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Emotiondancer
Verfasser: E.F. v. Hainwald (6)
Verlag: GedankenReich (30)
VÖ: 31. Oktober 2020
Genre: Dystopie (679) und Jugendliteratur (7396)
Seiten: 284 (Gebundene Version), 384 (Taschenbuch-Version), 380 (Kindle-Version)
Themen: Erinnerungen (962), Gefahr (1361), Gefühle (129), Netzwerke (36)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei E.F. v. Hainwald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu E.F. v. Hainwald gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Verdammter Mist, ich muss hier weg. Wer weiß, was die Änderungen in der Terraforming-Einheit hier bewirken«, grollte sie, zog ihren Rucksack von ihren Schultern und wühlte darin herum.
     Leider fand sich daran nichts wirklich Brauchbares, um das Bein provisorisch zu ersetzen. Also griff sie nach einem krummen, dicken Ast neben sich und band ihn mit den reißfesten Synthetikbandagen aus dem Erste-Hilfe-Kit an ihrem Oberschenkel fest.
     Sie stemmte sich nach oben und versuchte mit den Armen rudernd die Balance zu halten. Schreiend kippte sie zur Seite und landete erneut im Dreck. Fluchend rammte Kaja die Faust in den Boden, kroch weiter und suchte sich einen weiteren langen Ast.
     Schließlich humpelte sie wie eine Piratenbraut mit Holzbein davon – eine in die Jahre gekommene Piratenbraut mit Gehstock.
     Kaja hielt den Blick stur nach vorne gerichtet und vermied es, ihren kybernetischen Beinen weitere Beachtung zu schenken. Sie hasste diesen Teil ihres Körpers, auch wenn ihr vermutlich genau dieser gerade das Leben gerettet hatte.
     Ihre Beine waren komplett mechanisch, der Teil ab den Knien abwärts naturnah verkleidet. Immerhin musste sie so nur ihre Oberschenkel unter der Kleidung verbergen und wirkte dadurch voll biologisch. Beide kybernetische Gliedmaßen liefen in einem Modul aus Kunststoff und Keramik in ihrem Steiß zusammen. Die untere Wirbelsäule hatte man künstlich neu aufgebaut und bildete damit das Verbindungsglied zwischen den biologischen und den kybernetischen Komponenten.
     Genetik hingegen war, Kajas Meinung nach, die schillernde Sprache der Natur – und ihre Entschlüsselung ein wahrer Segen.
     Die gezielten Veränderungen in den Grundbausteinen der Natur konnte Tiere die tiefgreifenden Veränderungen an der Natur überstehen lassen. Abgesehen davon war die Optimierung von Pflanzen für eine effizientere Nahrungsproduktion zur Versorgung der hohen Weltbevölkerung unvermeidbar gewesen. Die Modifikation des Menschen selbst stellte die Krone dieser Wissenschaft dar. Man half der Evolution auf die Sprünge – das konnte immerhin Jahrtausende sparen.
     Metall, Kunststoff und Keramik in Organismen zu stopfen, empfand Kaja jedoch fast schon als abstoßend.
     Hätte die Natur gewollt, dass Metall einer der Grundbausteine des Lebens sein sollte, wäre das zumindest in den Grundzügen so angelegt worden. Doch jeglicher Organismus auf diesem Planeten basierte auf Kohlenstoff.
     Kybernetik empfand Kaja als unheimlich und fremd, trotzdem hatte sie ihr wohl vor langer Zeit schon einmal das Leben gerettet. Zumindest vermutete sie das. Warum sonst hatte sie diese Technik in ihrem Körper? Vielleicht hatte es auch schlicht keine geeigneten Spenderbeine gegeben, denn eine Zucht aus Stammzellen war für normale Leute unbezahlbar.
     Sie konnte sich nicht daran erinnern. Wenn sie es versuchte, war da schlicht ... Nichts.
     Ein weiteres, klaffendes Loch in ihrem Selbst.
     Ein fehlender Fuß ist nichts im Gegensatz zu den Lücken in meinem Kopf, dachte sie mit zunehmend sinkender Laune.
     Wenn Kaja jedoch ganz ehrlich zu sich selbst war, hatte sie nur diesen Job, weil ihr Körper eben durch diese Technik wesentlich robuster war. Außerdem verbesserte es ihre Ausdauer für Rennen und Springen. Das war bei den Gewaltmärschen im Schorf unabdingbar.
     Natürlich barg dies auch eine gewisse Gefahr – aufgrund ihrer fehlenden Sensoren warnten weder Schmerz noch Schwäche vor Überlastung oder Schäden. Eigentlich ließ das sogar auf Hehlerware vermuten, denn ohne Kontrolleinheit oder Nerven wurden solche Prothesen heutzutage nicht mehr zugelassen. Zudem war die Funktion wirklich sehr rudimentär. Mit den optimierten Geräten in den Großstädten hatte das wenig zu tun.
     Kaja atmete tief die süße, saubere Luft ein. Es roch nach Gras, Blumen und frischem Holz. Der Tag war angenehm mild und die Lichtflecken, die das Blätterdach auf dem Boden erzeugte, schienen aus schillerndem Blattgold zu bestehen. Das Zwitschern der Vögel und das Rascheln von Kleintieren im Unterholz gaben ihr das Gefühl, freundliche Gesellschaft zu haben.
     Es vertrieb die deprimierenden Gedanken. Hier war Kaja losgelöst von dem Segen der Menschheit, getrennt von der künstlichen Evolution des Friedens – dem Cybernet. Hier konnten ihre Emotionen niemandem Schaden zufügen.




Der Warengleiter bewegte sich mit einem leisen Surren vorwärts. Obwohl das Gelände darunter alles andere als eben war, schaukelte er nicht im Geringsten, denn die Anti-Grav-Module aus rotierenden, eiskalten Supraleitern trotzten mühelos der Schwerkraft.
     Die festen Uhrzeiten für die Warentransporte durch den Schorf waren ziemlich praktisch, denn so hatte Kaja stets eine Mitfahrgelegenheit. Auch dieses Mal saß sie hinten auf der Ladenfläche des Gleiters – auch wenn sie ihn wegen ihres Handicaps beinahe verpasst hatte.
     Kaja lag auf einem der Container. Die Ferse ihres intakten Fußes tippte dumpf gegen das Metall, während der Stumpf des anderen rhythmisch klackte. Mit den Händen hinter ihrem Kopf blickte sie nachdenklich zum Himmel hinauf.
     Über ihr zog einer der langsamen Solar-Zeppeline vorbei. Das bauchige Luftschiff hatte flossenähnliche Sonnensegel. Diese mobilen Forschungsstationen wirkten ein wenig wie faule Wale und widmeten sich seltsamen Formationen im Infrarotbereich, weit oben in der Atmosphäre. Man wusste nicht viel darüber. Vor allem ihr etwaiger Einfluss auf das Ökosystem interessierte die Wissenschaftler. Diese neuentdeckten Formen verhielten sich teilweise wie Lebewesen, aber da sich ihr kompletter Körperbau in anderen Frequenzspektren befand, war organisch nicht das korrekte Wort dafür.
     Wie es wohl ist, losgelöst von der Last der Körperlichkeit dort oben zu schweben, überlegte Kaja, senkte die Lider und ließ damit die Wolkenformationen und den Zeppelin in ihrem Sichtbereich verschwimmen. Ob auch diese ... Dinger Gefühle haben?
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