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Gut Greifenau 5 - Silberstreif
Verfasser: Hanna Caspian (8)
Verlag: Knaur (1679)
VÖ: 1. November 2020
Genre: Familienepos (583), Historischer Roman (5342) und Romantische Literatur (25539)
Seiten: 544 (Taschenbuch-Version), 557 (Kindle-Version)
Themen: Inflation (7), Studium (121), Weimarer Republik (64), Wirtschaftskrise (26), Zwanziger Jahre (340)
Reihe: Gut Greifenau (6)
Erfolge: 1 × Media Control Top 10 E-Book (Max: 3)
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Erklärung der Bewertungssysteme
"Gut Greifenau 5 - Silberstreif" ist der auch alleinstehend verständliche fünfte Teil der Greifenau-Reihe, die als "deutsches Downton Abbey" beworben wird und die Auswirkungen der Jahre 1923-28 auf unterschiedliche Personenkreise behandelt.
Lesermeinungen (8)     Blogger (4)     Tags (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 18. Januar 2021 um 19:33 Uhr (Schulnote 1):
» Lebendige 20er-Jahre

Die 20er-Jahre haben auf Gut Greifenau Einzug gehalten. Sie bringen alles mit, was diese Zeit zu bieten hatte, von Glamour und Luxus bis tiefste Verzweiflung. Die Inflation hat die Jahre voll in ihrem Griff, das Geld verliert rasant schnell seinen Wert. Nur wer geschickt taktiert, kann Gewinne machen. Aber für Konstantin bedeutet diese Krise letztendlich die Rettung. Auch mit ihm und Rebecca meinen es die Jahre gut, ihre Familie wächst, aber auch die Angst um die Zukunft bleibt.
In der Angestelltenetage ist das Leben ebenfalls geprägt von Krisen und Glück. Sogar Katharina scheint sich endlich ihren großen Traum verwirklichen zu können. Sie beginnt mit ihrem Studium der Medizin.

Als im November 2018 der erste Band „Gut Greifenau Abendglanz“ erschien, hatte ich nicht damit gerechnet, dass mich so eine Gutshof-Serie so begeistern könnte, aber genau so ist es. Ich kann es immer nicht erwarten, bis der nächste Band erscheint. Mit „Silberstreif“ liegt nun bereits Band 5 vor.
Bei dieser Serie sollte man aber schon die Reihenfolge beachten. Sicherlich macht es mehr Spaß, mit dem ersten Teil zu beginnen, als mit einem anderen Teil, obwohl kleine Rückblenden dafür sorgen, dass man zu mindestens ein wenig Weiß, um was es in den Vorgänger gegangen sein könnte.

Die Geschichte erzählt das Leben auf einem Gutshof in Pommern. Es wird von den Herrschaften erzählt und von den Angestellten. Hanna Caspian versteht es dabei geschickt, ihr fiktiven Protagonisten mit dem historischen Hintergrund zu verknüpfen. In diesem Teil befinden wir uns in den 20er-Jahren mit allem, was dazu gehört. Da die Familie von Gut Greifenau relativ groß ist, hat sie auch einiges zu bieten. Es wird eben nicht nur das Leben auf dem Land anschaulich geschildert, sondern auch aus Berlin. Gerade Alexander trifft es dort hart und auch Katharina muss sich durchsetzten und immer wieder ihr Handeln neu überdenken.

Auf dem Gut selber wird natürlich das tägliche Leben erzählt. Davon, wie Rebecca ihre Aufgaben erfüllen muss und davon, was das Personal erlebt. Ich mag diese lebendige Schreibweise der Autorin, die es ermöglicht, völlig in dieser Geschichte zu versinken. Dabei hat sie aber nicht vergessen, dass in dieser Zeit politisch so einiges zu bewältigen war. Die Autorin lässt geschickt die politischen Ereignisse mit einfließen und der Leser erfährt, was die Menschen in dieser Zeit bewegt haben könnte.

