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TASCHENBUCH
 
Die Maskenpflicht des Weihnachtsmannes
Verfasser: Rega Kerner (8)
Verlag: Books on Demand (3439) und Eigenverlag (18444)
VÖ: 20. November 2020
Genre: Kurzgeschichte (4457)
Seiten: 112 (Taschenbuch-Version), 92 (Kindle-Version)
Themen: 2020 (17), Bremen (31), Coronavirus (78), Masken (129), Weihnachten (1870), Weihnachtsmann (140), Weihnachtsmarkt (51)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Rega Kerner für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Rega Kerner gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Der Weihnachtsmann riss sich den himmelblauen Mundschutz von den Ohren und pfefferte ihn in eine Ecke seines Schlittens.
     »Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass die gesamte himmlische Heerschar es nicht hinkriegt, eine ordentliche Maske zu nähen?«, wetterte er gegen drei Engelchen, die auf der Wolke neben seinem Fahrzeug standen. Sie wackelten betreten mit den Flügelspitzen. Es war bereits die vierte Anprobe.
     Bei dieser lag ein ganz besonders ausgefeiltes Modell vor, mit diversen elastischen Elementen, insbesondere im Mundbereich. Das sah ein wenig nach Patchwork aus. Doch der dicke Rauschebart hob den Stoff dennoch luftig weit vom Gesicht ab und schob ihn bei jedem Wort herum. Spätestens beim dritten »Ho« vom »Ho Ho Ho«, hüpfte der Draht von der Nase, oder der ganze Lappen hing gleich quer über dem Kinn.

***


Da hing er wieder, grellrot am grünen Schrank. Kinderaugen würden glitzern. Maria sackte erschöpft auf den Küchenstuhl und betrachtete ihr Werk: Ein rotes, längliches Stück Stoff mit Fransen oben und unten, 24 goldene Ringe zum Aufhängen der Päckchen, der Rand dekoriert mit mehreren Engeln aus Filz. Das war ein recht schlichtes Exemplar, in dieser Zeit der Superlativen. Würde Tomke wieder nörgeln?
     Letztes Jahr hatte ihre Tochter neidisch aufgezählt, welch kreative Kalender all ihre Schulfreunde hätten. Die sie auch lieber haben wollte. Doch letztlich gefiel die mütterliche Erklärung: »Viele sind aber identisch, vom Fließband aus der Fabrik. So ein antikes Einzelstück wie du, hat bestimmt fast keiner mehr. Da kannst du stolz drauf sein!«
     »Ich hab ihn seit immer, heißt antik so alt wie ich?«
     »Nein, viel älter. Meine Paten-Tante nähte und bastelte ihn Anfang der 70er Jahre für mich und als ich erwachsen war, wartete er im Keller auf dich. Den gibt es kein zweites Mal. Guck hier, die Holzkugel-Köpfe der Engel musste ich mehrfach wieder ankleben. Noch öfter benötigte ganz unten der Schneemann, aus halben Styropor-Kugeln, kleine Schönheitsreparaturen. Aber ich liebe ihn immer noch und er begleitet mich. Über all die Jahre hinweg.«

Die Mutter hatte ihre Erinnerung an das Gespräch von 2019 hörbar vor sich hin gemurmelt, während das Kind unbemerkt in die Küche gekommen war und einen fast achtlosen ›kenn-ich-schon-Blick‹ auf die noch leicht vom Aufhängen schwingenden Päckchen geworfen hatte.
     »Und jetzt begleitet er mich«, stellte Tomke den Besitzerwechsel klar.
     »Uns«, lächelte Maria und dachte: In diesem denkwürdigen Jahr sogar zweimal.
     Angesichts des aufziehenden Gewitters im Gesicht ihres Kindes korrigierte sie schnell: »Klar, er gehört jetzt ganz und gar nur noch dir allein. Aber ich freue mich dann über deine Freude, also habe ich auch noch etwas davon.«

***


Der Weihnachtsmann freute sich ganz und gar nicht. Die Engelnäherei hatte immer wieder ihr Bestes gegeben, um die handelsüblichen Klinikmasken so zu modulieren. Mit dem Ziel, sein wichtigstes Wahrzeichen, den wilden Bart, nicht komplett platt zu legen, aber doch Mund und Nase abzudecken. Was leider ein Ding der Unmöglichkeit schien.
     Man sollte den Engeln natürlich zugute halten, dass nähen nicht zu ihren üblichen Aufgaben oder gar Hobbys zählte. Aber in diesen Pandemie-Zeiten musste sich eben jeder flexibel einbringen, also auch mal den Beruf wechseln. Oder hätte der Weihnachtsmann sich etwa selbst eine Maske nähen sollen? Ihm war es peinlich genug, eine zu tragen!

***


Was so ein selbstgenähter Kalender alles tragen kann, sinnierte Maria noch in der Küche sitzend, als ihr Kind längst das Interesse an den verschlossenen Säckchen verloren, ein paar Kekse vorab erbettelt und sich damit in sein Zimmer verzogen hatte. Nicht ohne vorher ihrer Mutter zu erklären, dass die einen Knall hätte: »Da muss ich ja noch ewig warten! Wer hängt denn den Adventskalender schon im Oktober auf?«
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