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KINDLE
 
TASCHENBUCH
 
Riptide Park
Verfasser: Lynn J. Moran (3)
Verlag: Elmquist Editions (4)
VÖ: 14. Oktober 2020
Genre: Jugendliteratur (7156) und Kriminalroman (7704)
Seiten: 329 (Taschenbuch-Version), 187 (Kindle-Version)
Themen: Entführungen (1697), Highschool (163), Kleinstadt (755), Liebeskummer (106), Schule (969)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Jerome Gemander von Elmquist Editions für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Lynn J. Moran gibt es bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Die erste Liebe, der Augenblick, wenn sich ein Teenager zum ersten Mal über beide Ohren verknallt, ähnelt einem Vollrausch. Im Ernst. Es ist für viele Jungs der Ein-Leben-lang-zu-Monogamie-bereit-Moment schlechthin, der einem danach für Jahre abhanden kommt wie ein Foto, das aus dem Album rutscht und unter dem Sofa landet.
     Ich weiß noch, dass es bei mir nicht anders war. Das lag daran, dass die Mädchen, um die sich für uns in Jezebel Point damals alles drehte, für mich und meine Freunde keine Wesen von dieser Welt waren. Herr im Himmel, sie waren Göttinnen!
     Alina war klein, hatte die Figur einer jugendlichen Eiskunstläuferin und das milde Lächeln einer erwachsenen Frau, obwohl sie, als wir uns kennenlernten, gerade mal sechzehn und ich erst siebzehn war. Die Art, wie sie ihr hüftlanges, blondes Haar zurückwarf, vermischte sich mit dem Duft des künstlich süßen Limetten-Shampoos, das sie benutzte, und dem Geruch der Laubbäume im Riptide Park. Sie schlüpfte immer barfuß in ihre weißen Sneaker, trug mit der Schere abgeschnittene Hotpants und weit ausgeschnittene T-Shirts, die eine Schulter freiließen. Manchmal, wenn ich über etwas wütend war, legte sie mir eine Hand auf die Augen und flüsterte mir etwas ins Ohr. Ihre zierliche Hand war wie eine Falkenhaube über meinem Gesicht. Ich beruhigte mich quasi sofort, atmete tief durch und sie blickte mich im Anschluss aus ihren grünen Augen an, als wollte sie so etwas sagen wie: Wieso bist du so zornig, wo du doch MICH hast?
     Ich war verrückt nach ihr. Ich war verrückt nach der Zeit, die wir hatten, und konnte mein Glück kaum fassen. Es war, als wäre unser erster gemeinsamer Sommer ein einziger aufgekratzter und in die Länge gezogener Jimmy-Eat-World-Song. Genauso konnte ich es kaum fassen, als es dann plötzlich vorbei war.
     Eine Zeit lang fühlte ich mich, als hätte man mir das halbe Gehirn amputiert. Ich funktionierte, aber mehr auch nicht. Wie schon erwähnt, lief mein Leben wie ein losgekoppelter Waggon auf Schienen direkt ins Chaos-Land. Ich kümmerte mich um gar nichts, nicht einmal um die Eigenartigkeiten, die seit geraumer Zeit ein Teil meines Alltags geworden waren:
     Es hatte etwas von einem schlechten Witz, aber seit ungefähr einem Monat klingelte jeden Tag mein Telefon zu einer bestimmten Uhrzeit. Sobald ich abnahm, hörte ich immer dasselbe: Zwei oder mehrere mir unbekannte Teilnehmer telefonierten und ich wurde zum unfreiwilligen Zuhörer ihrer Gespräche, ohne dass sie es merkten.
     Es war, als wäre mein Telefon ein Zufallsgenerator, der mich in regelmäßigen Abständen zu einem wildfremden Gespräch zuschaltete und mich mithören ließ. Einmal hörte ich eine Stimme, die wirkte, als würde sie mit sich selbst sprechen. Erst nach einer Minute kam ich darauf, dass sich die alte Frau am anderen Ende nicht mit einem Menschen, sondern mit irgendeinem Haustier unterhielt. Es war einfach nur grotesk.
     Etwa seitdem die Dunstglocke in aller Munde war, begann ich unruhig zu schlafen. Ich wälzte mich im Bett, träumte wirr und schlurfte oft gefühlte hunderte Male zwischen Schlafcouch und Kühlschrank hin und her, bis der Morgen graute.
     Manchmal borgte ich mir von einem meiner Freunde ein BMX-Bike und fuhr ohne Ziel durch die verschlafenen Vororte von Jezebel Point. Jeder sah sofort, dass ich nicht dorthin gehörte. Ich lungerte herum, hockte auf dem Bordstein und sah mir die piekfeinen, weißgetünchten Vorstadt-Eigenheime an, wo hinter polierten Gartenzaunlatten Kids zum Abendessen gerufen wurden. Da ich die meiste Zeit Parkour-Kluft trug, das typische Outlaw-Outfit eines Freerunners mit Kapuzenpullover und ausgeleierter Trainingshose, hielt mich die besorgte Mittelschicht für einen Unruhestifter.
     Zum ersten Mal bekam ich ein ungefähres Bild davon, was es hieß, in einem Viertel, das vom oberen Drittel des weißen Mittelstands bewohnt wurde, schwarz, Latino oder einfach ein Outsider zu sein. Was ich in den Vororten suchte, wusste ich nicht. Sie zogen mich in dieser einsamen Phase geradezu magisch an. Ich war ein Heimatloser, der die Vorstadt durchstreifte wie ein Zugvogel mit abgestoßenem und zugleich eifersüchtigem Blick auf die spießige heile Welt, die sich mir dort in all ihren Facetten zeigte.
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