Fazit:

Auch Band 5 „Silberstreif“ hat mich wieder wunderbar unterhalten. Es hat Spaß gemacht, das Leben und die Menschen rund um Gut Greifenau mitzuerleben. Die Mischung aus historischem Hintergrund und fiktive Geschichte gefällt mir gut, der leichte Erzählstil sorgt für ein versinken in der Geschichte und die ausgefeilten Charaktere bringen Leben in die Handlung. Ich liebe diese Reihe und warte schon jetzt sehnsüchtig auf Band 6, auch wenn dieser vermutlich der letzte Teil sein wird.«
  12      0        – geschrieben von nirak
 
Kommentar vom 12. Januar 2021 um 11:16 Uhr (Schulnote 1):
» Handlung
1923
Die Weltwirtschaftskrise hält Deutschland in ihren Klauen. Die Bevölkerung ist verzweifelt, viele wissen nicht, wie sie Nahrung kaufen können, weil das Geld stündlich seinen Wert verliert. Teilweise werden Existenzen vernichtet, andere jedoch können mit der Hyperinflation Gewinn machen und sich bereichern.
Auch die Bewohner des Gut Greifenau sind von der Inflation betroffen, gleichzeitig kommt diese für Konstantin genau recht: er kann das Familiengut retten und es bleibt im Beisitz derer von Auwitz-Aarhayn. Und die Geburt seiner kleinen Tochter scheint dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen. Doch so ganz traut Rebecca, Konstantins Gemahlin, noch immer nicht Nikolaus, einem Bruder Konstantins. Und auch die Bediensteten des Guts haben mit allerlei Problemen und Sorgen zu kämpfen...

Meinung
Beim Cover sind wieder einige Ähnlichkeiten zu den anderen Bänden der Reihe erkennbar. Im Hintergrund befindet sich wieder ein Haus, welches edel und einladend wirkt. Es strahlt eindeutig etwas würdevolles aus und lässt sich in einigen Punkten mit dem titelgebenden Gut Greifenau vergleichen. Der Himmel ist auch diesmal in einem dunklen Grau-Ton gestaltet, was der gesamten Szenerie einen leicht düsteren Hauch gibt und ein wenig auf die kommenden Zeiten mit den politischen Entwicklungen hindeuten könnte.
Die Dame am rechten Rand ist der Mode entsprechend geschminkt, frisiert und gekleidet, zudem findet sich in ihrem silbernen Kleid die passende Farbe des Untertitels – Silber – wieder. Und in genau diesem Farbton wurde auch der Titel abgedruckt, je nachdem, in welches Licht man das Buch hält, zeigen sich verschiedene silberne Nuancen.
Insgesamt gehört das Cover nicht zu meinen Favoriten der Reihe, irgendwie mag ich es aber dennoch und finde es ansprechend.

Nachdem ich den vierten Band gelesen habe, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung und hatte auf den Erscheinungstermin hin gefiebert. Es waren noch einige ungeklärte Fragen und mich haben die Schicksale der Protagonisten einfach nicht losgelassen. Daher habe ich mich nicht nur auf den Moment gefreut, an dem ich das Buch endlich in den Händen halten kann, sondern auch darauf, es endlich zu lesen und wieder in die spannende Welt Greifenaus einzutauchen. An dieser Stelle noch ein Wort des Dankes an den Droemer Knaur Verlag, der mir den Roman freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Auch dieses Mal gibt es vor dem Start in die Geschichte umfangreiches Zusatzmaterial, welches ich immer sehr begrüße. Es wurden Karten von Westpreußen und Pommern abgedruckt, anhand derer man verorten kann, wo sich das fiktive Gut, aber auch der Ort Greifenau befindet. Auf einer weiteren Abbildung gibt es einen Eindruck dessen, wie der Aufbau des Gutes mit den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden ist. Außerdem gibt es noch eine Darstellung des Dorfes Greifenau, wo die wichtigsten Gebäude benannt wurden. Anhand dieser Abbildungen erhält man nicht nur konkrete Angaben, wo sich Gebäude befinden und welche Wege die Protagonisten zurücklegen, sondern man kann die Orte auch lokalisieren und irgendwie erhalten die fiktiven Handlungsorte dadurch mehr Lebendigkeit.
Darauf folgt noch eine umfangreiche und genaue Personenübersicht all der häufiger auftretenden Figuren, die ich mir vor dem Beginn der Geschichte sehr genau angeschaut habe. Allein dadurch kamen direkt wieder Erinnerungen hervor und ich glaube, auch deswegen hatte ich einen guten Start in die Geschichte.

Von der ersten Seite an hat mich die Handlung direkt wieder in ihren Bann gezogen und ich hatte absolut keine Startschwierigkeiten. Klar kamen mir nicht sofort wieder alle Geschehnisse aus den anderen Bänden in den Sinn, aber für mich war der Beginn recht ruhig und langsam, man bekommt als Leser die Möglichkeit, Erinnerungen wieder hervorzukramen und anhand kleiner Bemerkungen über die Geschehnisse aus bisherigen Teilen gestaltete sich dies bei mir problemlos. Es fiel mir sehr leicht, mich auf die Handlung einzulassen und irgendwann bin ich an dem Punkt angekommen gewesen, an dem ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte und letztendlich habe ich für die knapp 550 Seiten ungefähr dreieinhalb Tage gebraucht.

Nicht nur die sehr spannende und mitreißende Handlung, sondern auch die wunderbare Schreibweise hat viel dazu beigetragen, dass ich so stark in die Geschichte eintauchen konnte. Sie nimmt den Leser von der ersten Seite an an die Hand und geleitet ihn angenehm und bildreich durch das Buch. An keiner Stelle hatte ich Verständnisprobleme, sowohl die Personen, als auch die Handlungsorte und allgemein die ganzen Situationen konnte ich mir sehr fein und detailreich vorstellen. Das alles hat dazu geführt, dass ich meine Umgebung beim Lesen vollkommen ausblenden und ich mich sehr gut in die Handlung einfühlen konnte.
Ich finde, dass die Sprache eigentlich einfach ist, wobei ab und an ein paar Fachbegriffe auftauchen. Ganz besonderen Anspruch erhält sie anhand der zahlreichen historischen Informationen und Details, die immer wieder auftauchen und teilweise Angelegenheiten ansprechen, von denen ich zuvor entweder noch nie gehört hatte oder die ich mir nicht so recht vorstellen konnte. Im Roman werden sie lebhaft und anschaulich dargestellt und sind dadurch eingängig, ich hatte das Gefühl, die Informationen besser aufnehmen und verarbeiten zu können als sonst.
Und auch anhand der Lebensweise der Figuren gibt es starke Einblicke in die Handlungszeit. Verschiedene Ziele und Wünsche werden verkörpert und man beobachtet und verfolgt die Protagonisten mit jeweils eigenen Lebensarten. Dabei bekommt man sowohl Details über die gehobenere Gesellschaft, als auch über die Bediensteten und auf diese Weise entsteht ein großes und rundes Abbild der Gesellschaft.

Auch diesmal gibt es wieder am Start neuer Kapitel die Information, an welchem Tag die folgende Handlung stattfindet. Und wie auch bei den anderen vier Bänden bin ich auch diesmal wieder froh, dass diese Information genannt wurde. So kann man nicht nur schauen, wie sich die Politik verändert und man weiß ungefähr, was im Folgenden in diesem Zusammenhang geschehen könnte, sondern auch eine Entwicklung der Protagonisten ist einfacherer zu verfolgen.
Außerdem gibt es auch diesmal wieder einige Zeitsprünge, sodass am Ende fünf Jahre im Buch behandelt werden und ohne diese zeitliche Angabe wäre ich doch ziemlich verloren gewesen. Ich fand es gut, dass gezielt einige Zeit übersprungen wird und nicht jedes Ereignis und jeder Tag genaustens beschrieben werden. So entstehen keine Längen und teilweise bekommen die Kapitel einen kurzweiligen Charakter, für mich wurde es an keiner Stelle langweilig.

Wie auch in den vorherigen Bänden gibt es auch diesmal wieder einen allwissenden Erzähler, der verschiedene Perspektiven einnimmt und daher mehrere Figuren zu Wort kommen lässt. Dadurch gibt es immer ein angenehmes Maß an Abwechslung und es entsteht meinerseits nie Langeweile. Zudem enden viele der Kapitel mit kleinen Fragen meinerseits, was natürlich auch der Spannung zugute kommt.
Ich empfand es als besonders interessant, dass Menschen mit unterschiedlichen sozialen Schichten Platz bekommen und ein wenig über ihr Leben, ihren Alltag und ihre Ambitionen berichten können. So zeigt sich ein breites Bild der Gesellschaft und anhand der anderen Bücher der Reihe kann man gut verfolgen, wie sich die früher starren Regeln ändern und teilweise die Grenzen verschwimmen, die Angestellten mehr Rechte bekommen und nicht mehr so unter dem Knüppel ihrer Herrschaft stehen.

Sehr faszinierend empfand ich die Spannung. Sie war wirklich durchweg auf einem starken Niveau und oft gibt es schon nach einem Kapitel einen kleinen Cliffhanger, der stark dazu verführt immer weiterlesen zu wollen. Immer wieder gibt es Hinweise, wie es weitergehen könnte, die den Leser allerdings teils auf falsche Fährten führen. So habe ich mir oft Gedanken darüber gemacht, wie die Geschichte weitergehen könnte und was im Folgenden vielleicht geschehen wird. Oft wurde ich überrascht und meine Vermutungen gingen ins Leere, selten hatte ich Recht damit. So wird gewährleistet, dass die Handlung immer wieder mit Neuem und unvorhersehbaren Wandlungen aufwarten kann, was der Spannung nur zugute kommen kann. Und trotzdem gab es zur Abwechslung immer wieder Kapitel, die einen ruhigeren Unterton hatten und die eine entspannende Wirkung hatten. So wurde stets ein gutes Maß gehalten und die Geschichte gestaltet sich als abwechslungsreich.
Ein wenig fies finde ich den Cliffhanger am Ende. Dieser lässt so viel Platz für Spekulationen und die Zeit bis Anfang August, wenn die Fortsetzung und der finale Band erscheint, wirkt gerade unendlich lang. Ich habe so viele Fragen und fiebere dem Erscheinungstermin sehr entgegen!

Die Hauptanzahl der Handlungsorte sind bereits bekannt, wenn ich mich nicht täusche, kommen vielleicht ein-zwei neue Häuser hinzu, die eine größere Bedeutung haben. Meinem Gefühl nach finden die meisten Szenen in dem altbekannten und idyllischen Greifenau statt, wobei das Gut den Haupthandlungsort darstellt. Dazu gibt es noch einige Kapitel, die in Berlin und Potsdam spielen, im Grunde war es das auch schon.
Am besten gefallen hat mir eindeutig das Gut Greifenau. Dieses Gebäude ist am vertrautesten, es taucht seit dem ersten Band am häufigsten auf und anhand der Karten am Anfang kann ich mir die Lage des Gutes, aber auch der einzelnen Gebäude am besten vorstellen. Hier wirkt die Handlung für mich meist am Lebendigsten und ich mag es sehr, wie das Zusammenspiel der Herrschaft und der Bediensteten beschrieben wird.

Die meisten der Protagonisten sind alte Bekannte, die bereits in den vorherigen vier Bänden aufgetaucht sind und auch diesmal wieder eine Rolle spielen. Nur wenige neue Figuren tauchen auf und diese sind meist für die weitere Handlung nicht von größter Bedeutung, sie spielen eher eine untergeordnetere Rolle und treten deutlich seltener auf.
Alle haben jedoch eines gemeinsam: Ihnen wurden lebhafte und einzigartige Wesen verliehen, die sie besonders machen und keine Figur gleicht der anderen. Es sind Entwicklungen und Veränderungen zu sehen, die Charaktere stärken sich immer mehr sie verfolgen ihre Ziele. Dabei werden auch sie von Schicksalsschlägen getroffen und haben mit Hürden zu kämpfen, was sie authentisch und glaubhaft macht.

Fazit
Nach diesem unglaublichen Cliffhanger kann ich den Erscheinungstermin des sechsten Bandes kaum erwarten. Und bis dahin ist noch leidlich viel Zeit, um mir Gedanken über einen möglichen Fortgang der Geschichte zu machen, ich hoffe auf ein grandioses Ende!
Alle kleinen Kritikpunkte, die ich in meiner Rezension zu Band vier noch genannt hatte, fallen diesmal komplett weg, ich habe absolut nichts zu meckern. Für meinen Geschmack hat alles gepasst , angefangen von der Schreibweise, über die Protagonisten, die Handlungsorte oder die historischen Fakten. Ein durch und durch rundes und stimmiges Buch, bei dem der Lesespaß leider viel zu schnell vorbei war.«
  25      0        – geschrieben von MarySophie
 
Kommentar vom 30. Dezember 2020 um 18:47 Uhr (Schulnote 1):
» Mit „Silberstreif“ legt Hanna Caspian den 5. Band ihrer Reihe um das fiktive Gut Greifenau in Pommern vor.
Das Buch deckt den Zeitraum von September 1923 bis Dezember 1928 ab und schließt damit nahtlos an Band 4 an.
Es erzählt die Zeit der Weimarer Republik mit all ihren anfänglichen Problemen für die Menschen wie hohe Reparationszahlungen, die Inflation und nur ganz langsam zeigt sicht ein Silberstreif am Horizont.

Es war eine große Freude nach Greifenau und Berlin zurückzukehren und die Familie und die Bediensteten wieder zu erleben.
Aber sie alle haben zu kämpfen, denn die Inflation und damit die Entwertung des Geldes macht ihnen allen sehr zu schaffen und bringt sie teilweise sogar in Existenznöte.
Graf Konstantin und seine Frau Rebecca tun alles was ihnen möglich ist, das Gut zu retten und damit der Familie und auch den Bediensteten weiterhin ein zu Hause zu bieten. Besonders Rebecca zeigt sich da sehr einfallsreich und findet einige Möglichkeiten, die dem Gut auch finanziell weiterhelfen.
Seine Schwester Katharina, die mit ihrem Mann Julius weiterhin in Berlin lebt, kann endlich ihr Medizinstudium aufnehmen. Aber sie muss mit einigen Schwierigkeiten kämpfen, denn Frauen werden im Studium kaum akzeptiert und ihre Familie erwartet die gleiche Fürsorge wie immer, so dass Katharina viel Mühe hat, Familie und Studium gleichzeitig zu bewältigen.
Auch die anderen Familienmitglieder kämpfen weiterhin mit ihren Problemen und die „alte“ Gräfin Feodora will weiterhin nicht wahrhaben, dass die Monarchie am Ende ist. Sie gibt ihren Standesdünkel nicht auf und sucht standesgemäße Komtessen, mit denen sie ihre beiden Söhne Alexander und Nikolaus verheiraten will.

Die Bediensteten auf Greifenau füllen auch in diesem Band einen Teil der Handlung, denn auch ihre Schicksale werden nahtlos weitergeführt.
Es gibt einen Neuzugang auf dem Gut und auch eine neue Dorflehrerin nimmt ihre Arbeit unter den wachsamen Augen von Rebecca, die selbst einmal Dorflehrerin war, in Greifenau auf.

Wieder einmal gelingt es Hanna Caspian wunderbar, die fiktiven Lebensgeschichten ihrer Figuren mit der realen Zeitgeschichte zu verbinden.
Eindrücklich schildert sie die politische Situation im Land, die Sorgen der Menschen, die nach dem großen Krieg und dem Ende der Monarchie den Umschwung im Land nur schwer verkraften und das langsame Aufkommen der Nationalsozialisten, die zu dieser Zeit aber noch eine untergeordnete Rolle spielen.
Sie zeigt auch die Entwicklung in der Landwirtschaft mit neuen Maschinen und im Haushalt, wo es auch erste Errungenschaften gibt, die den Menschen die Hausarbeit erleichtern sollen.
Auch die Erschließung von Dörfern und dem Gut für den elektrischen Strom und die damit verbundenen Schwierigkeiten sind ein Thema.
Ebenso die sogenannten „Goldenen Zwanziger Jahre“, die längst nicht für alle so golden waren. Aber gerade in Berlin gab es einen Aufschwung für Theater, Kino und Revuen, womit sich die Menschen, die es sich leisten konnten, vom Alltag ablenken ließen.

Auch in diesem Band hat mich begeistert, wie Hanna Caspian das Leben ihrer fiktiven Figuren und den Alltag auf einem Landgut in die reale deutsche Historie eingebunden hat. Neben den historischen Fakten zeigt sie auch das gesellschaftliche Leben, in dem sich einige Dramen abspielten und besonders auch am Beispiel von Katharina, den Stand der Frau.
Ihre Figuren sprühen vor Lebendigkeit und wirken authentisch.
Ich habe gebannt ihr Leben verfolgt, mit ihnen gehofft, gelitten und auch freudige Momente erlebt.
All das ist sehr kurzweilig, unterhaltsam und vor allem fesselnd dargestellt. Die Geschichte übt nach wie vor einen Sog auf mich aus und kann den finalen Band kaum erwarten!

„Silberstreif“ ist eine absolut gelungene Fortsetzung einer Familiengeschichte, die mich von Beginn an in ihren Bann gezogen hat. Die Mischung aus historischem Hintergrund, lebendigen Protagonisten und einer spannenden Handlung macht diese Reihe und auch diesen 5. Band zu einem Pageturner und einem großen Lesevergnügen!


Fazit: 5 von 5 Sternen«
  18      0        – geschrieben von Fanti2412
 
Kommentar vom 28. Dezember 2020 um 21:49 Uhr (Schulnote 1):
» Mit dem lang ersehnten 5. Band „Silberstreif“ geht die historische Gut-Greifenau-Reihe von der Autorin Hanna Caspian, mit viel Spannung und geschichtlichem Hintergrund, weiter.

Dieser Teil spielt vom Herbst 1923 bis Ende 1928 - erst die große Inflation und dann die goldenen Zwanziger und die Weimarer Republik. Viele gesellschaftliche relevante Themen dieser Zeit werden hier aufgegriffen und hervorragend recherchiert erzählt.

Immer noch kämpfen die Deutschen um eine stabile Republik. Der Höhepunkt der Hyperinflation bringt auch die Bewohner auf Gut Greifenau in eine schwierige Situation, obwohl es den Menschen auf dem Land noch besser geht, als in der Stadt. Viele verlieren ihr gesamtes Hab und Gut. Es gibt aber auch Gewinner, wie die Urbans, die ihr Vermögen noch vergrößern können. Konstantin nimmt trotz aller Vorbehalte die finanzielle Hilfe seines Schwagers Julius Urban an, um Gut Greifenau zu retten. Auch Rebecca hat einige Ideen, um das Gut vor dem finanziellen Ruin zu schützen. Langsam sehen die beiden einen Silberstreif am Horizont.

Die Umbrüche im Land zeigen vielerlei Parallelen innerhalb der Familie und ihrer Dienstboten auf. Viel Wert hat die Autorin auch wieder auf die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Familie gelegt. Der familiäre Zusammenhalt ist trotz aller möglichen Unstimmigkeiten immer vorhanden, man hilft sich nicht nur untereinander, sondern fühlt sich auch für die Bediensteten und die Dorfbewohner verantwortlich. Niemand bleibt mit seinen Sorgen und Nöten allein.

Wie auch in den vorherigen vier Bänden gibt es viele einzelne Handlungsstränge die nebeneinander herlaufen, teils unabhängig, teils überlappend. Es zieht sich nicht der eine große Spannungsbogen durch die Geschichte, sondern mehrere kleine. Das ist überaus interessant und fesselnd zu lesen. Langweilig wurde es mir dabei nie, denn immer wieder packte mich die Neugier, wie es denn nun mit den einzelnen Protagonisten weitergeht.

Fazit:
Die Autorin hat mich mit ihrem flüssigen und hochemotionalen Schreibstil wieder total gefesselt. Mit der Gut-Greifenau-Reihe habe ich sehr schöne Lesestunden verbracht und freue mich schon auf den sechsten Band.
Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!«
  14      0        – geschrieben von Luise
Kommentar vom 2. Dezember 2020 um 8:56 Uhr (Schulnote 3):
» Hanna Caspians mal mit und mal ohne das Adjektiv "historisch" beworbener Roman "Gut Greifenau - Silberstreif" ist nach "Gut Greifenau - Abendglanz", "Gut Greifenau - Nachtfeuer", "Gut Greifenau - Morgenröte" und "Gut Greifenau - Goldsturm" der 5. Band der "Gut-Greifenau-Reihe", allerdings, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, durch wohldosierte Rückblenden durchaus ohne Kenntnis der vorangegangenen Teile verständlich und in gewisser Hinsicht auch in sich abgeschlossen.

Das mich in seiner Art eigentlich langsam langweilende, für das Genre aber wohl typische und im Hinblick auf die vorhergehenden Bände einen gewissen Wiedererkennungswert besitzende und farblich durchaus recht ansprechende Cover wird bedauerlicherweise wieder einmal von einem dieser hässlichen orangefarbenen Werbungsaufkleber verunziert.

Eine Landkarte von Pommern, Westpreußen und Posen, zwei Kartenskizzen des fiktiven Dorfes "Greifenau" nebst dazugehörigem gleichnamigen Gut, ein nach Handlungsorten, auf dem Gut auch noch nach Eigentümern und Dienstboten unterteiltes Personenregister (generell begrüßenswert, hier jedoch für Quereinsteiger nahezu unverzichtbar!) sowie ein Nachwort runden das erzählte Geschehen gut ab.

Letzteres behandelt das Leben, Leiden und Lieben derer von Auwitz-Aarhayn nebst Verwandt-, Nachbar- und Dienerschaft während der hauptsächlich durch Nachkriegs- und Inflationsprobleme geprägten Jahre 1923 - 1928 überwiegend auf dem Gut Greifenau und in Berlin.

So sind es denn auch vom aufkommenden Nationalsozialismus (so finden beispielsweise Hitler, der Kapp-Putsch und andere politische Ereignisse Erwähnung), Emanzipationsbestrebungen (die neureich-bürgerlich verheiratete Katharina möchte, damals für Frauen noch nahezu unvorstellbar, Medizin studieren) und Homosexualität abgesehen in erster Linie finanzielle und/oder amouröse Sorgen, die den Herrschaften ebenso wie dem Personal zu schaffen machen und der Serie den Titel "Deutsches Downton Abbey" eingetragen haben dürften. Leider stieß ich auf etliche Sinn-, Rechtschreibungs- und Flüchtigkeitsfehler, welche dann bedauerlicherweise auch zu einer schwächeren Bewertung führen mussten.«
  17      0        – geschrieben von victory
Seite:  1 2
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