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Oktopus 1 - Der neunte Arm des Oktopus
Verfasser: Dirk Roßmann (3)
Verlag: Bastei Lübbe (3619)
VÖ: 16. November 2020
Genre: Thriller (7887)
Seiten: 400 (Gebundene Version), 401 (Kindle-Version)
Themen: Agenten (1283), Brasilien (81), Klimawandel (85), Politik (568), Wladimir Putin (23), Xi Jinping (2)
Reihe: Oktopus (Dirk Roßmann) (2)
Charts: Einstieg am 12. Dezember 2020
Höchste Platzierung (5) am 17. Dezember 2020
Zuletzt dabei am 25. Dezember 2020
Erfolge: 21 × Media Control Top 10 Print (Max: 1)
4 × Media Control Top 10 E-Book (Max: 4)
5 × BILD-Bestseller Top 20 (Max: 3)
25 × Spiegel Hardcover Top 20 (Max: 1)
11 × Spiegel Taschenbuch Top 20 (Max: 4)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
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14mal in den Tagescharts platziert
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Errechnet auf Basis von 1213 Stimmen
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Oktopus 1 - Der neunte Arm des Oktopus« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Dies hier benötigt einige kurze Voranmerkungen: Normalerweise besprechen wir in unseren »Einblicken« eigentlich nur ganz aktuelle Bücher. Nachdem der Autor von »Der neunte Arm des Oktopus« kürzlich jedoch sein erstes Kinderbuch veröffentlicht hat, hatten wir teamintern darüber gesprochen, wie schlecht doch eigentlich sein einstiges Thrillerdebüt gealtert ist, und haben deshalb beschlossen, bei der Gelegenheit mal ein paar Worte darüber zu verlieren. Zweitens: Normalerweise veröffentlichen wir eigentlich nicht - oder nur sehr selten - Besprechungen von Büchern, die uns gar nicht zugesagt haben. Geschmäcker sind bekanntermaßen verschieden, und mit schlechten Rezensionen kann man die Verkaufszahlen von Büchern gehörig ruinieren, was in den meisten Fällen eine Katastrophe für den Autor ist, der wochen- und monatelang sein Herzblut in die Arbeit investiert hat. In diesem Fall gehen wir mal davon aus, dass es dem Autor einerlei ist, was wir hier verzapfen, denn zum einen hat das Werk nun schon zwei Jahre auf dem Buckel, zum anderen wurde es schon so oft verkauft und besprochen, dass man nichts Schlimmes mehr anrichten kann. Last but not least: Eigentlich vermeiden wir Spoiler in unseren Besprechungen. Davon weichen wir heute ab - wer das Buch nach all der langen Zeit noch nicht gelesen hat und es nach wie vor in Erwägung zieht, dem empfehlen wir den geordneten Rückzug aus diesem Artikel. ;)

»Der neunte Arm des Oktopus« wurde im Herbst des Jahres 2020 vom Lübbe Verlag veröffentlicht und stammt aus der Feder von Dirk Roßmann, dem Gründer der gleichnamligen Kette von Drogerien (der offenbar auch einer der größten Anteilseigner des Verlages ist oder war). Nach der Veröffentlichung rollte eine große Propagandawelle durchs Land, laut Markus Feldenkirchen vom »Spiegel« wurde allein für Fernsehwerbespots vor der »Tagesschau« eine halbe Million Euro investiert ... davon kann jeder andere Autor nur träumen. Natürlich wurde das Buch zu einem Verkaufsschlager, dreimal stand es sogar an der Spitze der Hardcover-Bestsellerliste des Spiegels. Dass Buchläden in der Zeit der Coronakrise vorübergehend geschlossen bleiben mussten, während Drogeriemärkte aufbleiben durften, in denen man das Buch - und zwar ausschließlich dieses Buch - auch bekommen konnte, spielte dabei sicher eine nicht unwichtige Rolle. 400 Seiten ist das Werk lang. Es kostet zwanzig Euro als gebundene Version und elf als Taschenbuch, für das E-Book sind 9,99 Euro hinzublättern. Ein 9:19 Stunden langes Hörbuch wurde von Ralf Hoppe eingelesen.

Roßmann beschäftigt sich in seinem Buch mit dem menschengemachten Klimawandel. Da dieser mit normalen Mitteln nicht mehr zu stoppen ist, schließen sich drei Nationen mit außergewöhnlich großer wirtschaftlicher und/oder militärischer Macht - Russland, China und die USA - zu den »G3« zusammen und oktroyieren sämtlichen anderen Ländern der Welt auf, die Wälder wieder aufzuforsten, die Geburtenrate zu reduzieren, private Autofahrten mehr oder weniger zu stoppen und so weiter. Natürlich stößt dies nicht nur auf Gegenliebe, und rund um Brasilien wird die neue Allianz vor eine Zerreißprobe gestellt.

Zunächst einmal zum handwerklichen Part: Es lässt sich einfach nicht leugnen, dass das Buch schreiberische Defizite hat. Diese bestehen nicht nur in der eher spannungsarm geschilderten Zuspitzung der Story und dem ziemlich kleinen Part, den die zwei im Klappentext erwähnten Personen (ein Koch und eine Geheimagentin, die nicht wie eine Geheimagentin rüberkommt) spielen, sondern auch in einer etwas merkwürdigen Schwerpunktsetzung. Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: Als der erwähnte Koch ein Fußballspiel besucht, um eine wichtige Person zu treffen, verliert sich der Autor in aller Ausführlichkeit darüber, wie viel Gramm ein Fußball wiegen muss, aus welchem Material er zu sein hat, wer und wann eigentlich die Halbzeitpause erfunden hat, und auch für die nicht gestellte Frage, wofür eigentlich die Abkürzung »FIFA« steht, ist Platz. Solche Segmente wirken so, als wären sie auf Krampf eingebaut worden, um zu verdeutlichen, wie präzise doch beim Schreiben vorgegangen wurde und dass auch schön intensiv recherchiert wurde, doch verschleppen sie nur die Story. Szenen mit Details zu unterfüttern, ist eine gute Sache, jedoch wählt ein guter Autor dazu die Informationen, die der Anschaulichmachung der Kulisse und Figuren dienen und keine Zufallsinformationen. Das erinnert stattdessen eher an die Fußnotenrubrik »Schon gewusst?« aus dem Micky-Maus-Magazin.

Was den Leser aber mit besonders heftigem Kopfschütteln zurücklässt, ist das Welt- und Selbstverständnis des Autors. Womit wir zum Spoilerpart kommen: Das Buch schließt damit, dass Wladimir Putin den Friedensnobelpreis erhält. Ja, genau der Mann, der aussieht wie Harry Potters Hauself Dobby und der gerade die Welt noch ein heftiges Stück tiefer ins Schlamassel gestoßen hat. Natürlich kann man im Jahre 2022 vom hohen Ross der Rezensentin aus sprechen, und selbst in Drogeriekönigkreisen hat man vermutlich 2020 noch nicht wahrhaben wollen, was für ein Mensch im Kreml hockt, aber dass die Rettung der Welt nicht ausgerechnet von Wladimir Putin und Xi Jinping ausgehen würde, das hätte man damals dann doch schon riechen können. Die Krönung des Ganzen ist, dass Putin bei Rossmann zum männlichen Greta Thunberg geworden ist, weil er zuvor drei Seiten aus einem Buch gelesen hat, das er von Gerhard Schröder bekommen hat. Der wiederum erhielt das gute Stück von seinem Freund ... Dirk Rossmann. Und als wäre es nicht schon ein bißchen eklig, wie Rossman am Ende des Werks nochmal mit aller Eindringlichkeit drauf hinweist, wie dicke er mit dem einstigen Kanzler (und einigen anderen Prominenten) ist, stellt sich dann auch noch heraus, dass er selbst es war, der nach der Lektüre des geschenkten Buchs als Erster auf die Idee gekommen ist, wie man dem Klimawandel begegnen sollte. Kurzum: Dirk Rossmann hat einen Thriller geschrieben, in den er nicht nur sich selbst eingebaut hat, er hat sich auch noch selbst zu demjenigen gemacht, der darin quasi die Idee zur Weltrettung hatte. Heidewitzka, wie viel Chuzpe muss man dafür besitzen. Lange Rede, kurzer Sinn: »Der neunte Arm des Oktopus« ist in etwa so weit davon entfernt, ein gutes Buch zu sein, wie Wladimir Putin vom tatsächlichen Gewinn des Friedensnobelpreises.
– geschrieben am 25. Juni 2022 (0/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz