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TASCHENBUCH
 
Erben der Ewigkeit - Der Fluch des Lebens
Verfasser: Derufin Denthor Heller (1)
Verlag: Books on Demand (3299)
VÖ: 15. Oktober 2020
Genre: Fantasy (12411) und Horror (1369)
Seiten: 316 (Taschenbuch-Version), 279 (Kindle-Version)
Themen: Bäume (69), Konzerte (56), Unsterblichkeit (204), Wälder (757)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Derufin Denthor Heller für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Derufin Denthor Heller gibt es auf seiner Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Prolog


»Komm doch rein, es ist wunderbar«, hauchte Annabell verführerisch und schenkte ihm ihr schönstes Lächeln.
     Er liebte die feinen Fältchen an ihren Mundwinkeln, die das helle Lachen in ihr immer fröhliches Gesicht zauberten. Er wusste, Annabells Lebensfreude würde jede einzelne Sorge aus seinem Leben für immer vertreiben. Es war ihm nicht möglich, ihr zu widerstehen, er hätte es auch gar nicht gewollt. Von langer Hand hatte er den Abend mit dem jungen Mädchen geplant, den Ort ihrer Begegnung weise gewählt. Heute endlich würde es so weit sein.
     Schon vor einigen Monden hatte er die faszinierende Lichtung im nahen Wald entdeckt. Ein wahrhaft mystischer Ort inmitten undurchdringlichen Gestrüpps.
     Zwei Steine erhoben sich inmitten der Szenerie, doch waren es mehr als nur einfache Steine.
     Vor Jahrtausenden hatte sich das Eis zurückgezogen und die beiden mächtigen Findlinge aus grauer Vorzeit einsam zurückgelassen. Beständig hatten die Felsen die Zeit überdauert. Erhaben türmten sie sich auf, überragten alle Geschöpfe des Waldes und boten ihnen dabei Schutz vor Nässe und Kälte. Glatt war ihre Oberfläche. Die makellose, von silbrigen Adern durchzogene Haut des uralten Gesteins leuchtete in einem ehrwürdigen Grau.
     Nur wenigen Moosflechten war es gelungen, die weichen Rundungen der Felsen zu besiedeln. Es roch nach feuchter Erde, feinen Kräutern, Waldpilzen und den nahegelegenen Nadeln und Blättern des Waldes. Einzelne Rosenstöcke hatten an mancher Stelle das Moos verdrängt, verströmten einen süßlich, betörenden Duft. Ganz in der Nähe sang eine unterirdische Quelle ihre eigene Melodie, ehe ein Rinnsal klarsten Wassers die Erdoberfläche durchbrach und den Tümpel am Fuße der Findlinge speiste.
     Nie zuvor hatte er einen so wundervollen Ort erblickt. Es wirkte, als wäre die Umgebung direkt dem Gemälde des größten Künstlers aller Zeiten entstiegen.
     Er war unfähig, sich der mysteriösen Aura der Steine zu entziehen, doch sie war nichts gegen die Wirkung der in voller Blüte stehenden Kirsche, deren Doppelstamm sich an der Seite der Findlinge erhob. In majestätischer Erhabenheit nahm sie den Ort in ihren Besitz, thronte über den Untertanen ihres kleinen Reichs.
     »Nun komm doch endlich!«
     Er hörte die Aufregung in Annabells Stimme. Es wurde Zeit, ihre Ungeduld zu befriedigen.
     Vorsichtig prüfte er mit den Zehen die Temperatur und lächelte, als sich leise, kreisförmige Wellen auf der bisher still daliegenden Oberfläche ausbreiteten. Das Wasser war warm genug, stammte es doch direkt aus dem Innersten der Erde. Der Tümpel war gefüllt mit klarem Wasser, weiße Kieselsteine bedeckten die Böschung des Ufers.
     Ungeniert schnürte er die Hosen auf und entledigte sich seiner Kleider, bevor er in das natürliche Becken stieg und sich Annabell bedächtig näherte.
     Die heilende Wärme des kristallklaren Wassers war wohltuend. Er genoss jeden einzelnen Tropfen auf seinem Körper und blinzelte in die letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Er spürte, wie er sich entspannte. Durch körperliche Arbeit verhärtete Muskelgruppen lösten sich. Jegliche Anspannung fiel von ihm ab, als er sich für kurze Zeit auf dem Wasser treiben ließ.
     Er genoss die Stille des Ortes und freute sich darüber, da er ihn gefunden hatte, dessen Schönheit mit Annabell zu teilen.
     Er spürte ihre körperliche Anwesenheit, schon bevor er sie erreicht hatte. Ungestüm zog er sie an sich. Er umarmte sie so heftig, dass es ihr die Luft raubte. Sanft strich er ihr das lange weizenblonde Haar aus dem Gesicht, bevor er seinen Kopf an ihrem Hals vergrub. Gierig sog er ihren Duft ein. Sie roch nach Blumen und Erde. Er küsste sie und nahm dabei den metallischen Geschmack des Wassers wahr, das ihre Lippen benetzte.
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