Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.507 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Katrina Verde«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
HB-DOWNLOAD
 
Trümmermädchen
Verfasser: Lilly Bernstein (1)
Verlag: Ullstein (1235)
VÖ: 2. November 2020
Genre: Historischer Roman (4526)
Seiten: 512
Themen: 1941 (10), Bäckerei (21), Besatzung (31), Diebe (436), Gefangenschaft (501), Judentum (162), Köln (281), Nationalsozialismus (307), Schwarzmarkt (10), Vergewaltigungen (224), Zweiter Weltkrieg (501)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats November 2020 nominieren
BLOGGERNOTE DES BUCHS
1,00 (100%)
auf Basis von drei Bloggern
1
100%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1,20 (96%)
1
80%
2
20%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Errechnet auf Basis von 5 Stimmen
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
Am Beispiel eines fiktiven Mädchens vor dem Hintergrund ihrer eigenen Familiengeschichte erzählt die Autoren von der jungen Anna während der Jahre 1941 - 1948 in einer Bäckerei in Köln.
Lesermeinungen (5)     Projekt 10     Leserkanonen-Einblick     Blogger (2)     Tags (1)
PROJEKT 10
Zur Erklärung: Bei unserem »Projekt 10« lesen mehrere Mitarbeiter oder Unterstützer unserer Seite gemeinsam die ersten zehn Seiten eines Buchs und entscheiden anschließend, ob sie das Buch anhand dieser zehn Seiten weiterlesen würden. Die hier geäußerten Meinungen sind kein Urteil über das gesamte Buch, und natürlich sollte immer auch bedacht werden, dass es ganz andere Maßstäbe als die ersten Seiten gibt, insbesondere weil es viele Bücher gezielt ganz ruhig angehen und »nach hinten raus« immer besser werden, anstatt gleich voll aufzudrehen.
 
Es ist mal wieder an der Zeit, ein Buch im Rahmen unseres »Projekts 10« zu thematisieren, in dem mehrere Mitarbeiter unserer Seite gemeinsam die ersten (rund) zehn Seiten eines Buchs anlesen, um anschließend zu entscheiden, ob sie anhand dieses Einstieges das gesamte Buch lesen würden, wenn sie ansonsten nichts über das Werk wissen würden.

Das Buch

Entschieden haben wir uns dieses Mal für den Roman »Trümmermädchen - Annas Traum vom Glück«, der von Lilly Bernstein verfasst wurde. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich die Journalistin und Autorin Lioba Werrelmann, die im April durch den Gewinn des Friedrich-Glauser-Preises in der Kategorie »Debüt« von sich reden gemacht hatte. Ihr neues Buch wurde am 2. November im Ullstein Taschenbuchverlag veröffentlicht und hat einen Umfang von 512 Seiten. Es kostet 10,99 Euro, für zwei Euro weniger kann man es in digitaler Form bekommen. Eine 12:38 Stunden lange Hörbuchfassung wurde von Schauspielerin und Sprecherin Elisabeth Günther eingelesen.

Die Autorin entstammt einer Bäckersfamilie, und ihre Mutter wuchs in der Nachkriegszeit als Bäckerskind auf. Kein Wunder also, dass Lilly Bernstein einen Roman erschaffen hat, der in genau einer solchen Szenerie angesiedelt ist: Im Köln der vierziger Jahre wächst die kleine Anna bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias in deren Backstube auf. Der Onkel muss in den Krieg ziehen, die Bäckerei wird bei Angriffen zerstört, und als schließlich eiskalter Winter aufzieht, wird Anna als Teil einer Schwarzmarktbande zur trickreichsten Kohlediebin der ganzen Stadt. Sie verstrickt sich in eine verbotene Liebe, und inmitten aller Not hofft sie, gemeinsam mit ihrer Tante die Backstube wiederaufzubauen. Dabei klammern sich Marie und sie an die Hoffnung, dass ihre Männer irgendwann doch zu ihnen zurückkehren werden.

Die ersten (rund) zehn Seiten

Zum Einstieg des Buchs erlebt der Leser zunächst ein Kapitel aus der Sicht des Mädchens, anschließend eines aus der Sicht der Tante. Durch Anna lernt man die Bäckerei kennen, den Duft nach Brot und die Annehmlichkeiten des Lebens an einem solchen Ort. Man erfährt jedoch auch, dass eine Familie namens Kohn, die bis vor Kurzem noch in dem Haus wohnte, seit Neuestem abhanden gekommen ist ... einschließlich Ruth, der besten Freundin des Mädchens. Offensichtlich sind die Kohns in einer Nacht- und Nebelaktion verschwunden. In Maries Abschnitt erfährt man, dass der Familie Kohn offensichtlich das Haus gehört. Hier war Marie einst mit der frisch geborenen Nichte Marie aufgenommen worden, die sie mitgenommen hatte, nachdem ihre Schwester (also Maries Mutter) bei der Geburt gestorben war. Die Kohns hatten die beiden ihnen unbekannten Neuankömmlinge mit offenen Armen bei sich aufgenommen und Marie war als Dienstmädchen angestellt worden. Unter zunehmendem Einfluss der Nationalsozialisten war es später nicht mehr möglich gewesen, als »Arierin« für sie zu arbeiten. Schon hier kann man also erahnen, was vorgefallen ist, wenngleich es an dieser Stelle noch nicht explizit benannt wird.

Fazit

Bekanntlich beginnen Bücher gerne mit einem Paukenschlag oder versuchen, über einen Prolog einem Ereignis vorzugreifen, das den Leser sofort in Habachtstellung versetzen soll. Lilly Bernstein hat auf einen solchen »Knalleffekt« verzichtet, sondern ihr Buch mit einer ruhigen Beschreibung der Ausgangssituation begonnen. Da man davon ausgehen kann, dass ohnehin jeder Leser ein generelles Verständnis von jener Zeit hat, ist es umso wirkungsvoller, dass nicht mit der Brechstange darauf hingewiesen wird, welche Probleme im Hintergrund bestehen, während der Duft leckeren Brotes durch die Räume strömt, sondern dass es auf eine gediegenere Weise an den Leser herangetragen wird. Das wird womöglich trotzdem nicht jedem Leser gefallen, allerdings ist es angesichts dessen, dass der Klappentext jede Menge Leid ankündigt, vermutlich ein besonders guter Kniff, erst einmal die vorausgegangene Leichtigkeit des elfjährigen Daseins von Protagonistin Anna zu umreißen. Schon bis hierhin schimmert jede Menge Liebe zum Detail durch die Zeilen, die Kraft zum Entwickeln eindrucksvoller sprachlicher Bilder, und auch die Verschiedenheit des Tons in Maries und Annas Kapitel wurde gut herausgearbeitet. Womit wir meinen: Durch kürzere Sätze, größeres Gewicht auf die erlebten Sinneseindrücke & Co. kommt Anna hier auch sprachlich deutlich jünger rüber. Kurzum: Man merkt, dass hier intensiv am Einstieg gefeilt wurde, und so braucht es auch den erwähnten Knalleffekt nicht, um sich bereits bis hierhin für das Geschriebene zu begeistern. Und mit der Frage, was genau nun mit den Kohns passiert ist, hat man auch schon mal einen gewissen Spannungseffekt, auch wenn es vermutlich keine allzu entscheidende Rolle im weiteren Storyverlauf spielen wird. Lange Rede, kurzer Sinn: Unsere Mitarbeiteirnnen Birgit Haase, Cathleen Chalupka und Stephanie Gruber haben sich nach den ersten beiden Kapiteln allesamt entschieden, das komplette Buch zu lesen, so dass wir demnächst eine Rezension für euch zur Verfügung haben werden.
– geschrieben am 22. November 2020
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Autorin der Rezension: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz