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Sturmblicke
Verfasser: Th. Wolf (1)
Verlag: tredition (225)
VÖ: 8. Mai 2019
Genre: Fantasy (12456)
Seiten: 772 (Gebundene Version), 749 (Kindle-Version)
Themen: Achtsamkeit (49), Freundschaft (2062), Inseln (1772)
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Überraschend wählt der Rat der Fünf die junge Aifa zur Wächterin ihres Volkes.
Trotz Zweifel und vieler Fragen, stellt sich Aifa der schwierigen Aufgabe und warnt schließlich ihr Volk rechtzeitig vor einem heftigen Sturm. Dabei verliert sie einen wichtigen Freund.
Kurz darauf wacht sie an einer fremden Küste auf und trifft die eitlen Drillinge und das Volk der Kalee. Unterdessen hofft, in weiter Ferne, das seltsame Kristallvolk auf ihre Hilfe, und zwei Ibulien begeben sich auf die Suche nach ihrem Bruder, um später Aifas größtes Geheimnis zu lüften ...
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Th. Wolf für die Einsendung dieser Leseprobe!
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     „Was, du bist schon da?“, fragte er erstaunt.
     Jazua antwortete für Aifa: „Ja, ich habe vier Einheiten gemessen.“
     „Vier?“ Bain schüttelte völlig überrascht den Kopf.
     „Ja, genau vier.“
     Bain stürzte in das Innere seiner Unterkunft, und die beiden Frauen folgten ihm. Aifa sank auf den Boden und reichte Bain die Pilze.
     Dieser war an die gegenüberliegende Wand getreten und schaute abwechselnd auf und ab.
     „Aifa, du warst schneller als ich damals. Ich brauchte acht Einheiten. Und wie ich das hier sehe, war nur der erste Wächter genauso schnell wie du. Alle anderen vor dir waren langsamer. Viel langsamer.“
     „Du scheinst doch etwas besonders gut zu können“, sagte Jazua und drückte sie sanft.
     Doch Aifa war schon eingeschlafen.
     „Geh zurück in die Stadt. Ich danke dir, Jazua! Das Gift hätte sie töten können. Ich habe völlig vergessen, dass jetzt die Paarungszeit der Gahirre ist und sie ihr Gift entwickeln. Wenn sie in der Höhle ihr Leben beendet hätte ...“
     „Hat sie aber nicht! Ich wusste schon immer: Irgendetwas ist anders an ihr.“
     Jazua schaute die schlafende Aifa an und lächelte, dann machte sie sich auf zurück zur Stadt.
     Bain sah ihr lange nach.
     „Jetzt, Aifa muss ich dich nur noch lehren, deine Sinne anzuwenden“, sprach er halblaut mehr zu sich als zu seinem Schützling.

Die Salbe hatte schnell Linderung verschafft, der stechende Schmerz war abgeklungen und die Schwellung zurückgegangen. Nur das ständige Krabbeln und der stetige Juckreiz wurden allmählich zur Qual. Bain war früh am Morgen hinunter in die Stadt gegangen, um Lebensmittel und Vorräte zu besorgen. Aifa hatte daher Zeit und Gelegenheit, sich in der Wohnhalbkugel umzusehen und verschiedene Gegenstände zu betrachten. Nur auf den ersten Blick schien alles sehr ordentlich zu sein, doch als sie genauer hinschaute, entdeckte sie überall den feinen, braunen Staub, der sich am Boden, aber auch an den Wänden angesammelt hatte. Die vielen Schriften lagen ungeordnet auf den Tischen, und mancherlei Gegenstände waren am Boden verstreut. Hinten an der Rückwand des Hauses hatte man einen Durchgang gelassen, der in eine Höhle führte. Diese diente als Lagerraum für Vorräte und als Schutzraum bei Stürmen und Käferangriffen. Aifa schaute sich um und überlegte, wie sie alles anordnen würde, wenn sie die Unterkunft übernehmen sollte.
     Draußen vor der Tür hatte Aifa einen wunderbaren Blick hinunter in das Tal. Die große Säulenhalbkugel mit ihrem glänzend weißen Dach strahlte im Licht der morgendlichen roten Zwergsonne und bildete so einen deutlichen Kontrast zu den beiden schmalen, hohen, schwarzen Obelisken an der Vorderseite. Umringt wurde die große Säulenhalbkugel von den kleineren Hallen der Nahrung, der Heiler, der Lehrer, der Erbauer und der Bergarbeiter. Die beiden äußeren Ringe bestanden aus den Wohnhalbkugeln der Frauen und Kinder sowie denen der Männer. Rechts der kreisförmig errichteten Stadt lagen die saftigen gelben Weiden der Gokloks, die an den kupferfarbenen See grenzten. Umringt von den strahlend blauen und violetten Baumtrichtern des Trichterbaumwaldes lag die Wasseroberfläche wie ein sanftes Tuch im Tal. Mit ihren hervorragenden Augen konnte Aifa auch das glitzernde Band sehen, wie es Wasser zur Stadt brachte. Sie holte tief Luft und versuchte, diesen friedlichen Moment im Inneren festzuhalten – fast so, als würde für einen Augenblick nur die Zeit innehalten. Der ständige kräftige Westwind hüllte sie ein, und von Weitem vernahm sie die Rufe der am Himmel kreisenden Flieger.

In den nächsten Tagen unternahmen sie ausgiebige Wanderungen über die Insel. Dabei liefen sie die Route ab, die Bain stets nahm, um nach Bedrohungen Ausschau zu halten. Sie folgten dem schmalen, steinigen Bergpfad hinunter in das Tal und gelangten zunächst in den Trichterbaumwald. Obwohl Aifa schon oft in diesem Wald gewesen war und Kamali sie vieles gelehrt hatte, hatte Bain immer noch einen ernsten Hinweis: „Wenn du im Wald bist, achte auf knackende Geräusche oben in den Baumtrichtern! Wenn sie sich häufen, dann versuche, schnell wegzugehen! Bald wird dann ein Ast herabstürzen, und er könnte dich treffen.“
     Die Blätter dieser Bäume waren oben in der Krone am größten und am kräftigsten gefärbt, da sie das meiste Licht aufsaugen konnten. Weiter unten wurden die Blätter dünner und sahen auch nicht mehr so schön aus. Der Stamm dieser Bäume verdickte sich nach oben hin, um den Blättertrichter zu halten, wenn er mit Regenwasser vollgefüllt war. Dieses Wasser floss dann den ganzen Stamm hinunter bis in das tiefe verzweigte Wurzelsystem. Diese Wurzeln waren so tief, dass sie dem Baum genug Halt geben konnten. So trotzten diese Bäume selbst einem starken Sturm.
     Unterhalb der Bäume war der Boden mit dem gelblichen Trichtergras bedeckt, das scharf war und tiefe Schnitte verursachen konnte. Der größte Teil dieser Graspflanze wuchs allerdings unter der Erde und bohrte sich in die Wurzeln der Bäume, um Wasser abzusaugen.
     Bains Blick richtete sich ständig nach oben, um nach den Fliegern zu sehen.
     „Diese Waldflieger steigen bei Gefahren plötzlich auf. Fliegen sie kreischend in Kreisen um die Trichter, dann dürften Käfer in der Nähe sein. Kommen sie herunter und versuchen, sich zu verstecken, dann könnte sich ein gewaltiger Sturm ankündigen. Pass auch auf die Jals auf, sie jagen meistens zu sechst! Zwei oder drei werden dich niemals angreifen, doch fünf oder sechs werden es wagen. Klettere dann einen Baum hoch!“
     „Ja, meine Mutter hat mir das auch gesagt.“
     „Gut, aber wie wirst du sie los? Hm?“
     Aifa zuckte mit den Schultern.
     „Schrei hoch und laut. Sie mögen keine lauten, hohen Töne. Wenn du Glück hast, dann verschwinden sie, oder du musst es dir da oben gemütlich machen. Meist geben sie in drei Umläufen auf.“
     „Was? Drei Umläufe!“ Ungläubig schaute Aifa einen Baum hinauf.
     „Ich war schon sieben Umläufe auf so einem Baum. Und glaube mir, danach spürst du jeden Muskel und alle deine Knochen.“ Bain lächelte und ging weiter.
     Bald gelangten sie an den See, der ihnen etwas Kühle brachte.
     „Die Tiere, die du hier jagen kannst, kennst du sicher. Der See nährt dich lange und gut. Wir müssen auf ihn Acht geben. Er ist für unser Volk sehr wichtig. Dort hinten an der kleinen Biegung beginnen die tiefen Stellen, und die Strömung ist da sehr stark. Schwimm also nie dorthin! Deine einzige Rettung wäre dann ein treibender Baumstamm, der dich zum Ufer trüge. Los!“
     Bain rannte unerwartet los und sprang in den See. Aifa legte ihr Gepäck ab und folgte ihm. Er schwamm weit hinaus, doch sie konnte ihm folgen. Dies bereitete ihr keine Mühe, denn sie war oft am See mit ihrer Mutter gewesen.
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