angeschaut. Und ich finde es schade, wie das eigentlich so schöne und edle Gebäude heruntergekommen ist und nur noch wenig von dem einstigen Glanz beherbergt. Daher bin ich der Meinung, dass die Autorin mit dem Buch und den zahlreichen Darstellungen der Räume, aber auch der gesamten Anlage der ehemaligen Klinik ein schönes Denkmal gesetzt hat und dafür sorgt, dass es nicht in Vergessenheit gerät.

Immer wieder tauchen im Text historische Fakten zu den verschiedensten Themen auf. Regelmäßig gibt es Gespräche über die Politik und neueste Geschehnisse im Land. Dazu lernt man allerhand über Kinderklinik Weißensee, die Kinderpflege, aber auch über das Ansehen und die Vorurteile von Waisenkindern. Ständig gibt es kleine Einschübe, anhand derer man ansatzweise nachvollziehen kann, welche Recherchearbeit die Autorin auf sich genommen hat, um ein so rundes und mitreißendes Werk zu schreiben. Jede ihrer Aussagen hat Hand und Fuß und wurde so vorgestellt, dass man sie direkt beim Lesen aufnehmen und verarbeiten kann. Die Fakten fügen sich stimmig in die Geschichte ein und verleihen ihr einen hohen historischen Wert.

Ich habe die Geschichte mit viel Interesse verfolgt und sie auch flüssig und mit viel Freude gelesen. Dazu haben auch versteckte Bemerkungen und Hinweise auf Geheimnisse beigetragen, die Platz zum spekulieren gegeben haben. Aufgrund dieser Aussagen bleibt die Spannung auf einem guten Niveau, für meinen Geschmack entstanden keine Längen, ich hatte aber auch nie das Gefühl, die Geschichte würde zu flott erzählt werden. Es liegt ein angenehmes Erzähltempo vor, welches sich positiv auf die Spannung auswirkt und letztendlich wird man dazu verleitet, immer weiter in die Geschichte einzutauchen und wissen zu wollen, was mit manchen Bemerkungen gemeint ist und wie sich manche Konflikte auflösen.

Durchweg empfand ich alle Protagonisten als sehr detailliert und einzigartig beschrieben. Egal, ob es sich um das Aussehen, den Charakter oder bestimmte Ticks handelt, ein jeder wurde so dargestellt, dass er sofort im Gedächtnis bleibt und somit einen hohen Wiedererkennungswert bietet. Und selbst die Personen, die seltener auftreten und eine untergeordnetere Rolle spielen wurden mit hervorragenden Merkmalen ausgestattet und sind damit den Hauptfiguren ebenbürtig.
Ein jeder hat ein lebendiges und authentisches Wesen erhalten und auch die Handlungen wirken natürlich und zufällig. Viele Entscheidungen konnte ich gut nachvollziehen und teils befürworten, was mir dabei geholfen hat, zu den Figuren eine Bindung aufzubauen und gerade bei Emma und Marlene ist mir dies leicht gefallen. Ich mochte beide Mädchen richtig gern und fand es faszinierend zu sehen, wie sie sich entwickeln, eigene Meinungen entwickeln und unabhängiger werden.

Fazit
Ich weiß selbst nicht wieso, aber bereits vor dem Lesen hatte ich eine bestimmte Erwartungshaltung an den Roman und habe mir viel erhofft. Und mit jeder Seite, die ich gelesen habe, wurden diese Erwartungen immer mehr erfüllt und ich von der Geschichte wie magisch angezogen. Es gibt wirklich keinen einzigen Aspekt, den ich kritisch betrachten würde und der mich nicht überzeugt hat. Wirklich alles hat gestimmt. Angefangen von der Gestaltung des Buches, über die Schreibweise, die Protagonisten, das Setting und die Einbindung historischer Aspekte. Anhand all diesen genannten Punkten kann nur eine gute, spannende und empfehlenswerte Geschichte entstehen, die nicht nur schöne Lesestunden bereitet, sondern auch die Vorfreude auf die Fortsetzung steigert.«
  25      0        – geschrieben von MarySophie
 
Seite:  1 2 3 4
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2021)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz