Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
45.057 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »felix451«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
HARDCOVER
 
Emotiondancer
Verfasser: E.F. v. Hainwald (6)
Verlag: GedankenReich (30)
VÖ: 31. Oktober 2020
Genre: Dystopie (679) und Jugendliteratur (7395)
Seiten: 284 (Gebundene Version), 384 (Taschenbuch-Version), 380 (Kindle-Version)
Themen: Erinnerungen (962), Gefahr (1361), Gefühle (129), Netzwerke (36)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
BLOGGERNOTE DES BUCHS
1,50 (90%)
auf Basis von zwei Bloggern
1
50%
2
50%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
2,00 (80%)
1
0%
2
100%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Errechnet auf Basis von 1 Stimme
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Emotiondancer« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe     Trailer     Blogger (2)
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei E.F. v. Hainwald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu E.F. v. Hainwald gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Die Dörfler drückten offen ihre Sorge um ihr Bein aus. Manchmal war ihr Mitgefühl so stark, dass es durch das Cybernet übertragen wurde und Kajas Brustkorb zusammenzog, obwohl sie sich wenig für den Schaden an dem ungeliebten mechanischen Teil interessierte. Sie gab ihr Bestes, um zu den anderen Menschen hier keine Verbindung aufzubauen, doch deren ehrliche Herzlichkeit machte es ihr unmöglich, sie nicht irgendwie gern zu haben.
     Schließlich stand sie vor der lokalen Klinik. Bis eben war sie noch durch die anderen Siedler recht gut gelaunt gewesen, aber ihre Abneigung gegen Kybernetik klopfte wie ein alter Bekannter an ihre Psyche. Kaja schaute noch einmal hinab zu dem Beinstumpf, brummte verstimmt und humpelte dann durch die automatisch öffnende Tür.
     Nach der typischen Anmeldeprozedur und kurzem Warten, lag Kaja auf dem Behandlungstisch. Das breite Teil aus Edelstahl war nicht gepolstert und ihr Stumpf kratzte unangenehm über die glatte Fläche.
     »Das sollte kein Problem sein«, diagnostizierte die Ärztin, während sie mit einem Finger durch die Akten auf der Holo-Anzeige wischte. »Da das Unterbein mit der Notvorrichtung sauber abgetrennt wurde, gibt es keinerlei Schäden am Gelenk.«
     Das war genau das, was Kaja am meisten an der Kybernetik störte: Man wurde wie ein Ersatzteillager behandelt. Natürlich war ihr klar, dass dieses Urteil zu hart war und die Kombination aus Arztstudium sowie technischer Ausbildung dazu führen musste, aber Emotionen waren nun einmal nicht rational.
     »Wie hast du überhaupt dein Bein verloren? Du hast es doch sicher nicht einfach so irgendwo verlegt wie eine Chipkarte«, fragte die Ärztin. »Abgesehen davon kannst du mich wirklich überhaupt nicht leiden«, stellte sie weiter trocken fest, weil sie Kajas Abneigung durch das Cybernet fühlen konnte.
     »Das hat nichts mit deiner Person zu tun«, erwiderte Kaja und lief ein wenig rot an. »Es ist die Sache an sich. Und das Bein wurde vom Erdboden verschluckt – buchstäblich.«
     Die Ärztin seufzte, schnappte sich ein kleines Holo-Tablet und hielt es ihr hin. Unfälle im Schorf waren tatsächlich nichts Besonderes. Einzelgänger wie Kaja jedoch schon.
     »Schau dir die Prothesen im Katalog an und such einen Ersatz aus. Modelle, die ich hier habe, sind markiert. Ich könnte sie direkt einbauen.« Mit diesen Worten ließ sie Kaja kurz allein.
     Außergewöhnliches lag außerhalb ihres Budgets. Ihre Krankenkasse zahlte geradeso genug dazu, damit sie normal laufen konnte. Verstärkungen waren nicht inbegriffen. Natürliches Aussehen auch nicht. Das Bein würde aussehen wie ein klobiger Wagenheber.
     Frustriert mit den Zähnen knirschend, wählte sie eines der einfachsten, vorrätigen Modelle. Allerdings wühlte sie sich noch durch die realistischen Verschalungen. Es gab einen Kunststoff, der nicht nur eine frei wählbare Hautfarbe bot, sondern auch weich und angewärmt war. Er reagierte zwar nicht auf natürliche Bräunungsprozesse, aber es war besser, ein etwas andersfarbiges Bein zu haben, als eine hässliche Stahlstelze.
     Als Kaja mitsamt Liege in den Installationsring mit seinen vielgelenkigen Werkzeugarmen geschoben worden war und die Kybernetikspezialistin ihre Wahl begutachtete, hob diese skeptisch eine Augenbraue.
     »Wieder keine Nervensensoren?«, fragte sie und musterte Kajas Gesicht aufmerksam. »Auch wenn es einen rudimentären Sicherheitsmechanismus gibt, muss ich dich darauf hinweisen, dass die Gefahr einer Cyberpsychose gegeben ist – durch zu viele Optimierungen hat das Hirn zunehmend Probleme mit der Eigenwahrnehmung. Es kann zu Persönlichkeitsstörungen kommen. Ohne Nervensensoren ist das Risiko viel höher.«
     »Ich habe schon immer keine Sensoren«, hielt Kaja wortkarg dagegen. »Werd schon nicht durchdrehen.«
     Obwohl die Ärztin diese Entscheidung so sehr missbilligte, dass ihr Gefühl auch Kajas Magen einen kleinen Salto vollführen ließ, machte sie sich an die Arbeit. In der Großstadt hätte man sich vermutlich geweigert, aber in einer solch kleinen Kommune sah man das nicht so eng. Die neue Prothese wurde mit den Werkzeugarmen installiert. Laservermessungen analysierten das andere Bein und formten den Kunststoff nicht einfach nur perfekt gespiegelt, sondern fügten ihm noch kleine Unregelmäßigkeiten hinzu, damit es auch wirklich echt aussah.
     Krückenfrei und auf zwei Beinen, wenn auch auf einer Seite barfuß, trat Kaja aus der Klinik. Zudem war sie nun absolut pleite. Die künstliche Haut wäre billiger gewesen, wenn sie nur die Wade umschlossen hätte, doch feingliedrige Füße waren schrecklich teuer.
     Der Tag kann echt in den Müll, dachte sie missmutig und stapfte nach Hause.
     Sie spürte weder den Stahl noch das Gras unter ihrem nackten Fuß. Dennoch fühlte sie sich wieder mehr wie sie selbst, weil man nicht mehr auf den ersten Blick erkennen konnte, dass ihre Beine künstlich waren. Es würde niemand negativ bewerten, wenn dem so wäre, dennoch hing ihr Selbstwertgefühl ordentlich schief.
     Nach ein paar Minuten begann plötzlich Kajas Herz schneller zu schlagen. Ihr Magen wurde immer schwerer und ihr Kiefer verspannte sich. Sie blickte auf und versuchte herauszufinden, ob es einem der Passanten nicht gut ging. Die Menschen verhielten sich allerdings normal.
     Auf einmal begannen Kajas Augen zu brennen, als müsste sie jeden Moment losweinen. Sie blinzelte ein paar Mal und schluckte schwer. Ein reißendes Kribbeln flutete ihre Knochen und zu dieser seltsamen Traurigkeit mischte sich kochende Wut. Ein bitterer Geschmack breitete sich auf ihrer Zunge aus.
Seite: 1 2 3 4 5 6 7
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2021)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz