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Die F*ck-it-Liste
Verfasser: John Niven (10)
Verlag: Heyne (2899)
VÖ: 12. Oktober 2020
Genre: Thriller (6750)
Seiten: 320
Themen: Diagnose (64), Gesellschaft (451), Journalisten (1025), Krebs (175), Letzter Wille (61), Rache (2026), USA (586)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Vor wenigen Tagen haben wir den Einstieg in John Nivens neuen Roman »Die F*ck-it-Liste« im Rahmen unserer Reihe »Projekt 10« thematisiert. Inzwischen haben wir das komplette Buch gelesen, so dass es nun an der Zeit ist, euch eine kurze Rezension zum ganzen Werk zu präsentieren. Um es vorweg zu nehmen: Niven hat in den vergangenen Jahren augenscheinlich sehr viel schlechte Laune angestaut und seine Wut in diesem Roman rausgelassen.

»Die F*ck-it-Liste« wurde vor zwei Wochen im Heyne Hardcore Verlag herausgegeben. Das 320 Seiten starke Buch ist zum Preis von 22 Euro zu bekommen, für 15,99 Euro wechselt es als E-Book seinen Besitzer. Zudem gibt es eine Hörbuchausgabe, die für ein Buch dieser Seitenzahl eine recht flotte Spielzeit von 7:16 Stunden aufweist. Eingelesen wurde sie von Schauspieler und Synchronsprecher Stefan Lehnen, der zuvor noch für kein Niven-Buch im Einsatz war.

In Nivens Buch begegnet man einem (rund) sechzig Jahre alten Mann namens Frank Brill, der viele Jahre für eine Zeitung gearbeitet hat, inzwischen jedoch in den Ruhestand getreten ist. Genießen kann er diesen jedoch leider nicht, denn in seinem Darm ist ihm ein Tumor gewachsen. Direkt zu Beginn des Buchs wird ihm diagnostiziert, dass ihm der Unhold das Leben kosten wird, und das eher früher als später. Brills Reaktion darauf ist weder ein Wehklagen noch ein Hoffen auf eine überraschende Heilung, vielmehr setzt er einen lange gehegten Plan in die Tat um. Er hat eine Liste an Personen angefertigt, die für die Schicksalsschläge seines Lebens verantwortlich waren. Das umschließt sowohl diejenigen, die ihre Schandtaten unmittelbar ausführten, als auch diejenigen, die für die Ereignisse die gesellschaftlichen Voraussetzungen geschaffen haben. Brll beginnt, sich an einem nach dem anderen für deren Taten zu rächen.

Wer damit rechnet, dass Niven hier einen amüsanten Roman geschaffen hat, der sieht sich schnell eines besseren belehrt. Natürlich ist er zynisch bis zum Gehtnichtmehr, natürlich zieht er die Gesellschaft und diverse real existierende Personen durch den Kakao (oder durch schlimmere braune Dinge), und natürlich kann (und muss) man das Ganze als Satire interpretieren, in erster Linie ist es jedoch ein Rundumschlag gegen alles, was Niven - und vermutlich unzähligen anderen Personen auch - in den vergangenen Jahren gegen den Strich gegangen ist, insbesondere was die Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft angeht. Der Roman spielt im Jahre 2026, in dem die Staaten von Ivanka Trump regiert werden, nachdem der Trump-Clan sie durch ein Kabinettstückchen in diese Position gehievt und die Grundlage für eine lang anhaltende Dynastie im Weißen Haus gelegt hat. Tatsächlich entspricht die Gesellschaft, die Niven in seinem Buch entworfen hat, in vielerlei Hinsicht genau dem, was man viele Jahre lang für Klischees gehalten hat, das sich in den letzten Jahren jedoch immer stärker als die amerikanische Realität in vielen Köpfen herauskristallisiert hat ... nur noch ein Stück fieser. Wobei, was das Fiese angeht: Noch ist nicht 2026, es kann also in der Wirklichkeit sogar noch viel fieser werden. Das Erschreckende an dem Erzählten ist, wie realistisch sich die beschriebene zukünftige Entwicklung inzwischen anhört.

Ansonsten lebt das Buch auch von seiner grundsätzlichen Idee, denn dass man nach einer todbringenden Diagnose in die Hände spuckt und jeden einzelnen umnietet, der den Menschen geschadet hat, die man selbst lieb hat(te), das dürfte ein Gedanke sein, den sehr viele Leute verspüren und bei dem man sich vermutlich schon oft gefragt hat, warum er noch nicht in Buchform umgesetzt wurde. Kritisch ist an Nivens Buch nur eines, nämlich dass es schon in wenigen Tagen durch eine Abwahl Trumps ein Stück weit von der Realität widerlegt werden könnte. Im Falle von Ruth Bader-Ginsburg, deren Tod Niven erst für 2022 prognostiziert, ist dies bereits geschehen. Es würde allerdings schon schwer wundern, wenn es dem Autor sonderlich missfallen würde, widerlegt zu werden. Und eines ist klar: Absolut lesenswert wird das Buch trotzdem bleiben, denn dass ein Amoklauf beim Leser eine solche Genugtuung auslösen könnte, das schafft wirklich nur Niven.
– geschrieben am 29. Oktober 2020 (5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz