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Emotiondancer
Verfasser: E.F. v. Hainwald (6)
Verlag: GedankenReich (30)
VÖ: 31. Oktober 2020
Genre: Dystopie (671) und Jugendliteratur (7273)
Seiten: 384 (Taschenbuch-Version), 380 (Kindle-Version)
Themen: Erinnerungen (946), Gefahr (1309), Gefühle (128), Netzwerke (34)
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BLOGGERNOTE DES BUCHS
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Erklärung der Bewertungssysteme
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei E.F. v. Hainwald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu E.F. v. Hainwald gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Zumindest sah Kaja das so.
     Der Fuchs verlor langsam die Geduld und begann erneut an Kajas Fingern herumzuknabbern. Außerdem fühlte sie plötzlich ein Gefühl der Dringlichkeit von ihm ausgehen.
     »Okay, okay, du frecher Kerl!« Sie lachte auf. »Kein Grund, direkt das Cybernet auf mich zu hetzen!«
     Kaja richtete sich auf und schwang die Beine über die Sofakante. Die Schultern rollend reckte sie ihren Hals nach links und rechts, bis ein leises Knacken im Nacken ertönte. Sie seufzte wohlig.
     »System?«, rief sie, während sie die mit unterschiedlich farbigen Socken ausgestattete Füße in ihre klobigen Stiefel schob.
     »Online«, tönte es monoton.
     »Nahrung für Sioux«, orderte Kaja.
     In der Küche ertönte ein Brummen, als die Mischung aus Proteinen und Vitaminen für den Fuchs zusammengestellt wurde. Der stürmte daraufhin euphorisch in den Nebenraum, als die Schüssel aus der Kühlschrankausgabe scheppernd auf den Boden plumpste. Kaja hatte vor die Essensausgabe eine kleine Rutschenkonstruktion gebaut, damit sie nicht jedes Mal selbst hingehen musste – Faulheit machte eben erfinderisch.
     »Deckenprojektion auf Standard«, wies sie weiter an.
     Über ihr verwandelte sich der Spiegel wieder in das Abbild einer offenen Kuppel. Sofort wirkte der Raum wesentlich größer.
     Die kleine Wohneinheit war komfortabel und mit modernster Technik ausgestattet. Tische und Arbeitsplatten waren mit elektromagnetischen Anti-Grav-Systemen ausgestattet, damit sie wenig Platz verbrauchten und beliebig versetzt werden konnten. Außerdem ließ sich das Solar-Kristall-Heizsystem punktgenau für jeden Zweck einstellen – sei es Wasser-, Luft-, Boden- oder gar Wandtemperatur. Holo-Flächen in Wänden und Decken sorgten für optische Größe und Umgestaltungen mit nur einem Handwink. Außerdem konnte man darauf auch Filme schauen oder sich mit der entsprechenden Geräuschkulisse an ganz andere Orte auf der Welt – oder in andere Sphären – träumen.
     Kaja hatte jedoch von ihrem Ersparten etwas ganz Besonderes einbauen lassen: eine extra starke Emotionsdämmung. Dadurch konnten keine Gefühle von außerhalb zu ihr durchdringen. Abgesehen davon, war draußen niemand in der Lage, Kajas Emotionen zu fühlen, selbst wenn sie noch so heftig waren.
     Dies war ihre Bastion.
     Eine Blase emotionaler Stille, in der sie sich keine Sorgen darum machen musste, anderen wehzutun. Beinahe fühlte es sich wie ein Zuhause an – insofern ein selbst gewähltes Exil eines sein konnte.
     Kaja griff zu ihrem Fingerreif. Das schlichte, um ihren Ringfinger gewundene Metallband hatte sie stets begleitet. Sie besaß nur wenig persönliche Dinge, doch dieses war ihr heilig. Sie hob ihre Hand, streckte die Finger aus und formte mit der Handinnenseite eine gerade Fläche. Der Daumen strich kurz über das glatte Metall.
     Eine kleine Projektion erschien über dem Ring: eine kleine, blonde Frau, ein wuchtiger Mann mit Drei-Tage-Bart und dazwischen ein Mädchen mit schulterlangem, hellbraunem Haar.
     Sie selbst.
     Kaja lächelte, als sie das kleine Familienbild betrachtete. Ihr Herz schlug schneller, teils vor nostalgischer Freude, teils vor schmerzenden Wehmut. Kurz brannten ihre Augen. Es wollten sich ein paar Tränen über ihre Lider drängen, doch die Wärme der Erinnerungen in ihrem Bauch schien sie zu verdampfen. Sie atmete tief durch. Dies war ein ganz besonderer Schatz – nicht der Gegenstand selbst, sondern das, was er in ihr zu wecken vermochte.
     »Sie haben eine neue Nachricht«, riss sie das System aus der geliebten Erinnerung.
     »Absender?«, fragte Kaja und ließ das Hologramm wieder verschwinden, indem sie ihre Finger krümmte.
     »Das NWF.« Es wirkte beinahe so, als würde das System abschätzig klingen – was natürlich unmöglich war.
     »Das wird wohl Arbeit bedeuten«, mutmaßte Kaja, denn die New-World-Formation beschäftigte sie oft mit Wartungsaufträgen.
     Sie liebte ihren Job – dabei konnte sie hinaus in die Natur. Gutgelaunt eine Melodie vor sich hin summend, packte sie ihre Werkzeuge zusammen. Kaja schlüpfte in ihre synthetische Jacke, strich dem sie umschleichenden Sioux zum Abschied über den Kopf und trat zur Tür.
     Sie öffnete sich und das warme Tageslicht verdrängte jegliche Holografie in der Wohnkuppel. Kaja trat hinaus und warf keinen Blick zurück in den Raum, dessen Wände nun kahl und grau waren.




Der Gestank war ekelerregend. Die Nase in ihrer Armbeuge vergraben, hockte sich Kaja hin und schöpfte etwas von dem seltsam mehrfarbigen Schlick in den Glasbehälter. Er quoll aus einem breiten Riss im Erdboden und verfestigte sich nach einer Weile wie Zuckerguss.
     Das Erbe alten Wohlstandes.
     Man hatte noch bis vor einigen Jahrzehnten den Planeten rücksichtslos ausgebeutet. Die globale Industrie hatte die Rohstoffe aus ihm herausgesaugt und die Hohlräume mit Schutt und Industrieabfällen gefüllt. Getreu dem Motto Aus den Augen, aus dem Sinn, hatte man den radioaktiven Rückständen der damals populären Atomkraftwerke gleich auch noch einen kräftigen Schubs über die Kante gegeben. Fertig war ein Gemisch, welches die Natur langsam aber sicher vernichtete.
     Ein Irrtum.
     Nichts konnte die Natur wirklich aufhalten. Ihre Fähigkeit, sich anzupassen, war bemerkenswert. Ein Gedanke, der Kaja schmunzeln ließ, während sie auf die blubbernde Masse blickte. Selbst hochverseuchte Gebiete hatten nach einer relativ kurzen Zeitspanne wieder eine kräftige Flora und Fauna aufgewiesen – vor allem, wenn der Parasit Mensch diese Orte nicht mehr betreten konnte.
     Der wiederum war allerdings nicht in der Lage, seinen eigenen Organismus schnell genug anzupassen. Der Generationswechsel waren zu lang, die physische Adaption zu schwach und die Genstrukturen zu anfällig. Der Kreislauf des Lebens schlug unerbittlich zurück, denn der Planet brauchte die Menschheit nicht – sie war stets nur ein geduldeter Gast gewesen.
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