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Emotiondancer
Verfasser: E.F. v. Hainwald (6)
Verlag: GedankenReich (32)
VÖ: 31. Oktober 2020
Genre: Dystopie (742) und Jugendliteratur (8034)
Seiten: 284 (Gebundene Version), 384 (Taschenbuch-Version), 380 (Kindle-Version)
Themen: Erinnerungen (1051), Gefahr (1669), Gefühle (149), Netzwerke (40)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei E.F. v. Hainwald für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu E.F. v. Hainwald gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

EINS


Ein warm-feuchtes Gefühl zwischen den Fingern ließ Kajas geschlossene Lider zucken. Sie tastete umher und stocherte mit dem Zeigefinger in einer weichen Masse herum. Vor ihrem geistigen Auge tauchte das Bild eines leckeren Vanillepuddings auf.
     Als der jedoch begann an ihren Fingerspitzen zu knabbern, zog sie missbilligend die Augenbrauen zusammen. Sie öffnete ihre Augen und blickte schlaftrunken zur Seite.
     Dort fummelte sie gerade offenkundig im Maul ihres Hausfuchses herum, der sie unschuldig anglotzte. Seine großen, schwarzen Ohren zuckten neugierig, während er langsam aufhörte, an ihrer Hand herumzukauen. Als Kaja völlig verwirrt die Brauen hochzog, öffnete er langsam seinen Kiefer und ließ ihre angesabberte Hand herausrutschen wie ein langweilig gewordenes Spielzeug. Er setzte sich auf sein Hinterteil, legte den buschigen Schweif sorgsam um seine Beine und tat so, als wäre es das Normalste der Welt, auf diese Art um eine Mahlzeit zu bitten.
     »Schon gut, Sioux«, murmelte Kaja schläfrig. »Es gibt ja gleich Futter.«
     Sie erntete ein bestätigendes Fiepen und hörte dann, wie große Tatzen gemächlich Richtung Küche tapsten. Sie schielte mit nur einem offenen Auge hinüber und erspähte gerade noch, wie ein Fuchsschwanz hinter dem Türrahmen verschwand.
     Ächzend streckte Kaja alle viere von sich und versuchte die Müdigkeit wegzublinzeln. Das schmale Sofa war alles andere als bequem, trotzdem war sie während eines Filmes eingenickt.
     Über ihr zogen kleine Wölkchen langsam durch einen cyanfarbenen Himmel ihre Bahnen. Doch grobe Linien und scheinbar abgefressene Kanten zerstörten das makellose Blau. Es war die nackte Realität einfallender Sonnenstrahlen, die das Licht der Prismastrahler verdrängte. Holo-Anlagen, die Tageslicht überstrahlen konnten, waren in der Energiebilanz geradezu wahnwitzig. So etwas brauchte es nicht in einer kleinen Wohnkuppel.
     »System?«, säuselte sie müde und gähnte herzhaft.
     »Online«, reagierte die Wohnungsverwaltungs-KI mit der üblichen, standardisierten Frauenstimme.
     »Decke als Spiegelung«, wies Kaja es mit knappen Worten an.
     »Scanne Rauminhalte«, sprach das System bereitwillig. »Visualisiere.«
     Die Holografie über Kaja zerfloss wie Ölfarbe und formte ein Abbild ihrer Wohnung. Die Perspektive war tatsächlich so, als wäre die gesamte Decke verspiegelt.
     Träge blinzelnd hob sie ihren Arm. Das Hologramm war zu weit entfernt, um es zu erreichen. Ihr Zeigefinger zeichnete die zerfetzten Kanten nach, welche das Sonnenlicht aus den kleinen, schmalen Luken in die Holografie ihres Selbst riss.
     Kaja beobachtete die reflektierten Bewegungen ihrer fehlerhaften Kopie. Die Realität erschien ihr durch die Störungen greifbarer – ein Blick hinter die modernen Schleier aus Glas, Stahl und Prismaprojektionen. Das gab ihr das Gefühl, nicht ganz so weltfremd zu sein.
