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Grafensand-Trilogie 2 - Dünenjagd
Verfasser: Dörte Jensen (23)
Verlag: Klarant (689)
VÖ: 19. Oktober 2020
Genre: Kriminalroman (7704)
Seiten: 135
Themen: Auftragsmord (32), Banken (25), Gefängnisausbruch (71), Kommissare (2043), Ostfriesland (566)
Reihe: Grafensand-Trilogie (3)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Die Ruhe auf dem ostfriesischen Anwesen Grafensand ist trügerisch. Nach den tragischen Ereignissen rund um den Tod ihres Vaters scheint Frauke Grafen in eine hoffnungsvolle Zukunft zu blicken, denn gemeinsam mit ihren engsten Freunden und Vertrauten hat sie die Führung der Grafen Bank übernommen. Doch alles ändert sich, als die Auftragsmörderin Nicole Stadler, die es auf die Bankerbin abgesehen hat, spektakulär aus dem Gefängnis flieht. Stadler macht sich sofort auf den Weg nach Grafensand. Was sie nicht ahnt: Der ostfriesische Kommissar Gunnar Hendriks, wegen seiner eigenwilligen Art auch Gnadderkopp genannt, ist versessen darauf, endlich den Tod seines Freundes Renke Grafen aufzuklären. Gnadderkopp heftet sich an die Fersen der Auftragsmörderin. Aber gelingt es ihm, rechtzeitig einzugreifen? Die Jagd beginnt ...
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Rena Larf vom Klarant Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Dörte Jensen gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Herzensangelegenheit

Oldenburg, August


»Wann darf ich endlich nach Hause?« Anna drückte den rosafarbenen Plüschelefanten fest an sich.
     »Es dauert nicht mehr lange«, versprach er und zwang sich zu einem Lächeln. »Wenn wir ein neues Herz für dich gefunden haben, bist du bald daheim.«
     »Hat Mama dich dann wieder lieb?«
     »Natürlich.« Er strich ihr sanft über die Wange. »Wir sind doch eine Familie.«
     »Das ist super. Bekomme ich dann auch frische Waffeln zum Frühstück?«
     »Klaro. Das geht aber nur, wenn du vorher nicht den ganzen Teig auffutterst.«
     Anna lachte. Die glücklichen Laute schwirrten wie akustische Seifenblasen durch das Zimmer des Kinderkrankenhauses, bevor sie an den rauen Steinen seiner Lügen zerplatzten.
     »Wer liebt dich bis zum Mond und wieder zurück?«
     »Mein Papa.« Sie juchzte auf.
     Er beugte sich vor und küsste seine Tochter auf die Stirn. Als sie die dünnen Ärmchen nach ihm ausstreckte und um seinen Hals schlang, bröckelte die Fassade, die er in den letzten Monaten aufgebaut hatte. Tränen rannen über seine Wangen und tropften auf ihr Gesicht.
     »Warum weinst du denn?« Ihr Kinderatem strich warm über seine Haut.
     »Weil ich jetzt gehen muss.« Er befreite sich aus ihrer Umklammerung.
     »Kommst du morgen nicht wieder?« Anna riss ihre strahlend blauen Augen auf, deren Farbe ihn auch jetzt an einen Ozean erinnerte, auf dem sich die Sonne spiegelte.
     »Ich muss leider für eine Weile verreisen.«
     Die Vierjährige zog einen Schmollmund. »Warum kannst du nicht bei mir bleiben?«
     »Weil ...« Er verstummte und wischte sich mit dem Handrücken über die Augen, während er sich eine weitere Lüge überlegte, mit der er die grauenvolle Realität hinter einem Vorhang aus Worten verschwinden lassen konnte. Da ihm aber nichts einfiel, flüsterte er Anna ins Ohr: »Du wirst immer mein kleiner Engel sein.«
     Dann drehte er sich um und verließ das Krankenzimmer, ohne sich noch einmal umzusehen. Mit gesenktem Kopf hastete er durch die endlosen Flure, die nach Bohnerwachs, Hoffnungslosigkeit und Tod stanken.
     »Warst du etwa bei Anna?«
     Er stoppte abrupt. Seine Ex-Frau Sabrina stand vor ihm, die Arme vor der Brust verschränkt.
     »Ich habe mich nur von ihr verabschiedet.«
     »Damit hast du gegen das Kontaktverbot verstoßen.« Sie reckte das Kinn vor.
     Er seufzte. »Das ist mir egal. Jeder Tag kann ihr letzter sein.«
     »Anna wird ein Spenderherz bekommen. Der Arzt hat gesagt, dass ...«
     »Wie lange willst du noch mit der Illusion einer Rettung leben? Unsere Kleine wird bald sterben«, unterbrach er sie aufgebracht.
     »Du musst positiv denken. Auf der Liste der Spenderorgane ...«
     »... steht Anna viel zu weit unten, um eine realistische Chance auf ein Kinderherz zu haben«, fiel er ihr erneut ins Wort.
     »Dein Pessimismus hat unsere Ehe ruiniert. Ich lasse mich keinesfalls länger von dir runterziehen.« Sabrina sah ihm in die Augen. In ihrem Blick lag eine Mischung aus Schmerz, Trauer und Hoffnung, die kaum zu ertragen war.
     »Im Gegensatz zu dir stelle ich mich der Realität und flüchte nicht in eine Traumwelt.«
     »Du hast unsere Familie zerstört«, warf sie ihm mit hochrotem Kopf vor.
     »Ich habe niemals ...«
     »Verschwinde aus unserem Leben. Solltest du noch einmal gegen das Kontaktverbot verstoßen, werde ich dich anzeigen.« Sabrina baute sich breitbeinig vor ihm auf, als würde sie sich auf einen Kampf vorbereiten.
     Im ersten Moment wollte er noch etwas sagen. Da aber jedes Wort nur ein weiteres Scheit in den Flammen ihrer Wut sein würde, stampfte er schweigend hinaus.
     Dunkle Regenwolken hingen an diesem Tag so tief, dass er meinte, sie mit den Händen greifen zu können. Auf dem Weg zum Parkplatz legte sich der Nieselregen wie ein feuchtes Tuch auf seine Haut. Die Tropfen vermischten sich mit seinen Tränen.
     Mutter Natur konnte manchmal eine richtige Bitch sein. Durch den Herzfehler war sein kleiner Engel seit seiner Geburt mit einem Verfallsdatum versehen, das jeden Tag etwas näher rückte. Die Warteliste für ein Spenderorgan war endlos.
     Ihre Zeit war das leider nicht.
     In ohnmächtiger Wut ballte er die Hände zu Fäusten und boxte Löcher in die Luft. Nachdem er sich etwas abreagiert hatte und wieder zu Atem gekommen war, kramte er das abhörsichere Mobiltelefon aus der Hosentasche und tippte auf die einzige im Kurzwahlverzeichnis hinterlegte Nummer.
     »Haben Sie sich mein Angebot überlegt?«, wollte eine zur Unkenntlichkeit verzerrte Stimme wissen.
     »Wenn ich den Job erledige, bekommt Anna ein Spenderherz.«
     »Nach dem Tod der Zielpersonen wird Ihre Tochter umgehend operiert.«
     »Dann haben wir einen Deal.« Die Antwort kam ohne Zögern über seine Lippen.
     »Das Paket wird Ihnen noch heute zugestellt. Weitere Anweisungen erhalten Sie in Kürze.«
     »Das ist gut, denn ich möchte keine Zeit verlieren.«
     Er beendete das Telefonat und steckte das Gerät wieder ein. Für Anna würde er auch mit dem Teufel tanzen.
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