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Es war einmal in Italien
Verfasser: Luca Di Fulvio (10)
Verlag: Bastei Lübbe (3075)
VÖ: 12. Oktober 2020
Genre: Historischer Roman (4630)
Seiten: 720 (Broschierte Version), 632 (Kindle-Version)
Themen: 19. Jahrhundert (1373), Begegnungen (2930), Grafen (249), Italien (579), Mädchen (2659), Politik (469), Rom (187), Waisen (197), Zirkus (118)
Erfolge: 12 × Spiegel Paperback Top 20 (Max: 2)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Es war einmal in Italien« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (1)     Projekt 10     Leserkanonen-Einblick     Tags (9)     Cover
KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Vor ein paar Tagen haben wir Luca Di Fulvios neuen Roman »Es war einmal in Italien« zum Thema unserer Rubrik »Projekt 10« gemacht und die ersten zehn Seiten des Buchs gemeinsam angelesen. Am Ende entschied sich jeder unserer Testleser dafür, das komplette Buch zu lesen. Nun möchten wir nachreichen, was wir vom kompletten Buch halten. Dieses wurde am 12. Oktober vom Lübbe Verlag veröffentlicht und hat einen Umfang von stattlichen 720 Seiten. Der Preis liegt bei sechzehn Euro, für vier Euro weniger kann man es im E-Book-Format bekommen. Zudem gibt es ein 22 Stunden langes Hörbuch, das von Philipp Schepmann eingelesen wurde.

Di Fulvio tritt in seinem Buch den Beweis an, dass die Mitglieder unseres Teams ganz schöne Geschichtsbanausen sind, denn von dem historischen Ereignis, um welches er seine Geschichte gestrickt hat, haben wir bis dato noch gar nichts gewusst. Vermutlich ist man im Geschichtsunterricht an deutschen Schulen bei der Betrachtung des Jahres 1870 allerdings auch derart mit dem Deutsch-Französischen-Krieg beschäftigt, dass es kein großes Wunder ist, dass man den Blick nicht zur Apenninen-Halbinsel richtet. Zu jenem Zeitpunkt war Rom nicht Teil Italiens, sondern gehörte dem Kirchenstaat an, und die Bestrebungen der Italiener, Rom "nach Hause" ins Königreich zu holen, eskalierten.

»Es war einmal in Italien« erzählt eine Geschichte, die sich über wenige Monate vor der Besetzung Roms durch die italienischen Streitkräfte vollzieht. Hier begegnet man einem jugendlichen Waisen, der von einer Adeligen vor einem trüben Schicksal am Bodensatz der Gesellschaft bewahrt wird, und einem Mädchen, das in einem Zirkus aufwächst und eines Tages von den Bestrebungen junger Patrioten hört, die Rom nach Italien einverleiben möchten. Der Junge entwickelt eine Leidenschaft fürs Fotografieren und bekommt es mit allerhand zwielichtigen Gestalten zu tun, das Mädchen schließt sich dem Widerstand gegen den Kirchenstaat an. Für beide stehen bewegte Monate an, und der Leser begleitet sie auf ihrem Weg.

Wer zuvor die übrigen Romane Di Fulvios gelesen hat, der wird beim Lesen schnell den Eindruck bekommen, dass der italienische Meisterautor sich selbst treu geblieben ist und vieles von dem aufgegriffen hat, das schon seine vorherigen Werke ausgemacht hat. Würde man es weniger nett formulieren, dann könnte man fast schon sagen, dass er seine bisherigen Arbeiten recycelt hat, denn die Ähnlichkeit zwischen seinen Figuren und deren Erlebnissen ist schon recht frappierend. Abermals stehen Personen auf der Schwelle vom Jugendlichen zum Erwachsenenleben im Mittelpunkt, abermals handelt es sich um aufrichtige und einfache Personen, die ein großes Herz haben, abermals bekommen sie es mit dem organisierten Verbrechen zu tun und lassen sich mit hineinziehen, abermals ... nun, wie möchten nicht spoilern, aber tatsächlich hat man wiederholt das Gefühl, Di Fulvio würde kein Risiko eingehen, sondern auf Altbewährtes zurückgreifen. Dank seines ganz indivualistischen Stils und der außergewöhnlichen Mischung aus Poesie und Einfachheit verfängt dies einmal mehr - auch wenn man vieles schon kennt, löst es einfach ein wohliges Gefühl aus, Di Fulvios Worte zu lesen.

Mit seinen bisherigen Büchern kann »Es war einmal in Italien« trotzdem nicht so ganz mithalten. Insbesondere ist dies der Tatsache geschuldet, dass seine Protagonisten nur sehr selten in wirklich großer Gefahr schweben. Die wenigen lebensbedrohlichen Momente werden schnell wieder aus dem Weg geschafft. Daher wird der Roman nicht von seiner Spannung getragen, sondern eher von Di Fulvios schönem Stil. Neben dem Hauptproblem gibt es noch einige Detailschwierigkeiten, die wir beim Lesen hatten, so macht Protagonist Pietro zwischenzeitlich eine abrupte Wandlung (und anschließend eine Rückwandlung) durch, die in ihrer Intensität nicht ganz schlüssig rübergebracht wird. Das Ausmaß, in dem Patriotismus hier lobend betrachtet wird, dürfte nicht jedem gefallen, und die Geschichte der Figuren ist schon vor dem letzten Viertel praktisch auserzählt, denn fortan widmet sich Di Fulvio in erster Linie dem politischen Umsturz in Rom. Das ist unsererseits wohlgemerkt Nörgeln auf hohem Niveau, denn der Roman ist von der ersten bis zur letzten Seite durch und durch unterhaltsam, er trifft nur nicht so ganz die Perfektion, die man von Di Fulvio in der Vergangenheit schon erlebt hat. Wer seinen Schreibstil mag, der wird aber trotzdem hochzufrieden aus der Lektüre herausgehen. Und vermutlich wird so manchem Leser in Bezug auf die italienische Vergangenheit noch die ein oder andere Wissenslücke gestopft.
– geschrieben am 23. November 2020 (4/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz