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Emotiondancer
Verfasser: E.F. v. Hainwald (6)
Verlag: GedankenReich (30)
VÖ: 31. Oktober 2020
Genre: Dystopie (673) und Jugendliteratur (7285)
Seiten: 284 (Gebundene Version), 384 (Taschenbuch-Version), 380 (Kindle-Version)
Themen: Erinnerungen (948), Gefahr (1310), Gefühle (128), Netzwerke (34)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei E.F. v. Hainwald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu E.F. v. Hainwald gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Deshalb hatte der gestohlene Reichtum niemanden mehr retten können. Das Umdenken der Schönen und Reichen war beinahe zu spät erfolgt.
     Die wissenschaftlichen Durchbrüche in Kybernetik und Genetik brachten gerade noch rechtzeitig die rettende Wende. Natürlich hatte man nicht sofort damit begonnen, Menschen zu verändern. Stattdessen hatte man Pflanzen, Tiere und Bakterien moduliert und sie die Drecksarbeit erledigen lassen. So war das wissenschaftlich-industrielle Terraforming-Programm entstanden, für das Kaja nun arbeitete – und der feste Entschluss, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.
     Kaja versiegelte das Gefäß, rümpfte noch einmal die Nase, als sie dem Schlick einen letzten abschätzigen Blick zuwarf, und wandte sich ab. Sie warf es in ihren abgenutzten, schwarzen Rucksack. Dann zückte sie den kleinen Peilsender, schaltete ihn ein und betrachtete nachdenklich die angezeigten Diagramme.
     »Die Terraforming-Einheit sollte in dieser Richtung sein«, murmelte sie und wandte sich gen Süden.
     Der Wald wuchs hier sehr dicht. Die Stämme der Bäume waren manchmal seltsam verdreht, doch gesund und kräftig. Eine leichte Brise wiegte ihre Kronen und entlockte den Blättern ihren rauschenden Gesang. Der Boden war überwuchert mit hohem Gras, weichem Moos und wildem Gestrüpp. Kaja lief unbeirrt voran. Das Unterholz knackte und brach unter ihren festen Stiefeln. Kein einziger Kratzer blieb auf den entblößten Waden zurück.
     Nach einem kurzen Marsch sah sie das Gerät: ein wuchtiger Doppel-Ring aus Stahl und Keramik. Doch der Terraformer war wesentlich größer, als es den Anschein machte. Das Gerät war biomechanisch mit dem Wurzelsystem der eigens dafür genetisch modulierten, kybernetisch ergänzten Bäume verbunden. Deren Fotosynthese-Überschuss sorgte für die Energieversorgung, gleichzeitig verteilten sie die Frequenzen und stimulierten Stoffwechselprodukte in der Umwelt.
     Damit stellte das gesamte Waldstück die Apparatur dar.
     Kaja zerrte ein paar Ranken von der Oberfläche und suchte die Bedienschnittstelle. Sie öffnete die Schalttafel, legte den Peilsender in die entsprechende Vertiefung und tippte den ihr mitgeteilten Code ein. Ohne jedes Stocken erwachte das Gerät.
     Unzählige Diagramme, Tabellen und Grafiken wurden über die Terraforming-Einheit projiziert. Das Gerät funktionierte tadellos – schließlich war es für eine jahrzehntelange Arbeit konstruiert worden. Die von Kaja initiierte Selbstanalyse zeigte, dass alle Prozesse korrekt abliefen. Allerdings waren sie nicht auf den heftigen Ausbruch der Industrieabfälle eingestellt.
     Hier draußen in den Reservaten – umgangssprachlich nur als Schorf bezeichnet – waren großflächige Technik und Besiedlung weitestgehend verboten. Daher lief alles vollautomatisch, man musste nur die neuen Parameter festlegen. Die integrierten Hilfsprogramme waren derart idiotensicher, dass es selbst Laien verstehen konnten. Es musste sich nur ein robuster Depp finden, der sich hier hinauswagte, um sie anzupassen.
     So jemand wie Kaja.
     Der Sender würde jedoch noch einige Messungen vornehmen müssen, damit das Hauptbüro prüfen konnte, ob die Korrekturen erfolgreich sein würden. Nachdem die Modulationen beendet waren, kehrte sie zu der Austrittsstelle zurück.
     Kaja schwenkte das Gerät über die übel riechende Substanz, während sie die Öffnung umrundete. Der Riss war deutlich länger, als sie zunächst vermutet hatte.
     Plötzlich gab der Boden unter ihren Füßen nach. Sie strauchelte, als ihr rechtes Bein in den Boden einbrach. Der stinkende Schlamm quoll hervor und umhüllte es bis zum Knie. Kaja reagierte sofort. Sie warf sich auf den Rücken, stemmte die Ellbogen in den Boden und versuchte sich zu befreien – ohne Erfolg. Ihr Fuß musste sich irgendwie verhakt haben.
     Panik stieg in ihr auf. Der Gedanke, dass gleich alles unter ihr zusammenbrechen und sie in der verseuchten Masse ertrinken könnte, ließ ihren Puls in die Höhe schnellen. Hier draußen würde ihr niemand zu Hilfe kommen. Sie warf den Kopf in den Nacken, biss die Zähne zusammen und zerrte, so fest sie konnte.
     Auf einmal ertönte ein ekelhaftes Knacken. Der Widerstand verschwand und Kaja rutschte mit Schwung aus dem Loch.
     Ohne Fuß.
     Mit vor Schrecken geweiteten Augen glotzte sie auf ihren Beinstumpf, aus dem hydraulische Rohrknochen ragten und bunte Drähte Funken schlugen. Währenddessen fraß sich der chemische Abfall weiter in den Stahl ihres kybernetischen Beines. Ein seltsam bläulicher Dampf stieg auf und biss in ihre Nasenschleimhäute.
     Kaja schnaubte angewidert, griff nach vorne, schob den Stoff der Hose hoch und entblößte ihren silbern glänzenden Oberschenkel. Naturgetreue Verkleidungen waren schrecklich teuer, daher hatte es nur für ihre Waden gereicht. Dafür hatte sie auf Nervensensoren verzichtet. Das kam ihr gerade zugute, denn wer wollte schon fühlen, wie einem das Bein weggeätzt wurde?
     Kaja grub ihre Nägel hinter die Kunststoff-Kniescheibe und suchte den Nothebel. Ihre verschwitzten Finger tasteten eilig umher. Währenddessen fraß sich die Masse weiter nach oben. Sollte sie in den Flüssigkeitskreislauf des kybernetischen Systems gelangen, wäre sie schlagartig bewegungsunfähig.
     »Komm schon, komm schon«, presste sie zwischen ihren Zähnen hervor.
     Endlich fand sie den kleinen Widerstand und drückte dagegen. Mit einem befreienden Klicken löste sich das untere Bein von dem Gelenk und plumpste mit einem dumpfen Ton in den Dreck. Kaja drehte sich auf den Bauch und kroch von der Unglücksstelle weg. In sicherem Abstand blieb sie kurz liegen und atmete hörbar auf. Ihr Herz hämmerte noch immer heftig gegen ihre Rippen.
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