     Was für eine Ironie.
     »System«, sprach sie erneut. »Zoom Gesicht.«
     Kurz blinkten biometrische Punkte in ihren Gesichtszügen auf. Ein weißes Rechteck umschloss den Kopf in der Holografie, dehnte sich aus und zerrte den Ausschnitt mit sich. Nach einem kurzen Augenblick des Scharfstellens blickte Kajas eigenes, riesiges Abbild auf sie herab. Die Detailschärfe war hyperrealistisch.
     Die fein strukturierten Iriden erinnerten an den Boden eines Waldes – grasiges Grün, gemischt mit schlammigem Braun. Sie huschten umher und beäugten das chaotische, lange Haar. Zöpfe unterschiedlicher Dicke, manche fein geflochten, andere grob geknüpft, breiteten sich um ihre schmalen Schultern aus. Teile dieses Gewirrs waren mit einer matten Metallspange seitlich nach oben gesteckt. Die roten und schwarzen Strähnen passten recht gut zu den dunklen Augenbrauen.
     »Langweilig«, urteilte Kaja jedoch, griff mit einer Hand zu der Metallspange und tippte gegen eines der Ornamente.
     Ein kleines Holo-Bedienfeld erschien. Mit geübten Handgriffen tippte sie darauf herum, drehte es zur Seite und ließ es wieder verschwinden. Einen Wimpernschlag später veränderten die Nanobots in Kajas Haar dessen Struktur. Die vorherigen Pigmente wurden gelöst und mit hellgrünen ersetzt. Ab der Hälfte wandelte es sich in einem Verlauf zu einem honigfarbenen Blond, welches die Spitzen beinahe metallisch wirken ließ.
     »Viel besser«, stellte Kaja fest und drehte ihren Kopf hin und her. »Passt gut zur Augenfarbe.«
     Die große Spiegel-Holografie grinste ihr entgegen. Makellose Zahnreihen blitzten zwischen geschwungenen Lippen hindurch. Ihr ovales Gesicht war hübsch anzusehen, entsprach aber nicht dem derzeit populären Ideal der runden, hochwangigen und spitzlippigen Werbebilder.
     »Hey!«, murrte Kaja, kniff ein Auge zusammen und grinste schief, als sich eine schwarze Nase in das Bild schob.
     Sie schaute zur Seite und blickte gutmütig auf ihren Fuchs. Das Tier überragte das Sofa problemlos und war selbstverständlich genetisch aufbereitet, damit es ein wunderbares Haustier darstellte – kein Fellwechsel, zutraulich, sehr verständig und nicht fortpflanzungsfähig.
     Einer der Vorteile hier draußen zu leben war, einen solchen Gefährten leicht genehmigt zu bekommen. Die winzigen Wohnungen in den Wolkenkratzern der Städte boten oft keinen Platz. Abgesehen davon benötigte man sie dort auch nicht.
     Emotionale Nähe gewährte jederzeit das Cybernet.
     Die digitale Vernetzung von Emotionen hatte der Menschheit nicht nur Frieden gebracht, sondern auch die Gesellschaft revolutioniert, Glaubenssysteme unnötig gemacht und die Wirtschaft boomen lassen. Man fühlte Freud und Leid seiner Mitmenschen – zumindest ab einer bestimmten Mindeststärke der Intensität.
     In den dicht besiedelten Städten konnte man also leicht Anschluss finden. In solch kleinen Siedlungen, wie der von Kaja, war das schon schwieriger. Man konnte hier schnell vereinsamen. Die optimierten Haustiere boten da Abhilfe. Ihre Gefühle waren durch Züchtungen und genetische Handwerkskunst so ausgearbeitet, dass sie ebenfalls tauglich für das Cybernet waren. Sicher, Sioux war kein Ersatz für einen Menschen, aber trotzdem so etwas wie ein enger Freund.
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